Bayern 1 - Heute im Stadion


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Frage der Woche Die Bundesliga im internationalen Geschäft: Was läuft schief seit 2013?

Seit dem deutsch-deutschen CL-Finale ist die Luft raus in der Liga. Der FC Bayern holt eine Meisterschaft nach der anderen, der Rest dackelt hinterher, auch international. Wurde die Bundesliga von Spanien und England abgehängt? Und wie kann man wieder wettbewerbsfähig werden?

Stand: 06.04.2018

Der BVB steht sinnbildlich für die schwache Bundesliga | Bild: picture-alliance/dpa

Vor allem in der Europa League haben die deutschen Vereine in dieser Saison eine peinliche Vorstellung abgeliefert. Hertha, Hoffenheim und Köln in der Gruppe raus und der über Jahre so starke BVB nahezu chancenlos gegen das kleine Salzburg im Achtelfinale. Und auch in der Champions League haben sich die Teams bisher nicht mit Ruhm bekleckert. Die Hoffnungen ruhen - mal wieder - auf dem FC Bayern. In der Liga wird der FCB Jahr für Jahr deutscher Meister mit riesigem Vorsprung. Dahinter ist das Niveau ausgeglichen – und überschaubar. „Viele Spiele sind mehr Gemurkse als sonst was“, hat Stuttgarts Nationalspieler Mario Gomez schon im letzten Jahr gesagt. Sie seien geprägt von „Druck, Angst, Nervosität und Einfach-nur-den-Arsch-retten-wollen.“

Spanier und Engländer stärker

Gerade die spanischen Mannschaften zeigen deutlich besseren Fußball und sind viel erfolgreicher: Jeweils fünf Titelgewinne in Champions- und Europa-League in den letzten acht Jahren. Und die englischen Vereine haben deutlich mehr Geld. Zum einen durch Investoren, zum anderen durch üppige TV-Verträge. Von 2016 bis 2019 nehmen die Premier-League-Vereine insgesamt rund 7 Milliarden Euro ein. In Deutschland sind es seit Sommer 2017 bis 2021 4,64 Milliarden Euro.

Maßnahmen?

Wie kann die Bundesliga da auf Sicht mithalten? Fällt beispielsweise die 50+1-Regel, dann könnten sich Investoren einkaufen.

Eine Gehaltsobergrenze wie im US-Sport ist ebenfalls ein Thema. Auf Grund der anderen Struktur der Profiligen ist dies allerdings auch einfacher umzusetzen. Der "Salary Cap" legt fest, welche Gesamtsumme ein Klub pro Saison an Spielergehältern bezahlen darf. Zuletzt äußerte sich dazu Nationalspieler Matthias Ginter, der meint, dass die Liga durch Gehaltsobergrenzen "dann ein bisschen ausgeglichener wird. Das wäre eine Chance für kleinere Vereine wie den SC Freiburg zum Beispiel, der dann im Verhältnis vielleicht auch mehr investieren könnte.“

In den USA gibt es zudem in einigen Sportarten das „Draft-System“. Dabei haben sportlich schwächere Vereine das Erstzugriffsrecht auf Nachwuchsstars, was beispielsweise in der National Hockey League zu einer sehr ausgeglichenen Liga führt, wo auch ein Club aus dem aktuellen Tabellenkeller, durch geschickte Auswahl, innerhalb weniger Jahre wieder an die Tabellenspitze gelangen kann.

Welche Ideen haben Sie? Hat die Bundesliga international den Anschluss verloren und wie könnte sie ihn wiederfinden?


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Kritikwürdig , Sonntag, 08.April, 10:42 Uhr

4. Mögliche Gründe liegen selten beim Trainer!

Was wird einem Top-Spieler neben einer guten Entlohnug und einem schlagkräftigen Verein wichtig sein? Ich bin sicher, er wird großen Wert auf sein Lebensumfeld und die Lebenqulität legen. Und in Deutschland gibt es doch nur sehr wenige Städte, die eine ordentliche Lebensqualität, gute Wetterbedingungen und erträgliche Freizeitangebote für internationale Top Fußballer anbieten. In Italien, Spanien aber auch in England, darf der Topspiel seinen Selbstdarstellungsdrang noch ausleben, seine Sportwagen zeigen und Spaß damit haben. Hierzulande herrscht doch nur noch der Neid und die Bevormundung, und ganz nüchtern, wer die Wahl hat, wer möchte in Städten wie Dortmund, Leverkusen, Wolfsburg leben, (ohne die Städte jetzt herabzuwürdigen).
Also, wenn das Umfeld nicht passt, dann muss dass Geld halt alles rausreißen, aber da sind England und andere Länder dem DFB Fußball um Welten voraus.
Bayern München bietet vorgenannte Bedingungen in Deutschlamd noch am Besten inkl. internationale Titel!

Kamil, Samstag, 07.April, 15:08 Uhr

3.

Am Ende ist Fußball im Grunde genommen Kopfsache. Während Sevilla bspw. aus Spanien die Europa League als Möglichkeit erkannt hat, Titel zu holen, besitzt der "Cup der Verlierer" in Deutschland einen eher minderen Stellenwert. Den Bayern am Ende alles in die Schuhe zu schieben, wäre zu einfach. Man wird sich hinterfragen, warum die Leistungsträger der anderen Vereine ihre Verträge nicht verlängern und eher die Herausforderung in München oder im Ausland suchen möchten. Die Kaderqualitäten der Europa League Teilnehmer liegen jedenfalls (noch) nicht hinter jenen aus England, Spanien oder Italien. In den K.O.-Spielen zeigen sich einfach die Mannschaften, welche letztendlich mehr Willen in den Wettbewerb werfen.

Spielt keine Rolex, Samstag, 07.April, 13:40 Uhr

2. Was läuft schief seit 2013?

Ein Verein kauft von der Konkurrenz die besten Spieler weg bzw. nimmt sie kostenlos nach Vertragsende: Ballack, Klose, Lewandowski, Goretzka, Hummels etc. Die Liga bedankt sich mit nationaler Langeweile und fehlendem internationalen Erfolg.

  • Antwort von Alfred Haas, Samstag, 07.April, 17:34 Uhr

    Als Dortmund-Aktionär sehe ich das schon etwas differenrt.
    Es gibt halt Spieler, die wollen zumindest einmal in ihrem Leben die Champions-Liga gewinnen.
    Wo ist die Wahrscheinlichkeit dafür groß? Bei Bayern oder spanischen Vereinen - vielleicht in Zukunft bei englischen (oder Paris?) Vereinen?
    Aber auch andere Bundesligevereine kaufen anderen die guten Spieler weg. Freiburg und Hoffenheim gelten ja immer noch als Selbstbedienungsladen wegen ihrer guten Jugendarbeit.
    MfG
    Alfred Haas

Simon Gröbner, Langenau, Samstag, 07.April, 13:12 Uhr

1.

Viele der vermeintlichen Spitzenvereine in der Bundesliga machen es sich zu leicht und reden immer nur vom unerreichbaren FC Bayen, anstatt wirklich einmal den Kampf anzunehmen und zu versuchen den Bayern auf die Pelle zu rücken. Natürlich wird in München seit Jahrzehnten überragende Arbeit abgeliefert und darin liegt ein weiteres Hauptproblem. Andere Teams haben Probleme im Management und Vorstandschaft (z.B. Wolfsburg), wieder andere ein völlig überzogenes Anspruchsdenken (z.B. Schalke).
Um international wieder mitzuhalten, müssen die Bundesligateams auch mal wieder Fußball spielen wollen und nicht nur reagieren.