Bayern 2


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Altes Handwerk, neue Formen Der Schmied Otto Baier

Es gab Zeiten, da war Eisen wertvoller als Gold. Und das Schmiedehandwerk hatte seine eigenen Götter. Heute ist der klassische Schmied, der mit Hammer und Amboss in seiner Werkstatt arbeitet, selten geworden. Einer, der das Handwerk noch wie die alten Meister beherrscht, ist der Münchner Kunstschmied Otto Baier.

Von: Julie Metzdorf

Stand: 12.11.2019 | Archiv

Längliche Schalenform "Woge", Stahl im Gesenk geschmiedet

Schon als kleines Kind stand Otto Baier in der Werkstatt seines Vaters im Münchner Stadtteil Obermenzing. Nach seiner Ausbildung zum Schmied studierte er Design in Aachen. 1999 gewann er den Danner-Preis, eine der höchstdotierten Auszeichnungen für Kunsthandwerk in Deutschland. Seine Gefäße und Schalen sind international bekannte Ausstellungsstücke.

"Otto Baier ist in der Tat ein bedeutender Ausnahmekünstler. Schmiedearbeiten wie die seinen kenne ich sonst nicht. Er geht dem Material nach, arbeitet mit dem Material und aus dem Material heraus."

Florian Hufnagel, früherer Leiter der Neuen Sammlung in München

Zwischen Kunst und Tradition

Leuchter von Otto Baier in der Kirche St. Wolfgang, München-Obermenzing

Nur mit exklusiven Objekten für Designliebhaber kann ein Schmied nicht überleben. Otto Baiers Hauptgeschäft sind Auftragsarbeiten wie die Herstellung alter Straßenlampen. Die Leuchten in der Sendlinger Straße in München stammen aus seiner Werkstatt. Er liebt es, Neues zu gestalten und Altes wieder herzurichten.

"Ich hab ein Kreuz restauriert. Wenn Sie gesehen hätten, wie das ausgeschaut hat. Das ist alles neu, das ist eine Treibarbeit. Die muss man erstmal machen können. Das war mir ein großes Anliegen."

Otto Baier


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