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Mehltau So vermeiden Sie Mehltau

Sie kennen den typischen weißen Belag auf Blättern! Mehltau ist eine der häufigsten Krankheiten bei Pflanzen. Woran Sie den Pilz erkennen, wie Sie ihn wieder loswerden und vorbeugen können, verrät BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner.

Stand: 09.08.2019

Frau zwischen Pflanzen | Bild: mauritius-images

Hinter dem Namen Mehltau verstecken sich über 100 Arten eines Pilzes, die ganz unterschiedliche Pflanzen befallen. Mehltau befällt Rosen ebenso wie Apfelbäume, Tomaten, Gurken, Salate, Karotffeln oder Kürbisse.

Mehltau lässt sich in zwei Gruppen unterteilen: Echter Mehltau (Erysiphaceae) und Falscher Mehltau (Peronosporaceae). Die beiden Arten unterscheiden sich grundlegend in ihrer Genetik und ihren Ansprüchen. Auf den ersten Blick sind die beide Pilze sehr ähnlich: Auf den Blättern der Pflanzen bildet sich ein weißlicher bis grauer Belag. Der Echte Mehltau sitzt außen auf der Oberseite des Blattes und lässt sich zu Beginn des Befalls noch leicht abwischen. Der Falsche Mehltau befällt die Blattunterseite. Er bildet eine frauviolette Schichte auf den Blättern. Auf der Blattoberseite sind nur Aufhellungen oder gelbliche Flecken zu sehen. der falsche Mehltau dringt mit seinem Myzel in das Blattgewebe ein und kann deswegen nicht abgewischt werden.

Echter Mehltau

Ist das Wetter schön und weht eine laue Brise, werden die Sporen von Echten Mehltaupilzen verbreitet. Ein Gewitterregen reicht, damit die Pilzsporen auf den Blättern anfangen zu wachsen. Anders als beim falschen Mehltau ist der Echte jeweils auf eine bestimmte Pflanzenart spezialisiert. So kann er keine benachbarten Pflanzen anstecken.

"Abhilfe schafft oft ein scharfer Rückschnitt und sorgfältige Hygiene. Entfernen Sie also sämtliche befallenen Pflanzenteile."

Karin Greiner, BAYERN 1 Pflanzenexpertin

Falscher Mehltau

Der falsche Mehltau tritt vor allem in Sommern auf, in denen es viel regnet, dann wieder sehr heiß und am nächsten Tag empfindlich kalt ist. Bei diesen Schwankungen können die Blätter der Pflanzen kaum richtig austrocknen. Das feuchte Klima auf den Blättern ist der perfekte Nährboden für den Falschen Mehltau.

"Der Pilz wächst vor allem an den Blattunterseiten aus den Blättern heraus und bildet dort einen grauweißen Belag, der sich kaum abwischen lässt – hier entstehen neue Sporen, die wiederum andere Pflanzen infizieren."

Karin Greiner, BAYERN 1 Pflanzenexpertin

Besonders gefürchtet ist der Falsche Mehltau an Gurken, wo er nicht selten die gesamte Ernte vernichtet. An den Gurkenblättern werden zuerst kantige gelbe Flecken sichtbar, wie eine Art Mosaik. Dann geht alles rasend schnell: Die Blätter trocknen von den Rändern her ein, werden faulig und fallen ab. Dann hilft nur noch Entfernen und Entsorgen der befallenen Pflanzen. Sie können die Blätter mit guten Gewissen auf den Kompost werfen, denn Blattpilze serben auf dem Kompost ab. Natürlich können die Sporen sich durch Wind weiter ausbreiten. Das lässt sich aber nicht vermeiden, auch wenn Sie alle Blätter peinlich genau zusammenkehrt und mit dem Hausmüll entsorgt ist es dafür meist schon zu spät.

Mehltau bekämpfen

Wenn Ihr Pflanze vom Echten Mehltau befallen ist, dann empfiehlt Karin Greiner folgendes Hausmittel:  Mischen Sie ein Päckchen Backpulver (oder drei Teelöffel Natron), einen Esslöffel Soja- oder Rapsöl auf drei Liter Wasser und geben Sie dazu einen kleinen Tropfen Spülmittel. Besprühen Sie die Pflanzen mit der Mischung.

Damit der Falsche Mehltau keine Chance hat, sollten Sie Ihre Gurken mit großem Abstand pflanzen. Zwischen die Blätter der Pflanzen muss viel Luft kommen. Wenn Sie ein Gewächshaus haben, dann lüften Sie es, so oft es geht. Niemals die Blätter beim Gießen mit Wasser befeuchten. Bevorzugen Sie mehltauresistente Gurkensorten und düngen Sie ausgewogen.

Mehltauresistente Pflanzensorten

In den letzten Jahren wurden immer mehr Pflanzen gezüchtet, die gegen Mehltau resistent sind. Vor allem bei den Rosen und den Nutzpflanzen hat die Züchtung große Fotschritte gemacht. Die sogenannten ADR-Rosen sind zum Beispiel mehltaufest. Auch unter den Apfelsorten gelten die sogenannten Re-Züchtungen wie ‘Regine’ und ‘Rewena’ als widerstandsfähig, außerdem die Sorte ‘Topaz’. Vom Spinat und Feldsalat gibt es ebenfalls viele Züchtungen, die kaum noch vom Falschen Mehltau befallen werden.

Erfahren Sie hier mehr Pflanzentipps von Karin Greiner.


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