Bayern 1


20

Wo leben Fledermäuse? Ein Garten für die Fledermaus

Auch Fledermäuse leiden unter Wohnungs- und Nahrungsnot. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Garten fledermausfreundlich gestalten. Plus: Alle Aktionen zur Nacht der Fledermäuse in Bayern.

Stand: 22.08.2019

Eine Kleine Hufeisennase hängt an einem Baum. | Bild: dpa/picture alliance

Was fressen Fledermäuse?

Bisher wurden in Bayern 25 verschiedene Fledermausarten nachgewiesen. Je weiter südlich Sie in Bayern leben, umso mehr Fledermäuse können Sie beobachten. Die nachtaktiven Fledertiere ernähren sich ausschließlich von Insekten. Leider wird das Nahrungsangebot durch landwirtschaftliche Monokulturen und den Einsatz von Insektenschutzmittel immer knapper. Zudem finden die Tiere keinen Unterschlupf mehr in Gebäuden, weil Dachböden gedämmt und Hohlräume verschlossen werden.

Die "Batnight" in Bayern

Am letzten Wochenende im August (24. und 25. August 2019) findet die "Batnight" statt - auch in Bayern werden zu Nacht der Fledermäuse tolle Aktionen angeboten, die der NABU im Link zusammengestellt hat: Termine zur Batnight.

Königslilie

Aus diesen Gründen gelten viele Fledermausarten als gefährdet. Dank dem Engagement von verschiedenen Verbänden sind jedoch laut bayerischem Landesamt für Umwelt aktuell nur noch drei Fledermausarten direkt vom Aussterben bedroht: Die Große Hufeisennase und die Kleine Hufeisennase sowie die erst 2012 in Bayern entdeckte Nymphenfledermaus.

Wenn Sie den kleinen, nachtaktiven Tieren helfen möchten, dann können Sie das mit sehr einfachen Mitteln tun. Denn je insektenfreundlicher Ihr Garten gestaltet ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Fledermäuse ihn als Jagdrevier nutzen.

1. Vielfältiger  Garten

Die Mischung ist entscheidend. Fledermäuse fühlen sich in Ihrem Garten dann wohl, wenn dieser jede Menge Lebensraum für Insekten bietet. Deshalb ist es wichtig, dass in Ihrem Garten viele verschiedene Pflanzenarten wachsen. Achten Sie auf eine artenreiche Wiese und pflanzen Sie heimische Stauden, Gehölze und Wildpflanzen an.

Der Naturschutzbund empfiehlt unter anderem folgende Pflanzen:

  • Gehölze wie Eiche, Haselnuss, Birke, Schwarzer Holunder, Liguster, Pappel, Salweide, Heckenkirsche, Schlehe, Weißdorn oder Sommerflieder.
  • Als Stauden bieten sich Phlox, Nachtkerze und Ziertabak an.
  • Pflanzen Sie als Kräuter Borretsch, Minze, Majoran, Schnittlauch, Salbei und Zitronenmelisse.
  • Sommerblumen wie Leimkraut, Seifenkraut, Königslilie, Wegwarte, Schmalblättriges Weidenröschen, Lichtnelke, Gemeine Nachtviole, Goldlack, Wunderblume und Zitronen-Taglilie.

2. Keine Pestizide

Selbstverständlich sollten Sie auf Pestizide und Insektenschutzmittel in Ihrem eigenen Garten vollkommen verzichten. Haben Sie keine Angst vor Mücken, Fliegen oder Spinnen, denn Fledermäuse haben einen riesigen Nahrungsbedarf. Sie fressen täglich bis zu einem Drittel ihres eigenen Körpergewichtes. So frisst eine einzige Fledermaus in einer Nacht 1.000 bis 2.000 Insekten.

3. Fledermausbeet

Weggartenblüte

Sollten Sie Platz in Ihrem Garten haben, dann legen Sie ganz bewusst ein Fledermausbeet an. Pflanzen Sie dort nachtblühende und vor allem nektarreiche Blütenpflanzen. Gewöhnliches Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte locken durch ihren intensiven Duft Mücken und Nachtfalter und damit natürlich auch Fledermäuse an.

4. Wasser im Garten

Es muss nicht unbedingt ein Teich sein, manchmal reicht auch eine große Wasserwanne damit sich Insekten in Ihrem Garten tummeln. Das Wasser zieht alles an was kriecht, fliegt und flattert, und ist so die perfekte Nahrungsquelle für Fledermäuse.

5. Fledermauskasten

Natürlich brauchen Fledermäuse nicht nur ausreichend Nahrung, sondern auch einen geeigneten Unterschlupf. Fledermäuse fühlen sich überall wohl, wo es kühl, feucht und frostfrei ist. Deshalb wohnen sie am Liebsten in alten Bäumen, Kellern oder leeren Dachböden. Da in vielen neugebauten Häusern die Dachböden und Keller verschlossen sind, finden Fledermäuse immer häufiger kein passendes Zuhause.

Stellen Sie deshalb in Ihrem Garten einen Fledermauskasten auf. Die Kästen bestehen aus Holz oder Leichtbeton und eignen sich nicht nur als Schlafplatz, sondern auch als Winterquartier für Fledermäuse.

Die Fledermauskästen können an einem Baum, am Haus oder an der Garage aufgehängt werden. Der Kasten sollte mindestens drei Meter hoch hängen, denn nur so ist die Fledermaus vor Raubieren wie Katzen oder Marder sicher. Zusätzlich sollten Sie den Kasten so positionieren, dass die Einflugschneise möglichst offen und wettergeschützt ist. Die Kästen sind bei Naturschutzorganisationen wie dem Naturschutzbund oder in Zoo- und Gartengeschäften erhältlich.

Sie wollen mehr für Insekten, Schmetterlinge und Bienen tun? Wir haben Tipps für Bienenweiden und Co..


20