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Kurkuma Rezepte Wie gesund ist die gelbe Wurzel?

Kurkuma liegt im Trend. Die gelb-orange Wurzel wird schon lange nicht nur als Gewürz verwendet. Ihr werden sogar heilende Kräfte nachgesagt. Doch wie gesund ist Kurkuma wirklich und wie kann man es verarbeiten?

Stand: 19.11.2019

Kurkumawurzel | Bild: mauritius-images

Curcuma longa

Die Kurkumawurzel hat viele Namen: Gelber Ingwer, Safranwurzel, Gelbwurzel, Gilbwurzel oder auch Curcuma. Die Pflanze gehört zur Familie der Ingwergewächse und kommt ursprünglich aus den tropischen Regionen Asiens. Dort wird die Kurkumastaude über einen Meter hoch und trägt knall-pinke Blüten. An den Wurzeln der Pflanze hängen die kleinen, gelben Knollen, die dem Ingwer ähnlichsehen. Innerhalb der Gattung Curcuma gibt es etwa hundert Arten, die meisten davon sind nicht erforscht. Curcuma longa ist die bekannteste Kurkuma-Sorte.

Kurkuma stammt ursprünglich aus Asien und wir frisch oder als Pulver verarbeitet.

In Indonesien wird mit Kurkuma vorrangig Tee zubereitet und in Indien gehört frischer Kurkuma zu den alltäglichen Gewürzen. In der westlichen Küche kennt man Kurkuma vorrangig nur als ein Teil von Currypulver. Er verleiht der Gewürzmischung ihre typische Farbe und den mild-würzig, erdig-bitteren Geschmack.

Um die Wurzel zu ernten, wird sie ausgegraben, gewaschen und kurz gekocht. Nach dem Schälen wird die Wurzel zehn Tage lang an der Sonne getrocknet. Erst dann kann sie zu Pulver gemahlen werden. Kurkumapulver enthält ätherische Öle, Harze, Eiweiße und Zucker. 2 bis 5 Prozent des Gewürzes sind Curcumin, ein Farbstoff, der für die leuchtende Farbe verantwortlich ist und nur in der Kurkumawurzel natürlich vorkommt. Unter der Bezeichnung E 100 findet sich Curcumin als Färbemittel zum Beispiel in Senf, Margarine und Wurstwaren.

Studien mit Kurkuma

Es gibt mittlerweile sehr viele Studien, die sich mit Kurkuma bzw. dem gelben Farbstoff Curcumin beschäftigen: Kurkuma soll vor Alzheimer schützen, gegen Entzündungen helfen, Magen-Darm-Beschwerden lindern und sogar Krebs vorbeugen. Doch was steckt dahinter?

Laut der deutschen Verbraucherzentralen wurden bisher nur Versuche an Zellkulturen oder Mäusen gemacht, noch nie am Menschen selbst. Zudem wird in allen Studien eine extrem hohe Dosierungen verwendet, die umgerechnet allein durch die Nahrung von einem Menschen nicht aufgenommen werden kann.

Der Kurkumawurzel werden heilende Kräfte zugesprochen.

Zusätzlich betonen die Verbraucherzentralen, dass der Stoffwechsel von Zellen, Nagetieren und Menschen sehr unterschiedlich ist. Curcumin ist schlecht wasserlöslich, daher können nur sehr geringe Mengen vom menschlichen Körper aufgenommen werden. Ein großer Teil wird direkt über den Darm und die Leber wieder ausgeschieden. Die Studienergebnisse sind daher nicht direkt auf den Menschen übertragbar und konnten zum Großteil noch nicht in Humanstudien bestätigt werden.

Trotzdem schüren, die bisherigen Forschungsergebnisse die Hoffnung darauf, dass Kurkuma eine heilende Wirkung in sich verbirgt. Die bisherige Kurkuma-Forschung zeigt, dass Mäuse mit Tumoren länger leben, wenn Sie mit Kurkuma gefüttert werden und auch, dass es bei Mäusen mit Kurkumafutter weniger Ablagerungen im Gehirn gibt, was Alzheimer vorbeugen könnte.

Kurkuma für die Verdauung

Nur eine Sache wurde bereits bewiesen: Curcumin hat eine positive Wirkung auf die menschliche Verdauung. Der Farbstoff regt die Leber dazu an vermehrt Gallensäure zu produzieren. Diese wiederum hilft dem Darm Fette zu verarbeiten. Das heißt, leichte Beschwerden wie Blähungen oder ein Völlegefühl nach dem Essen können durch Kurkuma abgemildert oder vermieden werden.

Ayurvedische Medizin

In der traditionellen ayurvedischen Medizin hat Kurkuma einen festen Bestandteil und eine lange Tradition. Man schreibt der Wurzel eine entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung zu. Deshalb wird sie bei Entzündungen des Darmtraktes oder der Gebärmutter eingesetzt. Aber auch bei Asthma, Husten, Bronchitis und Grippe soll Kurkuma helfen. Traditionell wird Kurkuma wegen der antiallerfischen, blutstillenden, wundreinigenden Wirkung auch auf die Haut aufgetragen bei Ekzemen, Gürtelrose, Quetsch und Schnittwunden. Bei einer Erkältung hilft übrigens nicht nur Kurkuma sondern auch Ingwer und Salbei.

Kurkuma als Arzneimittel

Laut dem Bundesverband der Verbraucherzentralen dienen alle bisherigen Studien zu Kurkuma hauptsächlich der Grundlagenforschung. Die Ergebnisse geben zwar Hinweise darauf, welches Potenzial in Kurkuma steckt, aber dies würde noch nicht ausreichen, um auf eine sichere Wirkung bei einer bestimmten Erkrankung beim Menschen schließen zu können. Die Verbraucherzentralen raten, vor einer Behandlung mit Curcumin unbedingt die Dosierung und mögliche Nebenwirkungen mit einem Arzt zu besprechen.

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