Bayern 1 - Experten-Tipps


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Bayern 1-Umweltkommissar Photovoltaik - der eigene Sonnenstrom lohnt sich noch

Die Ausbauzahlen bei Photovoltaik-Anlagen sind in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Die Bundesregierung hat die Subventionen für den Sonnenstrom deutlich gekürzt. Trotzdem lohnt er sich noch – für den Eigenverbrauch.

Von: Lorenz Storch

Stand: 24.11.2015

Umweltkommissar vor Haus mit Photovoltaik | Bild: BR

Die sonnigen Zeiten sind vorbei, als man für Photovoltaik-Strom noch üppige Subventionen bekommen hat. Gerade mal 12 Cent pro Kilowattstunde gibt es inzwischen noch bei kleinen Dach-Anlagen – im Jahr 2000 waren es noch 50 Cent! Auf der anderen Seite sind die Zeiten, in denen die Kosten für die Solarzellen Jahr für Jahr weiter in den Keller rauschten, auch vorbei – die Preise für die Module haben sich stabilisiert. Solarzellen lohnen sich heute nicht mehr, meint daher inzwischen fast jeder. Das hat auch Konstantin Schöne vom Nürnberger Kommunalversorger N-Ergie beobachtet.

"In der allgemeinen Bevölkerung herrscht immer noch die Idee vor, Photovoltaikanlage heißt Volleinspeisung. Und Volleinspeisung lohnt sich nicht."

Konstantin Schöne vom Nürnberger Kommunalversorger N-Ergie

Den Strom selbst verbrauchen

Der Trick bei Photovoltaik heißt heute: Den Strom nicht mehr einspeisen, jedenfalls möglichst wenig davon. Denn den eigenen Solarstrom selbst zu verbrauchen, ist lohnender. Das gilt auch weiter, obwohl der Gesetzgeber 2014 bestimmt hat, dass auch für selbst erzeugten Strom ein Teil der EEG-Umlage bezahlt werden muss – von Gegnern wird diese Regelung als "Sonnensteuer" geschmäht. Kleine Anlagen mit einer Leistung bis 10 kV (wie sie für Haushalte üblich sind) müssen die Abgabe aber auch weiter nicht bezahlen.

Der Vorteil wird schnell deutlich: Jede Kilowattstunde, die ein Stromkunde nicht aus dem Netz einkaufen muss, bringt ihm inzwischen leicht doppelt so viel wie die gesetzliche Einspeisevergütung.

"Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie etwas zuhause haben, das tagsüber Strom verbraucht. Wenn Sie ein Ehepaar sind, das tagsüber arbeitet und erst abends nach Hause kommt und tagsüber keine großen Verbraucher haben, etwa ein Aquarium, dann macht das wenig Sinn."

Konstantin Schöne, N-Ergie

Energie in einem Batteriesystem speichern

Technisch gibt es eine Lösung, um den eigenen Solarstrom vom Tag für die Zeit nach Einbruch der Dunkelheit zu konservieren: Inzwischen sind viele Batteriesysteme im Angebot. Allerdings: Die Rentabilität des Eigenstroms wird durch den Kauf einer teuren Batterie schnell grenzwertig. Zumal zum Ende des Jahres auch ein Förderprogramm der Förderbank KfW für Batteriespeicher ausläuft.

Ob sich die Solarbatterie lohnt, hängt von vielen Annahmen ab: etwa, wie lange der Besitzer Geduld hat, bis sich seine Anlage amortisiert, und wie lange die Batterie hält. Vor allem aber ist das Ganze eine Wette auf den künftigen Strompreis:

"Das eigentlich Absurde an dem Modell ist, dass Sie umso mehr profitieren, je mehr die Preise steigen. Weil Sie dann den teuren Netzstrom nicht mehr brauchen und den günstigen Solarstrom nutzen können."

Konstantin Schöne, N-Ergie

Dass Strom künftig billiger wird, glauben die Wenigsten … Dazu kommt: Experten gehen davon aus, dass der Preis für Batterien in den kommenden Jahren weiter fällt. Dann lohnt sich der Strom vom eigenen Dach irgendwann tatsächlich auch für diejenigen, die ihn erst in der Nacht verbrauchen.


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