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Wo leben Fledermäuse? So fühlen sich Fledermäuse in Ihrem Garten wohl

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Garten fledermausfreundlich gestalten und wie sie den Babys helfen können.

Stand: 28.07.2020

Eine Kleine Hufeisennase hängt an einem Baum. | Bild: dpa/picture alliance

Was fressen Fledermäuse?

Bisher wurden in Bayern 25 verschiedene Fledermausarten nachgewiesen. Je weiter südlich Sie in Bayern leben, umso mehr Fledermäuse können Sie beobachten. Die nachtaktiven Fledertiere ernähren sich ausschließlich von Insekten. Leider wird das Nahrungsangebot durch landwirtschaftliche Monokulturen und den Einsatz von Insektenschutzmittel immer knapper. Zudem finden die Tiere keinen Unterschlupf mehr in Gebäuden, weil Dachböden gedämmt und Hohlräume verschlossen werden.

Keine Angst vor Fledermäusen

Durch den Ausbruch von Corona sind auch die heimischen Fledermäuse in Verruf geraten. Dabei gibt es dafür gar keinen Grund. Der Bund Naturschutz macht klar, dass einheimische Fledermäuse nicht mit SARS-CoV-2 infiziert seien und einen Menschen somit nicht mit Covid-19 anstecken können. Auch sei eine direkte Übertragung von Fledermaus zu Mensch höchst unwahrscheinlich und wurde bislang noch nie festgestellt. Zudem sei es unwahrscheinlich, dass Coronaviren aus Fledermauskot eine Gesundheitsgefahr für den Menschen darstellen.
Fledermäuse sind für unser Ökosystem sehr wichtig und unverzichtbar.

Was tun, wenn man ein Fledermausbaby findet?

Zwei Flughundbabys. Fledermausbabys lassen sich nicht so nett einwickeln.

Ende Mai bis Mitte Juli haben Fledermäuse Junge. In dieser Zeit kann es sein, dass man hilflose Jungtiere entdeckt. Wenn das passiert, dann achten Sie darauf, das Tier mit dicken Handschuhen oder einem Handtuch aufzuheben. Es kann sein, dass das Tier aus Angst zubeißt. Man sollte versuchen das Tier so schnell wie möglich wieder auszuwildern. Bis dahin fühlt es sich in einer Schachtel mit Luftlöchern und einem Tuch zum Verstecken wohl. Man kann auch versuchen mit einem Teelöffel das Schnäuzchen zu benetzen. Ist das Tier durstig wird es das Wasser auflecken. Am selben Abend dann das Fledermausbaby in einer offenen, flachen Schachtel katzensicher in der Nähe des Fundorts oder auf eine Fensterbank stellen, damit die Mutter ihren kleinen Ausreißer wieder abholen kann. Wird das Tier nicht abgeholt oder es ist sehr kühl, dann setzen Sie sich mit einem Fledermausexperten in Verbindung.

Die Koordinationsstelle für den Fledermausschutz Bayern hat eine Liste für Ansprechpartner in den unterschiedlichen Landkreisen veröffentlicht: Fledermausschutz

So wird Ihr Garten fledermausfreundlich:

Wenn Sie den kleinen, nachtaktiven Tieren helfen möchten, dann können Sie das mit sehr einfachen Mitteln tun. Denn je insektenfreundlicher Ihr Garten gestaltet ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Fledermäuse ihn als Jagdrevier nutzen. Und das Beste: Wenn eine Fledermaus in Ihrem Garten ein Zuhause gefunden hat, dann bleibt sie dort sehr lange, denn Feldermäuse sind sehr standorttreu und suchen, laut Bund Naturschutz ihre Quartiere über viele Jahre immer wieder auf. Die Mühe lohnt sich also.

1. Vielfältiger  Garten

Die Mischung ist entscheidend. Fledermäuse fühlen sich in Ihrem Garten dann wohl, wenn dieser jede Menge Lebensraum für Insekten bietet. Deshalb ist es wichtig, dass in Ihrem Garten viele verschiedene Pflanzenarten wachsen. Achten Sie auf eine artenreiche Wiese und pflanzen Sie heimische Stauden, Gehölze und Wildpflanzen an.

