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Anfälliges Verschleißteil Achillessehne am Rückfuß

Schmerzen an der Achillessehne (Achillodynie) treten oft auf, vermehrt sind allerdings Hochleistungssportler betroffen, ambitionierte Hobbyläufer und Ausdauersportler, denn sie absolvieren ein hohes Pensum, bei dem sich die Achillessehne überlasten kann. Probleme mit einer degenerierten Achillessehne haben aber auch zahlreiche Patienten, die gar keinen Sport machen, häufig steckt dahinter eine mangelnde Durchblutung des Gewebes.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 22.07.2019

Fußballer greift sich an die Achillessehne | Bild: picture-alliance/dpa

Die Auslöser können zahlreiche Stoffwechselerkrankungen wie Gicht, Diabetes oder erhöhte Blutfettwerte sein.

Durchblutungsstörung

Generell ist die Achillessehne von Natur aus an einer bestimmten, ansatznahen Stelle schlechter durchblutet als im Rest. Dieser Punkt liegt ungefähr drei bis vier Zentimeter über dem knöchernen Ansatz. Wer solche Durchblutungsstörungen hat, bei dem schmerzt die Sehne hartnäckig. Doch dieses Problem können Mediziner meist gut behandeln.

Antibiotikum

Weniger bekannt ist, dass außerdem eine Reihe von Antibiotika (sog. Gyrasehmmer bzw. Fluorchinolone), die zum Beispiel bei Blasenentzündung verschrieben werden, die Sehnen schwächen und schädigen können - am häufigsten davon betroffen ist die Achillessehne, die daraufhin in sich reißen oder auch abreißen kann.

Vorbeugen

Probleme mit der Achillessehne kann vor allem bekommen, wer unter Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, erhöhtes Cholesterin oder Gicht leidet. Dies kann auch den kleinsten Blutgefäßen am Fuß zusetzen und die Sehnenqualität negativ beeinflussen. Auch ein dauerhafter Bluthochdruck, der häufig zu einer Gefäßverkalkung führt (Arteriosklerose), ist ungünstig für die Durchblutung des Fußes und der Achillessehne.

Therapie

Unabhängig davon, ob die Schmerzen an der Achillessehne durch Überlastung beim Sport, durch mangelnde Durchblutung oder durch eine Verkürzung ausgelöst werden, in jedem Fall bringen spezielle Dehnübungen den größten Erfolg. Außerdem raten Mediziner manchmal zu einer Stoßwellentherapie, um auf diesem Weg die lokale Durchblutung zu verbessern und Gewebeschäden zu reparieren. In der Frühphase der Behandlung kann eine Fersenerhöhung durch einen Silikonkeil die gereizte Achillessehne entspannen und somit zu einer Beschwerdebesserung führen. Beruht die Achillodynie jedoch auf einer muskulären Verkürzung, so kann sich der Fersenkeil langfristig sogar kontraproduktiv auswirken. Ähnlich der Plantarfasziitis werden bei der Achillodynie die besten Ergebnisse durch eine sog. multimodale Therapie erreicht. Hierbei werden parallel mehrere Therapieformen gleichzeitig angewendet (z.B. Physiotherapie, orthopädische Hilfsmittel, Stoßwellentherapie, medikamentöse Therapie, Infiltrationstherapie).


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