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Weihnachtstrinkgeld Welche Geschenke Postbote und Co. annehmen dürfen

In der Weihnachtszeit möchten sich viele Menschen bei anderen für ihre tägliche Arbeit bedanken, zum Beispiel beim zuverlässigen Paketboten oder bei der fleißigen Reinigungskraft. Doch dabei sind nicht alle Geschenke erlaubt.

Stand: 12.12.2018

Ein Paketzusteller hält einen Briefumschlag in der Hand. | Bild: picture-alliance/dpa

Für viele Menschen ist es Tradition, zur Weihnachtszeit eine kleine Aufmerksamkeit für Briefträger, Zeitungszusteller und Paketboten an der Haustür zu deponieren oder persönlich zu überreichen. Doch wer es dabei zu gut meint, bringt die Beschenkten unter Umständen in Verlegenheit oder gar in arbeitsrechtliche Probleme. Denn vor allem für städtische Beamte gelten oft strenge Vorgaben, welche Belohnungen oder Geschenke sie annehmen dürfen.

Wieviel Trinkgeld ist erlaubt?

Eine Regelung für alle gibt es leider nicht. Ob und bis zu welchem Wert Sach- und Geldgeschenke angenommen werden dürfen, kann sehr unterschiedlich sein - auch innerhalb einer Branche.

Grundsätzlich gilt: Ein Geschenk ist immer bedingungslos. Eine Gegenleistung dürfen Sie dafür nicht erwarten. Denn das könnte als Bestechung verstanden werden. Um ihre Mitarbeiter vor entsprechenden Vorwürfen zu schützen, haben viele Betriebe mittlerweile eine Obergrenze festgelegt.

"Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass Zusteller im Weihnachtsverkehr von ihren zufriedenen Kunden ein kleines Trinkgeld erhalten. Zwar gilt allgemein, dass es Beamten sowie Arbeitnehmern grundsätzlich nicht gestattet ist, Belohnungen oder Geschenke entgegenzunehmen. Ausnahmen sind jedoch geringwertige Sachgeschenke bis zu einem Wert von 25 Euro. Die Trinkgelder zu Weihnachten liegen regelmäßig deutlich unter dieser Summe."

Dieter Nawrath, Deutsche Post DHL Group

Die Paketboten von Hermes dürfen dagegen auch Bargeld oder auch kleine Sachgeschenke, wie Schokolade annehmen. Es wäre jedoch schön, wenn ein Wert von 10 Euro nicht überschritten wird.

"Wir können und möchten unseren Kollegen nicht verbieten Trinkgeld zu bekommen. Im Gegenteil, unsere Boten freuen sich gemeinhin sehr über so eine Wertschätzung – übrigens auch außerhalb der Weihnachtszeit."

Marei Martens, Hermes Germany GmbH

Bargeld ist oft nicht erlaubt. Besser sind: Gutscheine!

Wie bei DHL dürfen Beschäftigte des Abfallwirtschaftsbetriebs München ebenfalls Gutscheine und Sachgeschenke bis zu einem Höchstwert von 25 Euro annehmen. Und das Ganze nur einmal pro Jahr und pro Haushalt. Bargeld ist wie für alle anderen Beschäftigten der Landeshauptstadt München aber tabu. Also, lieber einen Gutschein für einen Online-Shops, dem Baumarkt oder einer Bäckerei, die auf dem Weg liegt.

Auch beim Abfallwirtschaftsbetrieb Augsburg wird zwischen Sachgeschenken und Geldgeschenken unterschieden. Das Limit für Sachgeschenke liegt bei einem Wert von 20 Euro pro Jahr. In bar dürfen die Mitarbeiter nicht mehr als zehn Euro pro Zuwender annehmen. Auch wenn es früher Tradition war, in Nürnberg ist es Stadtbediensteten prinzipiell verboten, Geschenke anzunehmen. Allerdings sind geringwertige Aufmerksamkeiten (Reklameartikel und ortsübliche Trinkgelder) im herkömmlichen Umfang akzeptabel. Am strengsten ist die Regelung in Würzburg: Hier müssen die Stadtreiniger sowohl Geld als auch Geschenke komplett ablehnen.

"Wenn man es genau wissen möchte und den Mitarbeiter nicht in Verlegenheit bringen möchte, empfehle ich, sich an das entsprechende Abfallwirtschaftsamt zu wenden und zu fragen, was darf ich an Sachgeschenken bzw. Geldgeschenken dem einzelnen Müllwerker zukommen lassen."

Georg Holder, Betriebsleiter des Abfalllwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebs der Stadt Augsburg

Keine Abmahnung riskieren

Wer sich über die jeweilige Vorgabe hinwegsetzt, muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Es droht eine Abmahnung oder sogar die Kündigung. Nehmen Sie es also nicht übel, wenn Beschenkte ein großzügiges Trinkgeld nicht annehmen möchten.

Unbedenklicher ist es bei privaten Unternehmen wie Hausmeister-Services oder Reinigungsfirmen. Dort gibt es häufig keine Vorgaben für den Wert kleiner Aufmerksamkeiten. Im Zweifel aber am besten immer fragen, wie viel erlaubt ist.

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