Bayern 1


25

Scottish Highlands Das Highland-Kalb, das so gerne ausbüxt

Ein Kalb, für das das Gras auf der anderen Seite einfach immer grüner ist. Die Liesl, ein kleines Weihnachtswunder mit rührender Geschichte, ist in Steinebach am Wörthsee mittlerweile schon bekannt dafür, oft mal stiften zu gehen. Jetzt hat sie deswegen sogar ein Schild mit wichtigen Hinweisen bekommen.

Stand: 14.03.2019

Liesl, ein Scottish Highland Kalb, schaut in die Kamera und frisst Stroh. | Bild: BR/ Bogdan Kramliczek

Ein Scottish Highland-Rind, das einfach ein bisschen freiheitsliebender ist als seine Artgenossen: Wir sprechen hier von der Liesl. Die Liesl ist ein Highland-Kalb, das sich von Zäunen und Drähten nicht aufhalten lässt. Sie büxt ziemlich häufig aus, bleibt dabei aber immer in der Nähe.

Warum büxt das Kalb immer aus?

Warum die Liesl immer stiften geht, das ist eine ganz besondere Geschichte. Bei unserem Besuch erzählt Jakob Aumiller, warum das Kalb so gerne ausbüxt, dabei aber immer in der Nähe bliebt.

Die ersten Lebensstunden des Highland-Kalbs waren nicht so einfach. Liesl trank nicht richtig. Am Morgen nach ihrer Geburt fand Jakob Aumiller, der in Sorge besonders früh zum Stall fuhr, das völlig unterkühlte und hungrige Kalb vor dem Stall. Liesl wurde von Mutter und Herde verstoßen. Der Tierarzt riet, das Tier einzuschläfern. Doch Familie Aumiller nahm das Kalb mit zu sich nach Hause und zog es mit der Flasche groß.
Ausflüge an der Leine waren an der Tagesordnung und nach einiger Zeit durfte Liesl gestärkt und fit wieder zurück zur Herde. Die lassen sie zwar bis heute spüren, dass sie nicht dazugehört, aber das macht der Liesl nichts. Das Kalb hat seinen eigenen Weg gefunden, mit der Situation umzugehen. Dazu gehört es eben, hin und wieder mal auszubüxen.

Eine Infotafel für Liesl

Deshalb hat sich die Familie Aumiller, jetzt etwas überlegt. Am Rand der Weide befestigten sie eine Tafel mit folgendem Text:

"Sehr geehrter Spaziergänger/Radfahrer,


ich bin die Liesl, das Kalb, das frei rum läuft. Leider lassen die anderen mich nie mitspielen, deshalb bin ich draußen. Ich springe über jeden Zaun und man kann mich nicht einsperren. Aber ich entferne mich nie weit von den anderen (ganz allein hab ich doch Angst.)
Mein Papa sagt, es ist okay, wenn ich draußen spiele. Bitte rufe nicht mehr die Polizei an, sonst bekomme ich immer Ärger. Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, ich tu dir nix!"
Danke, Liesl.

Weil die Ausflüge der Liesl schon für den ein oder anderen Polizeieinsatz gesorgt haben und Spaziergänger und Jogger sich häufig Sorgen um das hübsche Kalb gemacht haben, sorgt das Schild jetzt für Klarheit. So konnte die Liesl ihren Kopf durchsetzen und darf einfach ein bisschen frei sein. Ganz offiziell.

Die ganze Geschichte von Liesl im Video:


25