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Lidzucken Warum das Lid manchmal zuckt und was dahintersteckt

Das Lid zuckt und das nervt. Von außen ist es kaum zu sehen, obwohl es sich ganz anders anfühlt. Was die Ursachen für so ein Lidzucken sein können, wie wir uns helfen können und wann wir zum Augenarzt gehen sollten.

Stand: 16.04.2021 | Archiv

Frau vor einem Laptop im Homeoffice reibt sich die Augen | Bild: mauritius images

Plötzlich fängt das Lid an zu zucken und zu flattern. Das Augenzucken fühlt sich so stark an, dass wir sicher sind, es muss für andere ganz deutlich zu sehen sein. Und das irritiert noch mehr. Keine Sorge: Das Zucken vergeht in den allermeisten Fällen schnell wieder und ist nichts Ernstes.

Lidzucken im Home-Office

Im Home-Office in Corona-Zeiten, wenn unser Arbeitsplatz nicht so ergonomisch ist wie im Büro und meist auch nicht so gut beleuchtet, können wir schnell unsere Augen mit der Arbeit am Rechner überlasten. Deshalb ist es wichtig, auf gute Beleuchtung aus verschiedenen Quellen, die richtige Sitzhaltung und Blickrichtung zu achten. Außerdem sollten Sie Ihren Augen regelmäßige Pausen gönnen - aus dem Fenster in die Ferne blicken oder die Augen für eine Minute schließen.

Ursachen von Lidzucken

Meist sind Überlastung, Schlafmangel, zu viel Koffein, zu viel Alkohol oder zu lange Bildschirmarbeit die Ursachen dafür, dass das Ober- oder das Unterlid zuckt. In manchen Fällen kann es auch durch eine Erkrankung des Auges ausgelöst werden. Das können eine noch unentdeckte geringfügige Sehschwäche sein, eine Allergie, eine Lidrandentzündung (medizinisch: Blepharitis) oder eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Aber auch trockene Augen durch zu wenig Tränenflüssigkeit oder ein Fremdkörper im Auge können das Lid zucken lassen.

Ein länger auftretendes Lidzucken könnte auch ein Hinweis auf eine Diabeteserkrankung oder Rheuma sein. Könnte, muss nicht. Extrem selten ist ein sogenannter Blepharospasmus, krampfähnliches Lidzucken, das den Betroffenen daran hindert, die Augen offen zu halten. "Das wird mit Botox behandelt, ist aber sehr selten", sagt Professor Dr. Horst Helbig, Sprecher der Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft (DOG).

Mein Lid zuckt - wann zum Augenarzt

Wenn Ihr Lid einige Stunden lang oder einige Tage immer mal wieder zuckt und das Zucken dann verschwindet, müssen Sie nichts tun, außer vielleicht Stress abzubauen und Ihren Augen des öfteren eine Pause zu gönnen.

Wenn Ihr Lid über mehrere Wochen hinweg immer wieder unwillkürlich zuckt und vielleicht sogar Schmerzen am Auge dazukommen, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen.

Bei einem "trockenen Auge" kann das Lid zucken

Der Augenarzt macht zuerst eine Anamnese, in der er unter anderem zum Beispiel bestehende Allergien, verschiedene in der Familie auftretende Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Rheuma sowie berufliche und familiäre Belastungen abfragt. Der Augenarzt wird auch abklären, welche Tabletten Sie regelmäßig einnehmen, denn manche Medikamente wie zum Beispiel orale Verhütungsmittel, Betablocker oder Psychopharmaka können ein sogenanntes "trockenes Auge" hervorrufen, auch "Office-Eye-Syndrom" genannt. Das kann Ursache für das Zucken des Lids sein.

Lidzucken Therapie

Danach wird der Augenarzt Ihr Auge untersuchen, um entzündliche Erkrankungen am Lidrand, der Lid-Bindehaut und der Bindehaut auszuschließen. Außerdem wird er prüfen, ob bei Ihnen eine Sehschwäche vorliegt. Überanstrengte Augen entspannen sich oft, wenn eine Brille die vorhandene Fehlsichtigkeit ausgleicht.

Zusätzlich wird der Augenarzt prüfen, ob Ihr Auge ausreichend mit Tränenflüssigkeit versorgt ist. Tränenersatzmittel können die Beschwerden lindern und das Lidzucken verschwinden lassen, wenn die Ursache für das Augenzucken ein trockenes Auge ist. Besteht eine Lidrandentzündung oder eine Bindehautentzündung, wird der Augenarzt diese medikamentös behandeln. Oder Sie gegebenenfalls, falls er den Verdacht auf andere Allgemeinerkrankungen wie Diabetes oder Rheuma hegt, für weitere Untersuchungen an andere Fachärzte überweisen.

Magnesium bei Lidzucken

Bei Krämpfen jeder Art wird gern Magnesium empfohlen. Diese Hinweise liest man im Internet auch bei Lidzucken. Doch, ob Magnsium hier hilft, ist wissenschaftlich nicht bewiesen:

"Ob Magnesium bei Krämpfen tatsächlich hilft, dafür gibt es keine Evidenz. Studien und Daten dazu, ob Magnsium bei Lidzucken helfen kann, gibt es nicht."

Prof. Dr. Horst Helbig, DOG.