Bayern 1


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Wanderer folgt GPS-Track in Steilwand Urlauber aus 800 Höhenmetern über dem Königssee gerettet

Es war eine neunstündige Rettungsaktion in stockfinsterer Nacht: Ein Urlauber am Königssee hatte sich in der Wand des Feuerpalfens verstiegen und gegen 21 Uhr die Bergwacht alarmiert. Er war seinem GPS-Gerät gefolgt und drohte abzustürzen.

Von: Christine Haberlander und Christoph Dicke

Stand: 16.04.2018

Bergwachteinsatz am Königssee | Bild: BRK BGL

In der Nacht von Sonntag auf Montag konnte die Bergwacht einen erschöpften 58-jährigen Wanderer rund 800 Meter oberhalb des Königssees aus einem schneebedeckten Steilgelände bergen. Der Urlauber war zunächst mit dem Boot zur Halbinsel Sankt Bartholomä gefahren, dann über den verfallenen Oberlahnersteig bis zur Saletalm am Südostufer gewandert.

GPS-Track auf Armbanduhr lotst Urlauber in die Wand

Der Wanderer gab an, seinem GPS-Track auf seiner Uhr gefolgt zu sein, wobei er am Ostufer immer weiter durch das Steilgelände des Feuerpalfens aufstieg und schließlich ohne Licht und Seil in die Dunkelheit geriet. Kurz nach 21 Uhr gab der Mann auf und wählte den Notruf.

Ortung vom Königssee aus

Die Bergwachte musste den 58-Jährigen zunächst orten und fand ihn von einem Rettungsboot der BRK-Wasserwacht vom Königssee aus in dem Steilhang gegenüber St. Batholomä. Ein Aufstieg vom Ufer aus war nicht möglich, weshalb zwölf Einsatzkräfte der Berchtesgadener Bergwacht mit Fahrzeugen bis zur Gotzentalalm fuhren.

Rund 250 Meter tief abgeseilt

Vom oberhalb der Alm gelegenen Aussichtspunkt mussten sich die Bergretter dann in einer sehr aufwendigen Aktion rund 250 Meter tief bis zu dem Urlauber abseilen, ihn sichern und dann am Seil nach oben ziehen. Die Wasserwacht konnte den Mann vom Boot aus nach wie vor im Hang sehen und lotste die Kameraden von der Bergwacht per Funk anhand der Lichtquellen (Handy etc.) zum Einsatzort.

Der Mann war unverletzt, hatte allerdings seinen Rucksack verloren, der über die Wandstufen abgestürzt war und nicht mehr geborgen werden konnte. Um 5 Uhr in der Früh hatten sie den Bergwanderer sicher ins Tal gebracht.


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Bergprofi, Dienstag, 17.April, 08:04 Uhr

2. Urlauber aus 800 Höhenmetern .....Verantwortungslos (und Dummheit?)

Verantwortungslos und DuMm-dumm. Es nimmt überhandt- die Verantworungslosigkeit und die Dummheit und/oder das "kalkulierte Risiko", man(m) wird ja schliesslich gerettet, so ein Heliflug(hier jetzt zwar nicht), noch dazu gratis, hat schon was, oder.
Dem Einkommen u n d den Vermögensverhältnissen entsprechend, solche Leute die Kosten für die Einsätze zahlen lassen, ohne Wenn und Aber.
Auch die Einsatzkräfte riskieren ihr Leben und Gesundheit und haben Frau und Kinder daheim. Da muss sich schnellstens was ändern.
Ein Unglück kann immer passieren, aber so was ist grob fahrlässig..

  • Antwort von Müller, Dienstag, 17.April, 09:17 Uhr

    Der Vorfall ist nun wirklich KEIN Unglück, sondern pure Dummheit ! Zahlen sollte ohne Rücksicht auf Einkommen- und Vermögensverhältnisse, finanzielle Haftung kennt auch keine soclhe Kriterien ! Gegen dieses Risiko kann man sich auch versichern oder ist durch Mitgliedschaft entsprechender Vereine versichert

  • Antwort von Erwin, Dienstag, 17.April, 09:27 Uhr

    Gegen Dummheit kann man sich versichern?

Cosi , Montag, 16.April, 22:19 Uhr

1. Denken dann Handeln!

Wie kommt jemand dazu in eine Wand einzusteigen , vor allen Alleine.
Die Lawinengefahr ist im Frühjahr auch nicht ohne.Anstatt nur GPS Track auch zusätzlich eine Karte mitnehmen. Gesunder Menschenverstand ist besser als sich auf GPS Geräte verlassen.

  • Antwort von Wolfgang, Dienstag, 17.April, 08:48 Uhr

    Und ganz praktisch, ein Armband-Spielzeug-GPS-Gerät hält mit der kleinen Batterie nicht lange durch, die Batterie kann nicht gewechselt werden.
    ein Wander-Radfahr-outdoor-GPS arbeitet mit wechselbaren Mignonzellen und hält um 15h durch.
    Papierkarte, Taschenlampe, Wärmeschutzdecke, Regenkleidung, Verbandszeug gehört auch in den Rucksack.