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Oleander Pflege So überlebt Ihr Oleander im Winter

Der Oleander ist als Kübelpflanze sehr beliebt, weil er so robust ist. Im Sommer genügt es, ihn regelmäßig zu gießen. Im Winter ist die Pflege allerdings etwas aufwändiger. Tipps von BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner.

Stand: 02.12.2020

Rose Blüten eines Oleanders | Bild: mauritius-images

Ist mein Oleander winterfest?

„Die meisten Oleandersorten überstehen den Winter in Bayern im Freien nicht,“ so BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner. Nur die Sorten Nerium villa romaine, Nerium atlas, Nerium italia und Nerium cavalaire sind vermeintlich winterhart. Sie ertragen Frost bis minus zehn Grad. Alle anderen Arten überstehen gelegentliche Fröste bis etwa minus fünf Grad, aber keinen Dauerfrost.

Olander schneiden im Herbst?

Bevor Sie Ihren Oleander in das Winterquartier stellen, sollten Sie die Pflanze auf Schädlinge kontrollieren. Sollte es im Winterquartier nicht sehr viel Platz geben, dann können Sie den Oleander auch leicht zurückschneiden.

"Der Oleander setzt seine Blüten bereits im Herbst an. Wenn Sie ihn zurückschneiden, könnte es also sein, dass er im kommenden Jahr nicht blüht. Wenn Sie Platzprobleme im Winterquartier haben, könnten Sie sich besonders lange Triebe aussuchen, die Sie dann komplett herausschneiden."

Karin Greiner, BAYERN 1 Pflanzenexpertin

Entfernen Sie dabei kahle oder zu lange Triebe bodennah. Haben Sie keine Platzprobleme, dann warten Sie mit dem Schnitt besser bis zum Frühjahr.

Oleander überwintern

Der Oleander liebt mediterranes Klima. Von Frühjahr bis Herbst sollte er an einem sonnigen, möglichst wind- und regengeschützten Ort stehen. Dort braucht er im Sommer reichlich Wasser - an heißen, windigen Tagen sogar bis zu drei Mal täglich. 

Hellen und gut belüfteten sollte das Winterquartier für Oleander sein.

Im Herbst oder frühen Winter stellen Sie Ihren Oleander an einen hellen und gut belüfteten Ort, dessen Temperatur zwischen zwei und zehn Grad liegt. Am besten wäre ein kalter Wintergarten oder ein unbeheiztes Gewächshaus. Wer diese Möglichkeiten nicht hat, der kann den Oleander in den Wintermonaten auch in den Keller stellen. Es gilt: Je dunkler der Raum ist, desto niedriger muss die Überwinterungstemperatur sein.

Bringen Sie die Pflanze so spät wie möglich ins Winterquartier, das macht Sie noch robuster. Solange keine strengen Fröste anstehen, ist der Orleander nahe am Haus und eingepackt in ein bisschen Vlies am besten aufgehoben.

Im Winter sollten Sie den Oleander seltener gießen. Es reicht, wenn Sie die Pflanze einmal die Woche auf Wassermangel und eventuelle Schädlinge wie Läuse, Spinnmilben und Oleanderkrebs untersuchen.

Oleanderkrebs

Oleanderkrebs tritt leider sehr oft bei Oleanderpflanzen über den Winter hinweg auf. Sie erkennen die Krankheit an dunklen, aufgerissenen Stellen an Trieben und Blütenstielen. Zuerst sterben klitzekleine Gewebestellen auf den Blättern ab, und die Samenkapseln verkrüppeln. Die abgestorbenen Gewebestellen werden rasch größer und es kommt zu dunklen und rissigen Wucherungen. Im Laufe der Zeit sterben oberhalb des Krebses die Triebe ab. Verantwortlich für Oleanderkrebs ist ein bestimmtes Bakterium. Dagegen gibt es leider kein biologisches oder chemisches Mittel. Die einzige Möglichkeit ist, die betroffenen Triebe herauszuschneiden und zu entsorgen.

Oleander im Frühling

Meisten kann der Oleander schon im April wieder ins Freie. Die Pflanzen vertragen niedrige Temperaturen und leichte Nachtfröste gut. Wenn Sie Ihren Oleander aber in wärmeren Räumen überwintert haben, dann sollten Sie ihn idealerweise erst nach den Eisheiligen Mitte Mai wieder nach draußen bringen. Manchmal haben die Pflanzen dann im Winterquartier neue Triebe gebildet, die stark frostgefährdet sind. Die erste Zeit im Freien sollte Oleander geschützt im Schatten stehen, damit er sich nach und nach an die neuen Bedingungen gewöhnen kann.

Oleander zurückschneiden

Damit Ihr Oleander viele Blüten trägt, sollten Sie ihn regelmäßig zurückschneiden. Seien Sie beim Rückschnitt vorsichtig: Alle Pflanzenteile, auch der Pflanzensaft, sind giftig. Tragen Sie also unbedingt Handschuhe.

Im Winter braucht der Oleander wenig Wasser.

Kürzen Sie alte Triebe auf eine Länge von 10 bis 15 Zentimeter. So treiben sie kräftig aus und tragen im Folgejahr Blüten. Jüngere Triebe weniger stark schneiden, dabei auf die Blütenstände achten: Werden diese entfernt, blüht der Oleander im selben Jahr nicht mehr. Der Frühling ist zudem ein guter Zeitpunkt, um Oleander mit frischer Erde und Dünger zu versorgen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, Oleander zu schneiden: vorsichtig oder rabiat. Beim vorsichtigen Schneiden entfernen Sie nur alte Zweige, immer bis ganz unten. Dadurch bleibt die Pflanze gleichmäßig und blüht auch weiterhin. Bei der rabiaten Methode schneiden Sie alle Triebe komplett weg. Das heißt aber auch, dass Sie ein bis zwei Jahre auf Blüten verzichten müssen, dafür wächst die Pflanze aber schön dicht und üppig nach.

Oleander umpflanzen

"Wenn Sie gute Erde verwendet haben, reicht es, wenn Sie den Oleander nach zwei oder drei Jahren umtopfen. Damit Sie nicht immer größere Kübel benötigen, können Sie den Wurzelballen rundherum um ein Drittel verkleinern. Danach pflanzen Sie den Oleander in denselben Topf und geben frische Erde dazu."

Karin Greiner, BAYERN 1 Pflanzenexpertin

Ab und zu umtopfen schadet dem Oleander nicht – im Gegenteil. Die Erde ist durch das häufige Gießen im Sommer ausgelaugt. Weil Oleander dichte, schwere Böden lieben, sollten Sie keine Blumenerde, sondern normale Gartenerde verwenden.


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