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Schutz vor einem Einbruch So werden Sie nicht zum Einbruchs-Opfer

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Haus oder Ihre Wohnung nicht zur leichten Beute für Einbrecher werden. Tipps von der Polizei, wie Sie Ihr Heim schützen können.

Stand: 05.11.2018

 Ein als Einbrecher verkleideter Mann hebelt ein Fenster auf.  | Bild: picture-alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

Einbruch - oft in Erdgeschosswohnungen und Einfamilienhäuser

Terrassentüren oder Kellerfenster sind der Hauptangriffspunkt für Einbrecher. Sie sind in wenigen Sekunden aufgehebelt, und dafür müssen sie nicht mal gekippt sein. Um es dem Einbrecher so schwer wie möglich zu machen, empfiehlt Wolfgang Trespe vom Bayerischen Landeskriminalamt: Fenster und Türen mit Sicherheitsschlössern aufrüsten.

Der "mechanische Grundschutz" gilt als beste Abwehr. Weitere Maßnahmen wie aufmerksame Nachbarn oder Zeitschaltuhren am Lichtschalter, schaden nicht. Sie können einbruchssichere Schlösser dennoch nicht ersetzen. Wenn es der Geldbeutel zulässt, können Sie auch über eine Alarmanlage oder Videoüberwachung nachdenken.

Hochwertiges Sicherheitsschloss verwenden

Wolfgang Trespe warnt davor, sich Sicherheitsschlösser aus dem Internet oder aus China zu kaufen. Besser: Sie informieren sich bei einer Kriminalberatungsstelle. Bayernweit gibt es 33 solcher Einrichtungen. Hier finden Sie die Ansprechpartner: Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen in Bayern.

Bei einer kostenlosen Vorortbesichtigung wird Ihr Haus geprüft und auf mögliche Schwachstellen hingewiesen. Auch welche Vorrichtung für Sie am besten geeignet ist, erfahren Sie bei diesem Termin und Sie erhalten eine Liste mit Fachfirmen.

Wo wird am häufigsten eingebrochen

In freistehende Einfamilienhäuser wird tatsächlich am häufigsten eingebrochen, gefolgt von kleineren Mehrfamilienhäusern und Reihen- und Doppelhäusern. Das sind die Erkenntnisse der Sonderkommission Wohnungseinbruch des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West.

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Ja und nein. Tatsächlich ist die Einbruchsrate in solchen Wohnungen geringer. Doch ganz sicher können Sie auch hier nicht sein. Schnell kann der Einbrecher, zum Beispiel mit dem Postboten, in den Hausflur gelangen. Ein Sicherheitsschloss ist also auch an der Wohnungstür im 2. oder 3. Stock ratsam.

Achten Sie darauf, dass Kellertüren immer zugeschlossen sind, und machen Sie nie ohne Rückmeldung über die Sprechanlage die Tür auf.

Wenn Sie verreisen, sollten Sie Ihre Nachbarn informieren. Dringen dann Geräusche aus der Wohnung, können sie die Polizei verständigen.

Wann wird am häufigsten eingebrochen

Dass Einbrecher nur am Abend und in der Nacht zuschlagen, ist übrigens nicht wahr. Vielmehr ist es so, dass eingebrochen wird, wenn die Bewohner der Wohnung nicht zu Hause sind:

"Bei den Tatzeiten kristallisierte sich heraus: Ab 14 Uhr stieg das Einbruchsrisiko und erhöhte sich ab 17 Uhr nochmals, ab 20 Uhr reduzierte es sich wieder auf Normalniveau."

Soko Wohnungseinbruch, Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

Die gute Nachricht: Die Zahl der Einbrüche ist in den Jahren 2016 und 2017 gesunken. Im Winterhalbjahr gibt es mehr Einbrüche als im Sommer, so das Bundeskriminalamt.

Einbrecher im Haus - was tun?

Besser erst mal nicht aufräumen, das erschwert die Spurensicherung.

So verwegen es klingt, machen Sie dem Einbrecher deutlich: Er ist nicht allein. Die meisten Täter scheuen die Konfrontation, so Wolfgang Trespe. Schalten Sie das Licht an, verhalten Sie sich ruhig und rufen Sie die Polizei.

Sollte der Täter geflohen sein, räumen Sie nicht auf. Denn die meisten Einbrecher werden durch hinterlassene Spuren überführt – zum Beispiel DNA-Spuren.

Tipps Einbruchsschutz Polizei

  • Auch bei kurzer Abwesenheit Terrassen- und Balkontür und Fenster immer schließen.
  • Gekippte Fenster sind offene Fenster, so die Polizei.
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verloren haben, umgehend den Schließzylinder auswechseln.
  • Haustür nicht nur schließen, sondern immer zweifach abschließen.
  • Bei Haustüren mit Glasfüllung innen nie Schlüssel stecken lassen.
  • In Mehrfamilienhäusern: Hauseingang, Keller- und Bodentüren immer geschlossen halten.

So verhindern Sie einen Einbruch in der Urlaubszeit

Damit Ihre Wohnung oder Ihr Haus während Ihres Urlaubs nicht zum Ziel für Einbrecher werden, sollte nicht ersichtlich sein, dass Haus oder Wohnung gerade leer stehen:

  • Tageszeitung für die Urlaubszeit abbestellen: An einem überquellenden Briefkasten lässt sich leicht erkennen, dass Sie nicht zuhause sind.
  • Briefkasten vom Nachbarn leeren lassen.
  • Keine Kletterhilfen wie Leitern oder Gartenstühle herumliegen lassen: Besser alles in den Keller räumen. Achten Sie vor allem auch auf Stellen, die von der Straße oder Nachbarhäuser nicht einsehbar sind.
  • Nicht über Social Media bekannt machen, dass und wie lange Sie verreisen: "Wir genießen die zwei Wochen in Spanien sehr." Wer so etwas bei Facebook oder Instagram postet, erfreut nicht nur Freunde, sondern auch potenzielle Einbrecher.
  • Keinen Ersatzschlüssel im Außenbereich verstecken: Wenn Freunde die Blumen gießen sollen, macht es der Schlüssel im Garten einfacher. Die klassischen Verstecke kennen aber auch die Einbrecher - und nutzen sie gerne aus.
  • Vorsicht bei Gepäckanhängern: Sein Gepäckstück mit Namen und Adresse zu markieren, ist absolut sinnvoll. Vor allem, wenn nach der Flugreise der Koffer weg ist. Damit aber nicht jeder Ihre Adresse sehen kann, sollten Sie das Schild im Koffer aufbewahren, so dass es schnell gefunden wird.

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