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Frage der Woche Videobeweis - Abschaffen oder weitermachen?

Seit einem halben Jahr wird im deutschen Fußball über den Videobeweis gestritten und diskutiert, die Testphase ist bald vorbei. Soll er danach abgeschafft werden?

Stand: 15.12.2017

Blick in einem Videoassistcenter auf die Monitore | Bild: picture-alliance/dpa

Mehr als 1000 Mal hat der Video-Assistent während der Bundesliga-Hinrunde die Entscheidung eines Schiedsrichters überprüft. 35 Mal wurde eine Entscheidung danach auch korrigiert. 27 Mal erwies sich dieser Eingriff als richtig. Das sagt die interne Statistik des Deutschen Fußball-Bundes, veröffentlicht von der Deutschen Presse-Agentur. Klingt also gar nicht so schlecht.

Auch am letzten Spieltag gab es lobende Beispiele wie bei den Elfmetersituationen im Spiel Schalke gegen Augsburg. Das klare Foul von Schalkes Oczipka an Augsburgs Gregoritsch wurde vom Schiedsrichter übersehen, der Videoassistent griff korrekterweise ein. Es gab Elfmeter. Zudem traf FCA-Keeper Hitz den Schalker Harit im Strafraum am Fuß. Der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Eine zumindest vertretbare und in keinem Fall eindeutig falsche Entscheidung, weshalb der Videoassistent nicht intervenierte. Dagegen hätte der Videoassistent beim Spiel Freiburg gegen Gladbach nicht eingreifen müssen, um dem SC Freiburg einen „Kann-Elfmeter“ zuzusprechen. Für viele Fans, Spieler und Verantwortliche müssen die Entscheidungen des Videoassistenten aber immer korrekt sein, entsprechend ausführlich werden Fehler kritisiert, während gelungene Einsätze kaum einmal der Rede wert sind.

Die große Frage ist weiterhin: Wann genau soll der Videoassistent eingreifen und wann nicht? Das ist immer noch nicht für alle Beteiligten zweifelsfrei geklärt. Aufgrund großer Schwierigkeiten der Interpretation des Begriffs „klare Fehlentscheidung“ hat das International Football Association Board (IFAB), die höchste Regelbehörde des Fußballs, die Formulierung geändert. Damit der Video-Assistent eingreifen dürfe, müsse nun eine „klare und offensichtliche Fehlentscheidung“ vorliegen. Um die Nachvollziehbarkeit des Prozederes in den Stadien zu verbessern, sollen in Zukunft wie in den USA und Australien auch in Europa Bilder der umstrittenen Szenen auf den Videoleinwänden gezeigt werden. Insgesamt, so die Meinung der Regelhüter nach der bisherigen Testphase, an der sich elf Nationen beteiligen, ist der Videobeweis etwas zu häufig zum Einsatz gekommen, insbesondere in Deutschland. Hierzulande sind die Diskussionen auch deutlich hitziger als in einigen anderen Ländern.

Der wohl wichtigste Termin liegt im März 2018. Dann wird der Weltverband FIFA entscheiden, ob die Technik auch bei der WM in Russland genutzt wird oder nicht. Ob sie im Fußball dauerhaft eingesetzt wird oder es bei einer Testphase bleibt. Die Tendenz ist eindeutig: Auch die FIFA will den Videobeweis. Eine Änderung der Verfahrensweise, etwa die Einführung eines Challenge-Systems, ist kein Thema.

Was meinen Sie? Kriegt man die Kinderkrankheiten des Videobeweises bald in den Griff oder sollte er komplett abgeschafft werden?

Abstimmung

Videobeweis - Abschaffen oder weitermachen?

Diese Abstimmung ist keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR.de, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.


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Michael, Samstag, 16.Dezember, 17:18 Uhr

15. videobeweis verhindert zumindest die krassen Fehlentscheidungen von früher

Klar der Videobeweis hat seine Schwächen in engen Situationen, aber er ist letztlich eine Unterstützung des Schiedsrichters der den Videobeweis immer noch ignorieren könnte.

