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Diagnose Brustkrebs Angst und Sorgen bei Brustkrebs

Eine Krebsdiagnose stürzt viele Frauen in ein tiefes Loch. Denn natürlich machen sie sich Sorgen, wie es gelingt, den Tumor zu bekämpfen. Und auch die Angst vor Nebenwirkungen der Therapien und Schmerzen taucht auf.

Stand: 02.12.2019

Für Brustkrebspatienten gibt es mittlerweile viele Angebote bei psychischer Überlastung - im Bild: Sorgenvolle Patientin beim Arzt | Bild: colourbox.com

Angst vor Schmerzen - zu Recht?

Krebsbedingte Schmerzen treten bei Brustkrebs vor allem in späteren Stadien bei einer sehr fortgeschrittenen Erkrankung auf. Hier gibt es neue Medikamente, die spezielle Schmerzformen, wie zum Beispiel Knochenschmerzen, wirksam behandeln.

"Und natürlich hat man auch in der Schmerztherapie generell große Fortschritte gemacht, zum Beispiel mit sogenannten Schmerzpumpen, die man unter die Haut gepflanzt bekommt und die bei Bedarf Schmerzmittel abgeben. Wir arbeiten bei der Kontrolle von Symptomen wie Schmerzen oder Atemnot auch eng mit unseren Kollegen von der Palliativmedizin zusammen, sodass die Patientinnen immer einen fachlich kompetenten Ansprechpartner für ihre Probleme haben."

Prof. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums der LMU München

Gegen die Angst: Angebote bei psychischer Belastung

Prof. Harbeck hält es für zentral, dass im Brustzentrum Psychoonkologen mitarbeiten, die für die Patientinnen als Ansprechpartner da sind.

"Bereits 2002 haben wir an der Frauenklinik der LMU München das Projekt 'Betroffene beraten Betroffene' gestartet, in dem bereits bei der Erstdiagnose eine Betroffene Auskunft gibt, wie die Brustkrebs und die erforderliche Therapie aus Sicht einer Patientin sind. Damit hoffen wir, Ängste mindern zu können, so dass die Patientinnen informierter und angstfreier ihre Therapie mitgestalten können. Wir freuen uns, dass dieses Pilotprojekt, bei dem uns Renate Haidinger von Brustkrebs Deutschland e.V. unterstützt, schon mehr als fünfzehn Jahre erfolgreich läuft."

Prof. Nadia Harbeck

Gibt es einen Zeitpunkt der Entwarnung?

Generell sollte jede Patientin mit frühem Brustkrebs fest daran glauben, dass sie geheilt werden kann. Es gibt keinen konkreten Zeitpunkt der Entwarnung, aber je mehr Zeit man zwischen die Erstdiagnose und den heutigen Tag legt, umso unwahrscheinlicher ist es, dass die Erkrankung wieder kommt.

"Die Gefahr, dass der Krebs an anderen Stellen im Körper oder an Ort und Stelle wieder ausbricht, hängt sehr stark vom Stadium der Ersterkrankung ab. In unserem Nachsorgeprogramm kommen die Patientinnen zunächst alle drei Monate zum ihrem Frauenarzt und nach fünf Jahren jährlich. Danach sprechen wir auch schon wieder von der Vorsorge."

Prof. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums der LMU München


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