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Lohnfortzahlung Kinderbetreuung Wie funktioniert das neue Kinderkrankengeld?

Eltern sollen wegen Corona mehr Anspruch auf freigestellte Tage mit finanzieller Unterstützung bekommen. Wie funktioniert das erweiterte Kinderkrankengeld? Ab wann gilt's?

Stand: 18.01.2021 | Archiv

Kinderbetreuung | Bild: mauritius-images

Gerade die Eltern jüngerer Kinder stehen in der Corona-Pandemie immer wieder vor einem Betreuungsproblem, wenn Kitas und Schulen schließen oder gar Quarantänemaßnahmen umgesetzt werden müssen. Um sie zu unterstützen, haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am 5. Januar eine Ausweitung des Kinderkrankentageregelung beschlossen. Der Bundestag hat der Regelung am 14. Januar zugestimmt, der Bundesrat hat am 18. Januar in einer Sondersitzung darüber positiv abgestimmt.  

Jeder Elternteil kann 2021 pro Kind unter 12 Jahren bis zu 20 Kinderkrankentage in Anspruch nehmen; Alleinerziehende analog pro Kind 40. Das sind doppelt so viel Tage wie normalerweise. Wichtig dabei: Eltern sollen diese Tage auch dann beanspruchen können, wenn ihr Kind nicht krank ist, sie aber keine anderweitige Betreuung für es finden können. Etwa, weil Kita oder Schule geschlossen sind, aber die Kontaktbeschränkungen keine andere Lösung erlauben. Die Regelung soll rückwirkend ab 5. Januar gelten.

Wann bekomme ich Lohnfortzahlung wegen Kinderbretreuung - also Kinderkrankengeld

Das Krankengeld wird es nun aber auch geben, wenn Schulen und Kitas geschlossen sind oder der Zugang eingeschränkt ist. Auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten können, können das Geld beantragen. Der Anspruch gilt nur für gesetzlich Versicherte. Die Regelung gilt rückwirkend zum 5. Januar 2021.

Was muss ich tun, um das Corona-Kinderkrankengeld zu bekommen?

Wie beantrage ich diese Sondertage? Für den Antrag soll eine Bescheinigung von Schule oder Kita über die Schließzeit reichen.

Wer finanziert das Kinderkrankengeld

Finanziert werden diese zusätzlichen Kinderkrankentage aus Steuergeldern, der Bund will den Krankenkassen dafür zunächst 300 Millionen bereitstellen.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?

Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes und wird von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Ist das Kind nicht krank, aber Kita und Schulen sowie andere Betreuungseinrichtungen sind geschlossen, sollen Eltern eine Bestätigung der Einrichtung über den Zeitraum der Schließung bei der Krankenkasse einreichen.

Der normale Ablauf: Der Kinderarzt stellt dem betreuenden Elternteil eines kranken Kindes eine Bescheinigung aus, auf der genau festgehalten wird, wer sich wie lange um das kranke Kind kümmert und deshalb nicht arbeiten kann. Diese Bescheinigung schicken die Eltern an die Krankenkasse, die dann die Zahlung veranlasst.

Wie viele Tage bekommt man normalerweise frei wenn Kind krank?

Jedes Elternteil darf pro Kind und Kalenderjahr normalerweise 10 Kinderkrankentage nehmen, Alleinerziehende doppelt so viel, also 20. An diesen Tagen werden sie von ihrer Arbeit freigestellt; die Krankenkasse übernimmt.


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