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Lidzucken Was gegen Augenzucken hilft

Das Lid zuckt und das nervt. Was die Ursachen für das Lidzucken sein können und wann wir zum Arzt müssen.

Stand: 25.03.2022

Frau vor einem Laptop im Homeoffice reibt sich die Augen | Bild: mauritius images

Plötzlich fängt das Lid an zu zucken und zu flattern. Das Augenzucken fühlt sich so stark an, dass wir sicher sind, es muss für andere ganz deutlich zu sehen sein. Und das irritiert noch mehr. Keine Sorge: Das Zucken vergeht in den allermeisten Fällen schnell wieder und ist nichts Ernstes.

Augenzucken

Im Home-Office in Corona-Zeiten, wenn der Arbeitsplatz nicht so ergonomisch eingerichtet ist wie im Büro und meist auch nicht so gut beleuchtet, kann es schnell dazu kommen, dass die Augen durch die Arbeit am Rechner überlastet werden. Deshalb ist es wichtig, auf gute Beleuchtung aus verschiedenen Quellen, die richtige Sitzhaltung und Blickrichtung zu achten. Außerdem sollten wir unseren Augen regelmäßige Pausen gönnen - aus dem Fenster in die Ferne blicken oder die Augen für eine Minute schließen.

Auge zuckt - Ursachen

Meist sind Überlastung, Schlafmangel, zu viel Koffein oder zu viel Alkohol, oder zu lange Bildschirmarbeit die Ursachen dafür, dass das Ober- oder das Unterlid zuckt. In manchen Fällen kann es auch durch eine Erkrankung des Auges ausgelöst werden. Das können eine noch unentdeckte geringfügige Sehschwäche sein, eine Allergie, eine Lidrandentzündung (medizinisch: Blepharitis) oder eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis).

Trockene Augen

Trockene Augen durch zu wenig Tränenflüssigkeit oder ein Fremdkörper im Auge können auch das Lid zucken lassen.

Der Augenarzt macht zuerst eine Anamnese, in der er unter anderem zum Beispiel bestehende Allergien, verschiedene in der Familie auftretende Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Rheuma sowie berufliche und familiäre Belastungen abfragt. Der Augenarzt wird auch abklären, welche Tabletten Sie regelmäßig einnehmen, denn manche Medikamente wie zum Beispiel orale Verhütungsmittel, Betablocker oder Psychopharmaka können ein sogenanntes "trockenes Auge" hervorrufen, auch "Office-Eye-Syndrom" genannt. Das kann Ursache für das Zucken des Lids sein.

Sind trockene Augen länger ein Problem, sollte man sich beim Augenarzt beraten lassen, ob künstliche Tränenflüssigkeit oder andere Augentropfen helfen können.

Sie tragen eine Brille? So wird sie schön sauber: Brille richtig putzen.

Augenzucken

Ein länger auftretendes Lidzucken könnte auch ein Hinweis auf eine Diabeteserkrankung oder Rheuma sein. Könnte, muss nicht. Extrem selten ist ein sogenannter Blepharospasmus, krampfähnliches Lidzucken, das den Betroffenen daran hindert, die Augen offen zu halten. "Das wird mit Botox behandelt, ist aber sehr selten", sagt Professor Dr. Horst Helbig, Sprecher der Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft (DOG).

Mein Lid zuckt - wann zum Augenarzt

Wenn Ihr Lid einige Stunden lang oder einige Tage immer mal wieder zuckt und das Zucken dann verschwindet, müssen Sie nichts tun, außer vielleicht Stress abzubauen und Ihren Augen des öfteren eine Ruhepause zu gönnen.

Wenn Ihr Lid über mehrere Wochen hinweg immer wieder unwillkürlich zuckt und vielleicht sogar Schmerzen am Auge dazukommen, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen.

Lidzucken Therapie

Danach wird der Augenarzt Ihr Auge untersuchen, um entzündliche Erkrankungen am Lidrand, der Lid-Bindehaut und der Bindehaut auszuschließen. Außerdem wird er prüfen, ob bei Ihnen eine Sehschwäche vorliegt. Überanstrengte Augen entspannen sich oft, wenn eine Brille die vorhandene Fehlsichtigkeit ausgleicht.

Zusätzlich wird der Augenarzt prüfen, ob Ihr Auge ausreichend mit Tränenflüssigkeit versorgt ist. Tränenersatzmittel können die Beschwerden lindern und das Lidzucken verschwinden lassen, wenn die Ursache für das Augenzucken ein trockenes Auge ist. Besteht eine Lidrandentzündung oder eine Bindehautentzündung, wird der Augenarzt diese medikamentös behandeln. Oder Sie gegebenenfalls, falls er den Verdacht auf andere Allgemeinerkrankungen wie Diabetes oder Rheuma hegt, für weitere Untersuchungen an andere Fachärzte überweisen.

Magnesium bei Lidzucken

Bei Muskelkrämpfen jeder Art wird gern Magnesium empfohlen. Diese Hinweise liest man im Internet auch bei Lidzucken. Doch, ob Magnsium hier hilft, ist wissenschaftlich nicht bewiesen:

"Ob Magnesium bei Krämpfen tatsächlich hilft, dafür gibt es keine Evidenz. Studien und Daten dazu, ob Magnesium bei Lidzucken helfen kann, gibt es nicht."

Prof. Dr. Horst Helbig, DOG