Man hat ja immerhin die Hoffnung dass der Videobeweis verbessert wird und Fehlinterpretationen seltener werden. Läßt man den Schiedsrichter wieder alleine werkeln, wird es auf alle Ewigkeit auch die Momente geben in der der Schiedsrichter ein Foul verpennt und sich daraus ein Tor entwickelt.

Claudia Clever, Samstag, 16.Dezember, 17:11 Uhr

14. Meine Meinung zur Frage der Woche

Sehr geehrtes BR1-Heute im Stadion-Team,
mir ist eine sofortige "Bauchentscheidung" eines Schiedsrichters - auch wenn sie falsch sein sollte - lieber, als das aktuell ewige Hin und Her mit dem Videobeweis. Denn auch wenn ein Spieler nach einer roten Karte aufgrund des Videobeweises nur eine gelbe Karte erhält und deshalb weiter spielen darf, habe ich das Gefühl, die Videobeweis-Entscheidungen sind oft umstrittener als man es evtl. zur Einführung hin eingeschätzt hat.

Walter Sölch, Samstag, 16.Dezember, 17:05 Uhr

13.

Der Videobeweis geht voll in Ordnung. Der Fußball wird gerechter.
Gerade im Hinblick auf die Mannschaften in der hinteren Tabellenhälfte.
Bei denen gleicht sich nichts im Laufe einer Saison aus.
Allerdings sollte die Entscheidung, ob es Videoentscheid gibt, beim Schiri bleiben und
bei den Trainern - Vorschläge wurden hier schon einige gemacht.
In anderen Sportarten funktioniert er auch und die Zuschauer warten in aller Ruhe,
bis die Entscheidung getroffen worden ist.
Im Fußball geht es heute um zu viel Geld, als dass man alles beim Alten bleibt.

Videoentscheid - völlig richtig

Christopher Pabst, Samstag, 16.Dezember, 16:54 Uhr

12. Fingierte Probleme

Der Videobeweis ist eine sinnvolle Neuerung im deutschen Fussball, der ein wirksames Mittel gegen die Eingriffe der Wettmafia sein kann.

Und von dieser enorm starken Einflussgruppe, die mit zweistelligen Millionenbeträgen jonglieren kann, rührt wohl auch ein großer Teil des Störfeuers her, das nun viele Fans nachvollziehbarer Weise stört. Und diese Strategie, um den Viedobeweis wieder loszuwerden, scheint hervorragend aufzugehen.

Es kann doch nicht sein, dass eine Videoaufnahme strittig diskutiert wird. Die Bilder sind eindeutig und wir als Schiedrischter, Spieler und Fans doch nicht dumm - außer, wir lassen uns für dumm verkaufen.

Bitte weiterhin mit Videobeweis. Aber eben vernünftig und unaufgeregt. Danke.

Paul Belaj, Samstag, 16.Dezember, 16:49 Uhr

11. Nicht Videobeweis problematisch sondern Uneindeutigkeit der Regeln

Das Problem ist nicht der Videobeweis, sondern die Uneindeutigkeit der Regeln und deren Auslegung. Es kann mir heute nach wie vor keiner eindeutig in allen Fällen sagen, wann eine angeschossene Hand tatsächlich zu ahnden ist oder nicht und dann nützt eine Zeitlupe auch nichts.
Es macht außerdem einen Unterschied in der Wahrnehmung aller, ob der Ball an der Mittellinie an die Hand springt oder im 16er. Oder nehmen wir einen leichten Körperkontakt an der Mittellinie oder im 16er, wo natürlich der Stürmer natürlich sofort fällt...
Es sollte nur der Schiedsrichter bei eigenen Zweifeln die Situation überprüfen können und pro Halbzeit jede Mannschaft ein mal den Beweis fordern und dann wird sich alles einpendeln.