Bayern 1 - Experten-Tipps


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Vögel füttern Im Winter: Welches Vogelfutter nutzen?

Soll ich die Vögel in meinem Garten nur bei Schnee und Eis füttern oder auch in einem milden Winter? Kann ich auch noch das Vogelfutter vom Vorjahr verfüttern? Und tun's auch die Meisenknödel aus dem 10-Liter-Eimer? Der BAYERN 1 Umweltkommissar ermittelt.

Von: Alexander Dallmus

Stand: 04.02.2019

Rotkehlchen sitzt im Strauch | Bild: mauritius-images

Geht es nach dem Prinzip "Nur die Harten flattern im Winter durch den Garten", sorgt eisige Kälte für eine natürliche Auslese bei Vögeln. Und das kann ganz schnell gehen, sagt Sophia Engel vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern: "In einem Versuch wurde eine kleine Meise kurzzeitig in einen kalten Käfig gesetzt. Dabei hat sie über Nacht ungefähr zehn Prozent ihres Körpergewichts verbrannt. Das muss sie natürlich erst mal auf den Rippen haben."

Wann sollte man Vögel füttern?

Auch wenn draußen kein Dauerfrost herrscht und - wenn überhaupt - nur vereinzelt Schnee liegt, können Vögel für Zusatzfutter dankbar sein: "Die Temperaturen, also Minusgrade, sind nicht unbedingt ein Indikator", sagt Vogel-Expertin Engel. Auch ein milder Winter bedeutet nicht, dass man aufs Füttern verzichten sollte, denn: "Wenn der Fruchtansatz schlecht war, kann es im Winter trotzdem zu Nahrungsengpässen kommen, obwohl es warm ist", sagt Sophia Engel.

Für den kommenden Winter vormerken: Wenn Sie die Vögel in Ihrem Garten füttern wollen, können Sie damit schon lange vor Winterbeginn starten, sagt Vogel-Expertin Engel: "Ruhig schon ab Oktober."

Welches Futter für Vögel?

Das Vogelfutter-Sortiment hat sich auch im normalen Supermarkt in den letzten Jahren stetig vergrößert. Zwei Jahre lang können Meisenknödel, Kerne oder Fettringe bei richtiger Lagerung bedenkenlos verfüttert werden. Josef Reichholf, einer der bekanntesten deutschen Vogelforscher, hat nichts gegen industriell gefertigtes Futter:  

"Die meisten Mischungen sind eigentlich ganz gut geeignet. Am besten sind selbstverständlich Sonnenblumenkerne, die noch nicht geschält sind."

Vogelforscher Josef Reichholf

Sophia Engel vom Landesbund für Vogelschutz hat sogar die Erfahrung gemacht, dass das Beste manchen Vögeln eben nicht gerade gut genug war: "Billige Meisenknödel, die man im 10-Kilo-Eimer kaufen kann, sind zum Beispiel bei Spatzen-Populationen sehr beliebt", erzählt sie. Und: "Als wir den Vögeln unsere High-End-Super-Knödel angeboten haben, bei denen man wirklich sicher sein kann, dass sie gutes Fett enthalten und bei denen man denkt, sie müssen besser sein, haben sie genau die verschmäht."

Sauberkeit am Futterplatz ist wichtig

Wichtig: Den Boden unter dem Häuschen regelmäßig von Vogelkot befreien

Über allem steht sowieso die Hygiene. "Am schlimmsten ist es, wenn die Futterstellen nicht sauber genug gehalten werden und sich die Vögel dort zum Beispiel mit Salmonellen infizieren", sagt Ornithologe Reichholf. Das ist das A und O bei der Fütterung von Gartenvögeln im Winter - und es ist Arbeit. Er rät dazu, unter den Futterstellen Kartons zu befestigen und diese zusammen mit dem darauf gelandetem Vogelkot in regelmäßgen Abständen zu entsorgen. Auch die klassischen Vogelhäuschen sollten eigentlich wöchentlich gereinigt werden. Wer darauf keine Lust hat, dem empfiehlt Sophia Engel anstelle des Futterhäuschens ein Silo-System einzusetzen, bei dem die Vögel nicht direkt mit dem ganzen Futter in Kontakt kommen: "Da können die Vögel nur das fressen, was unten raus rieselt und das Ganze wird nicht nass - eigentlich eine ziemliche hygienische Sache."

Übrigens: Überfüttern können Sie Wildvögel in normaler Umgebung eigentlich nicht.

Wie gut kennen Sie die Vögel, die im Winter durch den Garten flattern? Machen Sie unser Wintervogel-Quiz "Welcher Vogel ist das?"

So bauen Sie einfach & schnell ein Futter-Silo selbst


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