Bayern 1


10

Sportplatz Eltern am Spielfeldrand

Eltern fiebern bei einem Fußballspiel der eigenen Kinder oft mehr mit als die Kinder selbst. Leider werden sie oft agressiv und beleidigend. Wir haben sechs goldene Regeln für Eltern und Zuschauer auf dem Sportplatz aufgestellt.

Stand: 16.04.2018

Jubelnde Kinder im Fußballtrikot | Bild: mauritius-images

Ein Fußballfan ist insgeheim immer der besserer Trainer, das glauben viele zumindest. In der Bundesliga wird dieses Phänomen oft belächelt. Für Trainer und Schiedsrichter von Kinder- und Jugendmannschaften werden die Zuschauer jedoch immer häufiger zu einem echten Problem. Denn Eltern werden am Spielfeldrand immer aggressiver.

Mütter, die nervös am Spielfeldrand auf und ablaufen, Väter, die ihre Söhne wüst beschimpfen und den Schiedsrichter beleidigen sind keine Seltenheit im Kinderfußball. Am Spielfeldrand vergessen viele Eltern, dass sie auch auf dem Sportplatz eine Vorbildfunktion haben.

Ein Beispiel: BAYERN 1 Redakteurin Christiane Scherm berichtet von einer Mama, die ihren Sohn immer wieder "Jetzt lauf doch endlich" hinter her brüllt und ein paar Minuten später die Tribüne wütend verlässt mit den Worten: "Ich kann mir das nicht länger anschauen."

Mit einem solchen Verhalten üben übermotivierte Eltern einen enormen Leistungsdruck auf ihren Fußballnachwuchs aus, der hier fehl am Platz ist. Immerhin geht es im Kinder- und Jugendfußball viel mehr um die Gemeinschaft und das Team und weniger um den tatsächlichen Sieg am Ende des Spiels.

Sechs goldene Regeln für Eltern und Zuschauer

Hier die sechs goldenen Regeln von BAYERN 1 für Eltern und Zuschauer auf dem Sportplatz zum Ausdrucken und Aufhängen:

1. Ein Kind bleibt ein Kind, auch wenn es Fußballschuhe und ein Trikot anhat.

2. Sie dürfen sich zu Hause gerne Tiernamen geben, die Kinder sollten von solchen "Liebkosungen“ aber verschont bleiben.

3. Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift, nicht, wenn die Pfeife am Spielfeldrand schreit.

4. Wer meint die Regeln besser zu kennen als unsere Schiedsrichter, ist herzlich eingeladen regelmäßig bei uns zu pfeifen.

5. Wenn Sie glauben der bessere Trainer zu sein: Wir freuen uns, Sie demnächst dreimal wöchentlich in unserem Betreuerteam begrüßen zu dürfen.

6. Fairplay ist keine englische Popband.

Fairplay Liga

Auch der bayerische Fußballverband beschäftigt sich seit einiger Zeit mit diesem Thema. Er hat dazu die sogenannte "Fairplay Liga" ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um drei einfache Regeln, die den Trainern und Schiedsrichtern im Umgang mit Eltern und Kindern helfen sollen.

Abstand vom Spielfeldrand
Eltern und Zuschauer müssen einen Mindestabstand von 15 Meter zum Spielfeldrand einhalten. Dadurch ist es auf dem Feld ruhiger. Die Eltern stehen zu weit weg um Einfluss auf die Kinder nehmen zu können und die Kinder können sich auf das Spiel konzentrieren.

Beide Trainer sind ein Team
Zu Beginn des Spiels treten die Trainer der gegnerischen Mannschaft als Team auf. Dies stärkt bei allen das Bewusstsein, dass Beleidigungen nichts auf dem Fußballplatz zu suchen haben. Der Wettkampf soll fair und sauber ablaufen. Der Verlierer sucht zuerst den Fehler bei sich und nicht beim Schiedsrichter.

Ohne Schiedsrichter spielen
In einem Spiel ohne Schiedsrichter übernehmen die Kinder selbst mehr Verantwortung. Es liegt damit in ihrer Macht, ob das Spiel fair abläuft. Falls die Spieler mal nicht weiter wissen, können die Trainer helfen.

Mehr Zivilcourage

Selbstverständlich gibt es auch vernünftige Eltern am Spielfeldrand, die ihre Kinder positiv anfeuern und sich mit ihnen freuen. BAYERN 1 Redakteurin Christiane Scherm berichtet, dass diese gegenüber aggressiven Väter und Müttern häufig nur den Kopf schütteln, jedoch nicht eingreifen.

Sollten Sie selbst ein Elternteil eines Fußballkindes sein, beweisen Sie in Zukunft mehr Courage. Sprechen Sie agressive Mütter und Väter auf deren Verhalten an und machen Sie deutlich, dass Beleidgungen am Spielfeldrand Nichts zu suchen haben.


10