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Johanni Warum Johanni ein ganz besonderer Tag ist

Die Sommersonnenwende ist am 21. Juni - aber wissen Sie auch, wann der Johannitag ist? Was es mit diesem Tag auf sich hat und wie er bei uns gefeiert wird.

Stand: 16.06.2020

Johannistag | Bild: mauritius-images

"Stich' den Spargel nie nach Johanni" holpert der Reim einer alte Bauernweisheit. Und manch einer von uns kennt von seinen Eltern oder Großeltern vielleicht auch noch die Bezeichnung "Spargel-Silvester" für den Johanni-Tag. Woher kommt das?

Darum ist Johanni ein wichtiger Stichtag für Gärtner und Bauern

Für alle Gärtner und Bauern markiert der Johannistag am 24. Juni einen wichtigen Wendepunkt im Jahr. Im Garten und auf dem Feld beginnt jetzt die Erntesaison, und dafür ist gutes Wetter wichtig - wie auch eine Bauernregel sagt: "Bleibt es an Johanni trocken und warm, macht das den Bauern nicht arm." Doch werden die Tage jetzt auch langsam wieder kürzer, und dadurch nimmt auch das Pflanzenwachstum allmählich ab: "Bis an Johannis wird gepflanzt - das Datum du dir merken kannst" erinnert eine andere Johanni-Bauernregel daher daran, die Pflanzen für die Herbsternte rechtzeitig in die Erde zu bringen.

Johanni - ein wichtiger "Los-Tag" im Bauernkalender

Der Johanni-Tag gehört wie die Eisheiligen oder die Schafskälte zu den sogenannten "Los-Tagen" im Bauernkalender: Sie sollen anzeigen, wie sich das Wetter in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt. Für Johanni heißt es etwa: "Regnet's am Johannistag, regnet es danach noch 14 Tag."

Für andere Pflanzen geht dagegen die Erntezeit mit Johanni zu Ende, wie auch heute noch traditionell für den Spargel (daher der Name "Spargel-Silvester") und den Rhabarber. So haben die Pflanzen bis zum Ende der Vegetationszeit im Herbst genug Zeit, um sich zu erholen und genug Nährstoffe für den Austrieb im nächsten Frühjahr einzulagern. 

Woher kommt der Johanni-Tag?

Der Johannistag am 24. Juni ist das traditionelle christliche Mitsommerfest. Er feiert die Geburt von Johannes dem Täufer, genau sechs Monate vor Weihnachten, der Geburt Jesu. Johanni, wie der Tag oft auch genannt wird, markiert im Jahreslauf den Höhepunkt des Sommers, den Beginn der Erntezeit und zugleich den Zeitpunkt, ab dem die Tage allmählich wieder kürzer werden.

Im traditionellen Johanniskranz werden sieben oder neun Blumen gebunden, wie etwa Klatschmohn, Johanniskraut, Kornblumen, Rosen oder Rittersporn.

Auch heute noch wird der Johanni-Tag auf viele verschiedene Weisen gefeiert, oft auch vermischt mit heidnischen Sonnwendbräuchen, die alle rund um die kalendarische Sommersonnenwende am 21. Juni angesiedelt sind. Dazu gehört etwa der Johannikranz - aus sieben oder neun Kräutern geflochten - der über der Tür oder dem Fenster aufgehängt böse Geister und Dämonen fernhalten sollte.

Auch die Mitsommerfeste im Baltikum und Skandinavien - wie etwa das schwedische "Midsommar" - stehen in der Johanni-Tradition, auch wenn der religiöse Charakter heutzutage weitgehend daraus verschwunden ist. 

Ausschau halten nach Glühwürmchen!

Glühwürmchen sind in den Nächten rund um Johanni besonders häufig zu sehen, da sie jetzt besonders aktiv in Wiesen, Gebüschen und an Waldrändern aus Partnersuche gehen. Daher haben die Leuchtkäfer übrigens auch ihren "Zweitnamen" Johanniswürmchen.

Johannifeuer oder Sonnwendfeuer

Johannisfeuer - allerdings zu hoch zum Drüberspringen.

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni werden vielerorts Feuer entzündet, die traditionell Licht bringen sollten in die Tage, die jetzt dann wieder kürzer werden. Wer sich traut, springt über das Feuer - das soll Gesundheit und Segen bringen. Hält sich ein Paar dabei an den Händen, kündigt das eine baldige Hochzeit an. Die Asche des Johannifeuers wurde früher als Segen auf die Felder ausgebracht.

Johannifeuer auf der Alpspitze im Wettersteingebirge

Im Alpenland sieht man in der Nacht zum 24. Juni an vielen Orten Johannifeuer auf den Gipfel und Flanken der Berge, mit denen der längste Tag und die kürzeste Nacht gefeiert werden.

Was Johanni mit der Schafskälte zu tun hat

Der Johanni-Tag markiert im Bauernkalender das Ende der Schafskälte. Dieser Kälteeinbruch tritt in Deutschland meist zwischen dem 4. und 20. Juni auf - und war 2020 pünktlich wie aus dem Lehrbuch: Wann ist die Schafskälte?


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