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Neuer Wein Was den Wein 2018 besonders macht

Nach dem langen, heißen Sommer rechnen Experten mit einer besonders guten Weinernte. Erfahren Sie hier, was den diesjährigen Wein so besonders macht und ab wann er zu bekommen ist.

Stand: 02.10.2018

Eine Frau verköstigt ein Glas Rotwein | Bild: mauritius-images / Udo Bernhart /

Die Superlative starteten 2018 bereits mit der frühesten Weinlese seit Beginn der Aufzeichnungen. Durch den heißen April und Mai kam es zu einer frühen Rebenblüte und somit auch zu einer frühen Rebenreife. Durch die langanhaltende Trockenheit waren die Trauben sehr gesund und es gab weniger Pilzbefall.

Und dennoch empfindet Ernst Büscher Ressortleiter der Presse beim Deutschen Weininstitut den Begriff Jahrhundertwein als schwierig, er bestätigt aber, dass wir es 2018 definitiv mit einem Ausnahmewein zu tun haben werden.

"Vom Basissegment bis zum Spitzensegment wird es gute Weine geben."

Ernst Büscher

Denn nicht nur die Trauben an sich sind in diesem Jahr besonders wohl gereift, auch der gesamte Ertrag ist höher als gedacht, meint Ernst Büscher.

Woran erkennt man guten Wein?

Geht man vom Weißwein aus, so macht diesen vor allem ein ausgeprägter, sortentypischer Geschmack aus. So hat der Riesling ein leichtes Pfirsich-Aroma und der Weißburgunder eine Note von Zitrone im Geschmack.
Beim Rotwein ist die Farbe oft ein Kriterium. Hier sollten die Gerbstoffe eher weich sein. In diesem Jahr gab es beste Voraussetzungen für die Farbe, so Ernst Büscher.

Der Zuckergehalt definiert die Qualität

Je mehr Sonne auf die Rebe fällt, desto mehr Zucker entwickelt die Traube. Zucker, der in der Gärung zu Alkohol wird.

Durch den langen, heißen Sommer haben auch Trauben, die früher geerntet wurden, einen so guten Zuckergehalt, dass auch das Basissegment qualitativ hochwertig sein wird. Laut der Erntebilanz des fränkischen Weinbauverbands sind die Gewinner des Weinjahres 2018 der Silvaner und die roten Rebsorten. Durch die langandauernde Hitze sind vor allem die spätreifen Rebsorten im Vorteil.

Zudem haben die Winzer aus dem heißen Sommer 2003 gelernt. Damals haben einige Weinbauern den Lesezeitpunkt verpasst und es gab vermehrt schwere Weine auf dem Markt. Generell sind deutsche Weine nicht für ihre Schwere bekannt, wie zum Beispiel spanische oder italienische Weine. Doch wenn wir einen Sommer wie in Südfrankreich haben, dann entwickeln sich auch die Trauben dementsprechend und man muss zu einem früheren Zeitpunkt die Ernte antreten.

Wann gibt es die ersten 2018er Weine?

Am 25. September 2018 haben die beiden ersten Weine aus 2018 die Qualitätsweinprüfung bestanden und durften damit im Verkauf starten. Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut stellt jedoch klar, dass die besseren Qualitäten erst noch reifen müssten. So können wir im Frühjahr beziehungsweise im Herbst 2019 mit Weißweinen und erst 2020 mit bestimmten Premiumrotweinen rechnen.


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