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Kartoffelernte 2018 Warum sind die Kartoffeln so klein?

Kartoffelernte 2018: Wegen der Trockenheit sind Kartoffeln heuer kleiner als sonst. Auch Karotten und Zwiebeln sehen anders aus. Was das für Verbraucher bedeutet.

Stand: 01.10.2018

Karotten und Kartoffeln liegen in einer Holzbox | Bild: mauritius-images

Die Weinbauern freuen sich über eine Rekordernte und auch die Obstbauern sind zufrieden. Doch die Kartoffelernte fällt nach dem trockenen Sommer dieses Jahr schlecht aus. Die Kartoffelbauern ernten 2018 rund ein Viertel weniger Kartoffeln, schätzt das Bundeslandwirtschaftsministerium. Und die Kartoffeln, die geerntet werden, sind auch noch deutlich kleiner.

Die Frühkartoffeln waren noch nicht von der Trockenheit betroffen, aber genau in der Wachstumsphase der mittleren und späten Kartoffelsorten regnete es viel zu wenig: Wenn die Kartoffelpflanze Hitzestress erlebt, schließt sie die Spaltöffnungen ihrer Blätter und stellt erst mal die Fotosynthese ein. Das bedeutet weniger Wachstum und dadurch bleiben die Kartoffeln kleiner.

Ein weiterer Grund für Ernteausfälle: Auf vielen Kartoffelfeldern hatten sich durch die Trockenheit auch Risse in der Erde gebildet. Die Folge: Die unterirdisch wachsenden Kartoffeln bekamen Licht ab. In diesem Fall bildet sich in den Knollen das giftige Solanin und sie färben sich grün. Sie sind dann nicht mehr für den Verzehr geeignet.

Die Kartoffelfelder zu bewässern ist nicht immer möglich und rechnet sich für viele Landwirte auch nicht. Kartoffeln vertragen Hitze und Trockenheit generell nicht gut:

"So sind Zuckerrüben, Raps und Kartoffeln relativ hitzeempfindlich und nur wenig trockentolerant. Die Getreidearten, vor allem Gerste, sind da schon etwas toleranter."

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Kartoffeln werden teurer

Wegen der schlechten Ernte werden die Kartoffelpreise wohl steigen. Die Deutsche Gesellschaft für Landwirtschaft schätzt, dass Verbraucher demnächst um bis zu ein Drittel mehr für Kartoffeln bezahlen müssen.

Kartoffeln für Pommes zu klein

Die schlechte Ernte betrifft natürlich auch alle Kartoffelprodukte wie Chips, Knödelteig, Kartoffelpuffer oder Pommes Frites, denn rund die Hälfte der Speisekartoffelernte in Bayern wird weiterverarbeitet. Die Pommes könnten deswegen demnächst kürzer ausfallen, weil keine großen Kartoffeln gewachsen sind.

"Knollen in Übergrößen, die für die Produktion von Pommes Frites benötigt werden, sind zudem bereits jetzt auf zahlreichen Böden kaum oder gar nicht vorhanden."

Bundesverband der kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) Ende Juli 2018

Da es in ganz Europa trocken war, sind auch Zukäufe aus unseren Nachbarländern kaum möglich.

Kleine Kartoffeln schmecken auch gut

Den Geschmack der Kartoffeln ist unabhängig von ihrer Größe - auch äußerlich sichtbare Trockenheitsschäden wie eine schorfige Schale verändern den Kartoffelgeschmack in keiner Weise, so Experten.

Gemüse kleiner und dünner

Auch beim Gemüse sieht es dieses Jahr nicht besser aus: Die Köpfe von Rot-, Weiß- und Grünkohl fallen in vielen Regionen kleiner aus als üblich, die Mohrrüben sind eher lang, dünn und oft krumm. Viele Äpfel sind durch die Hitze blasser, die Zwiebeln kleiner und mit dünnerer Schale. All das krumme Gemüse wird aber trotzdem seinen Weg in die Supermarkt-Regale finden: In den Rewe- und Penny-Filialen beispielsweise wird bis Anfang 2019 Gemüse und Obst verkauft, das durch die Hitze kleine Schönheitsfehler davongetragen hat. Damit wolle der Konzern die Bauern unterstützen, die unter den Folgen der Dürre zu leiden haben.


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