Der Naturschutzbund empfiehlt unter anderem folgende Pflanzen:

  • Gehölze wie Eiche, Haselnuss, Birke, Schwarzer Holunder, Liguster, Pappel, Salweide, Heckenkirsche, Schlehe, Weißdorn oder Sommerflieder.
  • Als Stauden bieten sich Phlox, Nachtkerze und Ziertabak an.
  • Pflanzen Sie als Kräuter Borretsch, Minze, Majoran, Schnittlauch, Salbei und Zitronenmelisse.
  • Sommerblumen wie Leimkraut, Seifenkraut, Königslilie, Wegwarte, Schmalblättriges Weidenröschen, Lichtnelke, Gemeine Nachtviole, Goldlack, Wunderblume und Zitronen-Taglilie.

2. Keine Pestizide

Selbstverständlich sollten Sie auf Pestizide und Insektenschutzmittel in Ihrem eigenen Garten vollkommen verzichten. Haben Sie keine Angst vor Mücken, Fliegen oder Spinnen, denn Fledermäuse haben einen riesigen Nahrungsbedarf. Sie fressen täglich bis zu einem Drittel ihres eigenen Körpergewichtes. So frisst eine einzige Fledermaus in einer Nacht 1.000 bis 2.000 Insekten.

3. Fledermausbeet

Weggartenblüte

Sollten Sie Platz in Ihrem Garten haben, dann legen Sie doch ganz bewusst ein Fledermausbeet an. Pflanzen Sie dort nachtblühende und vor allem nektarreiche Blütenpflanzen. Gewöhnliches Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte locken durch ihren intensiven Duft Mücken und Nachtfalter und damit natürlich auch Fledermäuse an.

4. Wasser im Garten

Es muss nicht unbedingt ein Teich sein, manchmal reicht auch eine große Wasserwanne, damit sich Insekten in Ihrem Garten tummeln. Das Wasser zieht alles an, was kriecht, fliegt und flattert, und ist so die perfekte Nahrungsquelle für Fledermäuse.

5. Fledermauskasten

Natürlich brauchen Fledermäuse nicht nur ausreichend Nahrung, sondern auch einen geeigneten Unterschlupf. Fledermäuse fühlen sich überall wohl, wo es kühl, feucht und frostfrei ist. Deshalb wohnen sie am liebsten in alten Bäumen, Kellern oder leeren Dachböden. Da in vielen neugebauten Häusern die Dachböden und Keller verschlossen sind, finden Fledermäuse immer häufiger kein passendes Zuhause.

Stellen Sie deshalb in Ihrem Garten einen Fledermauskasten auf. Die Kästen bestehen aus Holz oder Leichtbeton und eignen sich nicht nur als Schlafplatz, sondern auch als Winterquartier für Fledermäuse.

Die Fledermauskästen können an einem Baum, am Haus oder an der Garage aufgehängt werden. Der Kasten sollte mindestens drei Meter hoch hängen, denn nur so ist die Fledermaus vor Raubtieren wie Katzen oder Mardern sicher. Zusätzlich sollten Sie den Kasten so positionieren, dass die Einflugschneise möglichst offen und wettergeschützt ist. Die Kästen sind bei Naturschutzorganisationen wie dem Naturschutzbund oder in Zoo- und Gartengeschäften erhältlich.

Die "Batnight" in Bayern

Am letzten Wochenende im August (29. und 30. August 2020) findet die "Batnight" statt - auch in Bayern werden zu Nacht der Fledermäuse tolle Aktionen angeboten, die der NABU im Link zusammengestellt hat: Termine zur Batnight.

Aus diesen Gründen gelten viele Fledermausarten als gefährdet. Dank des Engagements von verschiedenen Verbänden sind jedoch laut bayerischem Landesamt für Umwelt aktuell nur noch drei Fledermausarten direkt vom Aussterben bedroht: Die Große Hufeisennase und die Kleine Hufeisennase sowie die erst 2012 in Bayern entdeckte Nymphenfledermaus.

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