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Lokal kaufen Corona - und wie wir kleine Läden online unterstützen können

Kleinere Geschäfte, Restaurants, Buchhandlungen: Sie alle trifft die Corona-Krise hart. Was wir tun können, um sie zu unterstützen. Plus Tipps für Ladenbesitzer.

Stand: 31.03.2020 | Archiv

Buchhändler sitzt in seiner Buchhandlun an einem Tisch und liest ein Buch | Bild: mauritius images

Ladenbesitzer trifft die Coronakrise besonders hart. Alle Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Wir haben Tipps für Sie, wie Sie Einzelhändler vor Ort und die lokale Gastronomie unterstützen können.

Der wichtigste Rat vorab: Fast alle kleinen Geschäfte besitzen eine Homepage oder Facebook-Seite, haben einen eigenen Onlineshop. Dazu sagt Bernd Ohlmann vom Handeslverband Bayern: "Ein Drittel der rund 60.000 bayerischen Einzelhandelsunternehmen verkauft auch online, über einen eigenen Onlineshop oder über einen Marketplace." Informieren Sie sich - bei vielen kleineren Buchhandlungen, Spielwarenläden, Sportgeschäften können Sie online bestellen und liefern lassen. Und in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen? "Online-Handel und Online-Lieferdienste sind erlaubt. Gegen die Selbstauslieferung der Ware spricht also derzeit nichts", so eine Sprecherin des Bayerischen Wirtschaftsministeriums.

Ostergeschenke beim kleinen Spielzeugladen online bestellen, auch, wenn es etwas mehr kostet oder Gutscheine erwerben für die Zeit nach Corona beim Kleidergeschäft: Diese Solidarität kann viel bewirken.

Bücher online bestellen - das geht ganz einfach

Entweder Sie bestellen Ihr Buch direkt bei Ihrer Buchhandlung vor Ort online oder einfach über libri.de. Dort haben viele Buchhandlungen einen eigenen Shop.

Tipps für die kleinen Läden, um online gut aufgestellt zu sein:

  • Achten Sie in Ihrem Facebook Profil darauf, dass der Link zu Ihrer Website funktioniert.
  • Zeigen Sie sowohl bei Facebook als auch auf Ihrer Homepage möglichst auf den ersten Blick, was der Versand kostet und wie bezahlt werden kann.
  • Achten Sie darauf, dass die Bezahlmethoden, die Sie anbieten, auch funktionieren, zum Beispiel PayPal. Das geht am besten, indem Sie selber mal einen Bestellvorgang "durchspielen"
  • Bieten Sie den Service offensiv an. Wenn das beispielsweise bei Facebook mit einem Bildpost passiert, bedenken Sie: Nichts auf dem Bild lässt sich einfach anklicken. Also schreiben Sie Ihre Kontaktmöglichkeiten wie Telefonnummer oder Emailadresse nochmal in den Text zum Bild. Das macht es den Kunden, die auf dem Smartphone surfen, einfacher, Sie zu kontaktieren.
  • Geben Sie ein Impressum an - so wissen die Kunden, dass es sich um eine seriöse Seite handelt.

Wenn Sie noch keinen Online-Shop haben oder Unterstützung brauchen, um Ihr Lieferangebot bekannt zu machen: Wenden Sie sich an lokale Wirtschaftsverbände, den Gewerbeverein oder Ihre Gemeinde- oder Stadtverwaltung, so der Tipp von Roman Heimbold von Atalanda, dessen Firma lokale Verkaufsplattformen aufbaut. Seine Erfahrung: "Gerade jetzt sind die Städte extrem aktiv und es ist immer besser, wenn man nicht als Einzelkämpfer unterwegs ist."

Essen bei der Lieblingsgaststätte holen oder Gutscheine kaufen

Lokalhelden - schnell ein Gasthaus in der Nähe finden: Eine Initiative von Radio BAYERN 3, der Genussakademie und dem Bayerischen Hotel- und Gaststätten: Bei www.lokal-helden.bayern finden Sie auf einer Übersichtskarte alle Wirte von Cafés, Bars und Gaststätten, die weiterhin kochen und einen Abhol- oder Lieferdienst für ihre Speisen anbieten. Für Wirte ist die Anmeldung bei den Lokalhelden kostenlos, die Anmeldung findet sich hier: www.lokal-helden.bayern/registrierung

Viele kleinere Restaurants und Gaststätten bieten jetzt an, dass man sich Essen für zu Hause abholt oder dass sie es sogar liefern. Halten Sie beim Abholen auf jeden Fall die Abstandsregeln ein. Und zahlen Sie am besten mit Karte. Ein großzügiges Trinkgeld ist dabei sicher eine gute Idee. Auch beim Lieblingsgasthaus kann man Gutscheine kaufen für die Abendessen nach der Corona-Krise.

Hofläden: Viele Direktvermarkter liefern

Auch bei vielen Direktvermarktern kann man online bestellen und bekommt die Produkte per Post oder Lieferdienst.

Produkte aus lokalen Geschäften kaufen - bequem online

In einigen Städten gibt es bereits Internetportale, auf denen lokale Produkte vermarktet werden und Kunden lokal einkaufen können. Eine Gutscheinaktion soll zum Beispiel in Nürnberg Einzelhändler unterstützen, zu finden ist sie auf erlebnisnuernberg.de. In Ingolstadt lokale Geschäfte unterstützen - das geht auch auf dem Portal orderlocal.de. Auch in Rosenheim können Sie den Einzelhandel unterstützen: cityguide-roesenheim.de.

Produkte aus den Geschäften vor Ort finden Sie in diesen bayerischen Städten und Regionen online - zum Beispiel in Altmühlfranken, Simbach a.Inn, Günzburg, Pfaffenhofen an der Ilm oder Freilassing.

Initiativen helfen dem Handel

Auch einige Initiativen wollen Geschäften und Betrieben helfen zu überleben. Besonders mit Online-Plattformen auf lokaler Ebene. In München zum Beispiel hat die Stadt die Initiative miagehn.online angeschoben, die ist gedacht für kleinere Betriebe und Geschäfte, die weniger als 15 Mitarbeiter haben. Start soll bereits der 1. April sein.

In Ingolstadt gibt es die Initiative "Unternehmen helfen Unternehmen" - hier zu finden: ingolstadt-ifg.de.

Augsburger helfen, indem sie auf dem Portal "Rette deinen Lieblingsladen" einkaufen: rette-deinen-lieblingsladen.de

Das sind alles nur Beispiele - in nahezu jeder Stadt oder Gemeinde gibt es mittlerweile Anstrengungen, dem Handel in der eigenen Gemeinde, Stadt oder Region zu helfen. Gute Informationsquelle sind für Verbraucher die jeweiligen Homepages der Gemeinde und Städte.

Noch viele andere Aktionen, wie Menschen der Corona-Krise begegnen und sich gegenseitig helden, finden Sie unter #Gemeinsamsindwirstark.


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