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Versicherungswechsel Kfz-Versicherung: Zahlen Sie auch zu viel?

Ihre Autoversicherung wird teurer? Bis zum 30. November können Sie kündigen - aber schauen Sie sich vorher erst mal Ihren Vertrag genauer an: Da geht meist noch einiges!

Stand: 22.10.2019

Überraschte Frau | Bild: mauritius-images

Haben Sie auch schon Post von Ihrem Kfz-Versicherer bekommen? "Wir haben Ihre Beiträge anpassen müssen", steht da oft gleich am Anfang des Briefs. Auf gut Deutsch heißt das meist: Ab nächstem Jahr wird's teurer. Sie sollten deshalb aber trotzdem nicht gleich automatisch die Kündigung rausschicken: Erst Ihren Versicherungsvertrag an den folgenden Punkten prüfen. Und dann handeln.

Wie kann ich bei der Kfz-Versicherung sparen?

  • Sparen kann man oft bei den Jahreskilometern. "Denn die geben viele Versicherte zu hoch an", sagt Kfz-Versicherungsexperte Bruns von der Zeitschrift Finanztest: "Wenn man 20.000 km angibt, aber nur 15.000 fährt, zahlt man schnell 10 bis 15 Prozent zu viel."
  • Auch bei der Zahlungsweise sind ein paar Euro plus drin: "Wer vierteljährlich zahlt, zahlt  5 bis 10 Prozent mehr als bei jährlicher Zahlung", so Bruns.
  • Sparpotenzial bietet auch der Punkt "Fahrerkreis": Wenn viele Personen Ihr Auto fahren dürfen, also auch Freunde oder Nachbarn, kostet das. Und zwar doppelt so viel, als wenn nur Sie selbst und Ihr Ehepartner hinter dem Steuer sitzen dürfen.
  • In der Kaskoversicherung können Sie durch die Werkstattbindung bis zu 20 Prozent  sparen: Dabei verpflichten Sie sich, Ihr Auto im Schadenfall nur in eine der Werkstätten zu bringen, die mit dem Versicherer kooperiert.
  • Überdenken Sie auch Ihren Versicherungsbedarf: Ist die Vollkasko wirklich noch sinnvoll oder ist das Auto so alt, dass auch eine Teilkasko ausreichen würde?
  • In Sachen Selbstbeteiligung rät Bruns zu 150 Euro in der Teilkasko und 300 Euro in der Vollkasko. Tut man das nicht, zahlt man deutlich drauf - zwischen 10 bis 30 Prozent. Wählt man eine höhere Selbstbeteiligung, spart man nicht wirklich, so der Versicherungsexperte.

Manchmal sorgen Sie schon mit einem Anruf bei Ihrer Versicherung für bessere Konditionen

Unser Tipp: Manchmal hilft auch schon ein einfacher Anruf bei der Versicherung, wo man einfach mal nachfragt, warum es schon wieder teurer geworden ist. "Da kann es schnell sein, dass der Sachbearbeiter einen Neukundenrabatt aus dem Hut zaubert oder einen Altkunden-Bonus - und man dann plötzlich doch 50 oder 100 Euro weniger bezahlt", so Finanztest-Experte Bruns.

Wie viel kann ich konkret sparen?

"Das kommt immer darauf an, wie viel man derzeit bezahlt in seinem Tarif", sagt Versicherungsexperte Bruns. "Jemand, der nur 300 Euro im Jahr bezahlt, wird vielleicht nur 50 Euro sparen können durch einen Wechsel als jemand, der schon bei 1000 Euro im Jahr liegt."
Beispiel: Ehepaar, beide 45 Jahre alt, fahren einen VW Passat. Beim günstigsten Versicherer in einem günstigen Tarif würden sie 291 Euro im Jahr bezahlen; beim teuersten Tarif 1.012 Euro.

Was sollte meine Kfz-Versicherung haben?

  • Deckungssumme: Die Deckungssumme in der Kfz-Haftpflicht sollte möglichst hoch sein. Versicherungsexperte Michael Bruns von der Zeitschrift Finanztest rät: "100 Millionen Euro pauschal - das bieten viel Versicherer für 2 bis 3 Euro Aufpreis an, und das sollte man unbedingt mitnehmen."
  • In der Kasko-Versicherung sollte grobe Fahrlässigkeit ausgeschlossen sein. Fehlt diese Klausel in Ihrer Police, darf die Versicherung Ihnen die Entschädigung kürzen oder sogar komplett streichen, wenn Sie einen groben Fehler gemacht haben, etwa eine rote Ampel überfahren haben.
  • Wenn Sie sich vor kurzem ein neues Auto gekauft haben, sollten Sie über eine Neuwerterstattung nachdenken: Damit verpflichtet sich der Versicherer für 12 oder manchmal sogar 24 Monate, den ursprünglichen, vollen Kaufpreis zu ersetzen. Für Versicherungsexperte Bruns durchaus sinnvoll: "Da ein nagelneues Auto ja schon mit der ersten Zulassung schlagartig an Wert verliert, schützt Sie diese Vereinbarung etwa bei Diebstahl oder bei einem Totalschaden vor größeren finanziellen Verlusten."
  • Viele Versicherer kommen bei Wildunfällen nur für die Schäden auf, die von Haarwild verursacht wurden, also etwa Rehen oder Wildschweinen. Fliegt Ihnen dagegen etwa ein Fasan vor die Scheibe, ist das nicht mitversichert. Versicherungsexperte Bruns meint dazu: "Besser ist es, wenn der Vertrag sich nicht auf bestimmte Tierarten beschränkt, sondern einfach 'alle Tiere' einschließt."
  • Genau hinschauen sollten Sie auch bei der Klausel zu Marderbissen. Die Schäden allein sind meist nicht schlimm - ein paar durchgebissene Schläuche könnten Sie für kleines Geld ersetzen lassen. Das eigentliche Problem: Wenn Sie nicht bemerken, dass etwa ein Kühlschlauch durchgebissen ist und sich deshalb einen kapitalen Motorschaden einfangen, dann wird es teuer. Im Vertrag sollten daher nicht nur die Bisse, sondern auch die damit verbundenen Folgeschäden abgesichert sein. "Da sollten mindestens 3.000 Euro drin sein", so der Finanztest-Experte.

Nett anzusehen, aber im Auto unerwünscht - lesen Sie Marder im Auto: Was wirklich gegen angenagte Kabel hilft

Wie kündige ich rechtzeitig?

Die Kündigung muss zum Stichtag bei der Versicherung vorliegen

Kündigungstermin ist jedes Jahr für die allermeisten Verträge der 30. November; das bedeutet, dass der Vertrag dann zum 31. Dezember ausläuft. Wenn Sie kündigen wollen, muss Ihr Schreiben also am 30. November bei der Versicherung vorliegen. Da dieser Tag in diesem Jahr (2019) ein Samstag ist, sollten Sie Ihre Kündigung also so abschicken, dass sie am Freitag, den 29.11. ankommt.


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