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Ambrosiapflanzen Gefährliche Allergene

Zwischen Juli und Oktober blüht die Ambrosia, deren Pollen bei Allergikern heftige Symptome auslösen können. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Nordamerika, seit etwa 2006 taucht sie auch bei uns auf. Sie ist aus mehreren Gründen gefährlich.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 22.09.2018

Ambrosiapflanze | Bild: imago / Pixsell

Zum Einen produziert Ambrosia eine sehr hohe Anzahl von Pollen. Hinzu kommt, dass schon vergleichsweise wenig Ambrosiapollen ausreichen, um eine Allergie auszulösen. Bereits drei bis sechs Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft genügen. Bei Birkenpollen dagegen liegt der vergleichbare Wert bei 30. Gefährlich sind Ambrosiapollen zum Anderen aber auch, weil Patienten erst nach einer Zeitspanne von fünf bis zehn Jahren darauf allergisch reagieren.

Zeitfenster

Ambrosiapollen unter dem Elektronenmikroskop.

Ambrosiapollen stellen aber nicht das ganze Jahr über eine Gefahr dar, sondern nur dann, wenn sie frei gesetzt werden, also etwa im Zeitraum zwischen Juli und Oktober. In der restlichen Zeit bildet die Pflanze entweder keine Pollen oder sie sind noch so gut verpackt, dass sie keinen Schaden anrichten können.

Aussehen

Ambrosiapflanze

Die Pflanze ist durchschnittlich zwischen 60 und 120 cm hoch, sie ist gedrungen und buschig. Die Blattunterseiten sind wenig behaart und grün, die Stängel sind stark verzweigt, stehen ab und sind grün behaart. Im Laufe des Jahres verfärben sie sich rötlich. Mitte Juli bilden die Blütenstände lange Sprossen.

Gesundheitliche Risiken

Gelangen Ambrosiapollen in die Atemwege, können sie dort starke Entzündungen im Lungengewebe auslösen. Das kann zu Atemproblemen und Asthma führen. Außerdem können die Pollen eine allergische Rhinitis mit laufendem Schnupfen und geschwollenen Schleimhäuten auslösen, und sie können die Bindehaut schädigen (Konjunktivitis).

Ausbreitung

Ursprünglich stammt die Beifuß-Ambrosia aus Nordamerika. Dort ist sie inzwischen das Hauptallergen, das heißt, die meisten Allergiker haben Probleme mit der Ambrosia. Seit rund 150 Jahren breitet sich die Pflanze in Europa aus, seit 2006 auch in Süd- und Ostdeutschland. Ambrosiasamen werden über kurze Strecken vom Wind verbreitet, vor allem aber durch verunreinigtes Vogelfutter - manchmal reisen die Samen auch im Profil von Autoreifen. Ambrosia siedelt sich vor allem an offenen, brachliegenden Acker- und Wildflächen an, auf Schuttplätzen und Erdaufschüttungen in Neubau- und Industriegebieten und entlang von Straßen und Autobahnen.

Prävention

Die Ambrosia wuchert, wenn man sie nicht eindämmt.

Ohne Gegenmaßnahmen würde die Ambrosia etwa im Jahr 2050 überall in Deutschland heimisch sein. Das soll verhindert werden, so Prof. Jeroen Buters vom ZAUM. Aus diesem Grund hat die Bayerische Landesregierung ein Aktionsprogramm zur Bekämpfung der Ambrosia initiiert. Bisherige Erfolge: Zwischen 2007 und 2015 sind schon insgesamt mehr als 360 Bestände mit mehr als 100 Pflanzen gemeldet worden. Viele davon konnten professionell vernichtet werden.

"Deswegen versuchen wir die Bevölkerung zu informieren, wie Ambrosia aussieht. Und: Wenn Sie eine Ambrosiapflanze entdecken, reißen Sie sie mit der Wurzel aus, bevor sie blüht. Und melden Sie unbedingt den Standort der nächsten Kreisverwaltungsbehörde weiter."

Prof. Jeroen Buters vom Zentrum Allergie & Umwelt, kurz ZAUM, der TU München.


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