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Allergene eingrenzen Verschiedene Untersuchungsmethoden

Generell raten Ärzte dazu, nicht gleich bei den ersten Anzeichen einer Pollenallergie mit der Hyposensibilisierung zu beginnen, denn oft verändert sich die Allergie auch wieder. Bei Heuschnupfen geht man von einer Beobachtungszeit von zwei Jahren aus. Daneben sollten die Beschwerden so schwerwiegend sein, dass sie die Lebensqualität beeinträchtigen. Denn die Hyposensibilisierung ist eine langfristige Therapie. Man braucht also genügend Motivation um durchzuhalten.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 22.09.2018

Prick-Test am Unterarm | Bild: imago Stock

Um Allergene einzugrenzen, die bei einem Patienten zu Beschwerden führen, versuchen Ärzte zunächst im Gespräch zu klären, wann die Symptome wie zum Beispiel Augen-, Nasen- oder Mundschleimhautjucken auftreten und wie lange sie anhalten. Dieses Beschwerdemuster und die Krankengeschichte werden dann mit dem Pollenflugkalender abgeglichen. Auf diese Weise kann das verursachende Allergen so eng wie möglich eingegrenzt werden. Doch es gibt noch weitere Methoden.

Prick-Test

Bei diesem Hauttest bringen Mediziner verschiedene Lösungen mit Hilfe einer kleinen Lanzette in die oberste Hautschicht ein. Zeigen sich an der Stelle nach einer festgelegten Beobachtungszeit rote Quaddeln, ist das zwar kein Beweis für eine Allergie, aber doch für eine gewisse Reaktionsbereitschaft der Haut. 

Immunglobulin E

Zudem gibt es noch eine weitere Untersuchungsmethode: Wenn das Immunsystem an sich harmlose Pollen als gefährlich einstuft, bildet es Allergie-Antikörper: am häufigsten Immunglobulin E. Können Mediziner diese Antikörper im Blut nachweisen, gilt das als weiterer Hinweis darauf, dass der Körper möglicherweise auf eine Substanz allergisch reagiert.

Provokationstests

Ergeben genaue Befragung, Haut-Prick-Test und die Blutuntersuchung keine eindeutigen Hinweise auf ein oder mehrere Allergene, können mit Hilfe von Provokationstests Allergene zum Beispiel in die Nase gegeben und die Nasenschleimhaut objektiv daraufhin überprüft werden: Schwillt sie an oder nicht?

Erste Therapieschritte

Ist schließlich klar, welches Allergen die Beschwerden auslöst, empfehlen Ärzte als Erstes, den Kontakt damit zu meiden. Reicht das nicht aus, oder werden die Beschwerden so stark, dass die Lebensqualität eingeschränkt ist, kommt die medikamentöse Therapie dazu - falls nötig, stufenweise immer stärker.

"Reicht selbst das nicht aus, dann kann man schon in einer mittleren Medikamentendosierung zusätzlich eine Hyposensibilisierung bei Kindern und Erwachsenen in Erwägung ziehen."

Oliver Fuchs, Oberarzt, Facharzt Pädiatrie und Allergologie, in Weiterbildung pädiatrische Allergologie und Immunologie, am Inselspital, Universitätsspital Bern (Schweiz)


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