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Geschenke zu Weihnachten Wie sage ich es meinem Partner?

Weihnachtsgeschenke können äußerst heikel sein. Vor allem, wenn der Partner mehr erwartet, als ihm am Ende geschenkt wird. Wie man in einer Beziehung diese Situation umgehen kann und noch mehr Tipps für ein frohes Fest.

Stand: 24.09.2019

Junges Paar vor Weihnachtsbaum  | Bild: mauritius-images

Wünsche und die Realität der Geschenke

Wunschzettel hat man als Kind an das Christkind geschrieben - heute hat der Partner das Christkind von seinen Pflichten entbunden und muss sich um die Geschenke kümmern - und steht oft vor dem Dilemma: Raten oder das Richtige schenken. Beziehungscoach Verena Lauer ("Entsingelung") sieht das locker und rät ab von dem romantisch überhöhten Anspruch in einer Beziehung, der Liebste "muss mir die Wünsche von den Augen ablesen können."

"Wenn ich keine negativen Überraschungen erleben möchte, muss ich meine Wünsche klar formulieren."

Verena Lauer

Im Zweifel kauft der Schenkende das, wovon er denkt, es könnte passen. "Ich habe auch schon einen Rucksack von meinem Mann bekommen", erzählt Lauer. "Meine Freude hielt sich in Grenzen, aber ich brauchte tatsächlich auch einen neuen."

Die Wunschzettel Wunschbox

In so einer "Wunschbox" kann man übrigens das ganze Jahr Wünsche platzieren. So sind auch der Geburts- und Hochzeitstag gesichert.

Damit ein wenig von der kindlichen Überraschung bleibt, empfiehlt der Paarberater von Liebling+Schatz, Stefan Ruzas, die "Wunschbox". Dafür stellen er und sie jeweils eine kleine Schachtel auf, in die sie - bestenfalls rechtzeitig vor dem Weihnachtsshopping - Zettel mit ihren Wünschen legen. "So kann jeder selbstbestimmt für sich entscheiden, was er schenken will", erklärt Ruzas, "und die Überraschung bleibt auch bestehen." Also zurück zum Wunschzettel aus Kindertagen!

Weihnachten mal über Bande spielen

Wer gern im Team arbeitet, der kann auch "Informanten" im Freundes- oder Familienkreis anzapfen. Vielleicht weiß der beste Kumpel, was der Liebste sich wünscht. Möglicherweise weiß die Schwiegermutter besser als jede andere, was die Frau begehrt. Und das Beste: Das funktioniert auch andersherum. So kann man strategisch die eigenen Wünsche bei Mittelsmännern und -frauen platzieren, die dann rechtzeitig zum Weihnachtseinkauf ihr Wissen weitergeben.

Wunschzettel unauffällig abfragen

Wer sich traut, ins Profi-Level des Geschenke-Business einzusteigen, für den hat Beziehungscoach Verena Lauer noch die eiskalte Methode: "Ich sage dem Partner: 'Rate mal, was ich für dich zu Weihnachten gekauft habe!' - dann weiß ich genau, was er oder sie sich wünscht!" Aber Vorsicht! Hierzu bedarf es schon ein wenig Schauspieltalent und es funktioniert nicht jedes Jahr auf's Neue - oder doch?

Beziehung hält Enttäuschung über Geschenke aus

An Heiligabend liegt doch dann das falsche Parfüm unterm Baum - der Münchner Paarberater Stefan Ruzas warnt: "Auf keinen Fall sofort darüber diskutieren!" Besser, sagt Ruzas, man sagt es bei einem gemütlichen Spaziergang in den Tagen nach Weihnachten. "Offen darüber reden, dass einem das Geschenk nicht gefällt - aber wertschätzend und achtsam." Aber es gibt Fälle, da ist Schweigen doch das Beste. "Bei meiner Schwiegermutter habe mich dann doch nicht beschwert über ein völlig unpassendes Geschenk", gibt Ruzas zu.


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