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Versicherungen kündigen Bei diesen Versicherungen müssen Angehörige schnell sein

Wenn ein Angehöriger stirbt, haben Hinterbliebene nicht lang Zeit zu trauern, sie müssen in den ersten drei Tagen nach dem Todesfall aktiv werden. Besonders bei zwei Versicherungen eilt es.

Stand: 06.04.2018

Den Papierkram regeln: schwierig für trauernde Angehörige | Bild: dpa/picture alliance

Nicht alle Versicherungen enden mit dem Tod des Versicherungsnehmers, der Großteil muss von den Hinterbliebenen gekündigt werden. Tritt durch den Tod eines Angehörigen der Versicherungsfall ein, also muss der Lebens- oder Unfallversicherer zahlen, sind die Fristen für die Angehörigen kurz.

Bei Unfalltod: Unfallversicherung benachrichtigen

Stirbt ein Mensch bei einem Unfall und hatte eine Unfallversicherung abgeschlossen, haben die Angehörigen nur 48 Stunden Zeit, um den Tod zu melden. Hintergrund: Die Leistungen, die die Versicherung auszahlt, hängen von der Ermittlung der Unfallumstände durch den Versicherer ab. Wenn nötig, leitet das Unternehmen eine Obduktion des Verstorbenen in die Wege. Wer hier mit der Meldung zu lange zögert, riskiert, dass es Schwierigkeiten bei der Zahlung durch die Versicherung gibt.

Lebensversicherung Meldefrist

Auch mit der Meldung an die Lebensversicherung sollten sich Angehörige beeilen:

"Hatte der Verstorbene eine Lebens- oder Sterbegeldversicherung, haben Angehörige 24 bis 72 Stunden Zeit, den Tod des Versicherungsnehmers zu melden, zum Beispiel per E-Mail oder Fax an das Unternehmen."

Finanztest 4/2018

Und diese Unterlagen braucht man dazu, so der Bund der Versicherten, wie für die meisten anderen Versicherungskündigungen:

  • Den Versicherungsschein/die Police im Original. (Vorher unbedingt eine Kopie machen)
  • Amtliche Sterbeurkunde mit Angabe von Alter und Geburtsort. (Die bekommt man beim zuständigen Standesamt oder lässt sie vom Bestatter beantragen)
  • Amtsärztliches Zeugnis über die Todesursache

Zusätzlich verlangen viele Versicherer noch eine Geburtsurkunde des Verstorbenen.

Privathaftpflicht endet mit dem Tod

In den ersten drei Tage nach dem Tod des Angehörigen sollte man den Tod bei der Lebensversicherung melden.

Alle Versicherungen, die personenbezogen sind, müssen nicht eigens gekündigt werden, denn sie enden mit dem Tod des Versicherten.

Dazu gehören zum Beispiel eine Privathaftpflicht, die die verstorbene Person für sich als Einzelperson abgeschlossen hatte. Dennoch ist es auch bei einer Privathaftpflicht wichtig, den Versicherer möglichst bald zu informieren, denn die gezahlten Beiträge werden anteilig rückerstattet, die Rückzahlungssumme aber erst ab dem Tag der Meldung berechnet, so der Bund der Versicherten.

Bei einer Familienhaftpflichtversicherung kann eine mitversicherte Person die Versicherung normalerweise übernehmen, indem sie die nächste Prämie zahlt. Die mitversicherten Personen einer Familienhaftpflicht sind bis zur nächsten Beitragsfälligkeit weiterhin versichert.

Krankenversicherung auflösen

Die gesetzliche Krankenversicherung endet ebenso mit dem Tod des Versicherten. Waren Familienmitglieder über den oder die Verstorbene mitversichert, müssen sie sich an die Krankenkasse wenden und ihre Weiterversicherung mit der Kasse zeitnah regeln. Das Gleiche gilt für private Krankenversicherungen: Sie endet mit dem Tod des Versicherten, wer mitversichert war, muss sich um den eigenen Versicherungsschutz kümmern.

Auch bei der Pflegeversicherung muss man den Verstorbenen abmelden.

Hausratversicherung schützt auch die Erben

"Nach dem Tod des Versicherungsnehmers besteht maximal zwei Monate weiterhin Versicherungsschutz", so der Bund der Versicherten zum Thema Hausratversicherung. Wird sie gekündigt, wird der Jahrebeitrag anteilig zurückgezahlt. Zieht man als Erbe in das Haus oder die Wohnung des Verstorbenen ein, kann man dessen Hausratversicherung übernehmen.

Hausbesitzerhaftpflichtversicherung kündigen

Sogenannte sachbezogene Versicherungen müssen von den Erben immer schriftlich gekündigt werden. Eine- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung "erben" die Angehörigen, die Immobilie und Grund vom Verstorbenen erben. Es gibt in diesem Fall kein Sonderkündigungsrecht, die Versicherung kann nur drei Monate zum Vertragsablauf gekündigt werden. Dasselbe gilt für die Wohngebäudeversicherung.

Kfz-Versicherung kündigen

Eine Kfz-Versicherung endet normalerweise mit der Abmeldung des Fahrzeugs. Der Erbe oder die Erbin übernehmen die Versicherung automatisch. Sie kann an die eigenen Bedürfnisse und Fahrgewohnheiten angepasst werden. Die Versicherung darf dabei den Beitrag anheben, in vielen Fällen kann man den Rabatt durch Schadensfreiheit - wie früher üblich - auch als Verwandter nicht übernehmen. Man muss auf jeden Fall so bald wie möglich die Versicherung informieren, wenn man das Auto des Verstorbenen weiter nutzen möchte. Ein außerordentliches Kündigungsrecht hat man in diesem Fall nicht.

Testament richtig aufsetzen

Wer sein Testament richtig verfasst, erspart seinen Lieben viel Ärger: Testament und Erbe richtig aufsetzen.


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