Bayern 1 - Experten-Tipps


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Pflanzenfragen Zimmerpflanzen

Orchideen, Efeutute - sie bringen Grün und Farbe ins Haus. Was, wenn die Orchidee nicht blüht und die Phönixpalme zu hoch wird? Die BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner beantwortet Ihre Fragen.

Author: Karin Greiner

Published at: 15-3-2019

Orchidee in gelb | Bild: mauritius-images

Damit der Weihnachtsstern pünktlich zum Weihnachtsfest rote Blüten hat, müssen Gärtner zu einem Trick greifen: Sie verdunkeln den Weihnachtsstern, greifen also in seinen natürlichen Rhythmus ein. Dann denkt der Weihnachtsstern, dass schon Winter ist und er bereitet die Blüten vor. Wenn Sie jetzt eine Pflanze aus dem Vorjahr haben, wächst er nach seinem natürlichen Rhythmus und blüht zu Ostern. Wollen Sie, dass er an Weihnachten blüht, müssten Sie ab September konsequent dafür sorgen, dass er nur zwölf Stunden Licht bekommt und zwölf Stunden Dunkelheit hat. Dazu können Sie zum Beispiel einen Karton über die Pflanze stülpen. Das müssen Sie aber jeden Abend machen – und natürlich am Morgen entfernen.

Das kommt häufig vor. Dem Weihnachtsstern ist die Luft zu trocken. Entweder erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit im ganzen Zimmer, indem Sie eine Schale mit Wasser aufstellen, Wäsche im Raum trocknen oder Wasserverdampfer an die Heizung hängen. Noch effektiver wirken Luftbefeuchter. Wenn Sie die Luft nur für die Pflanze feuchter haben wollen, stellen Sie den Weihnachtsstern samt Übertopf in ein größeres Gefäß, das Sie mit Wasser gefüllt haben. Das Wasser verdunstet nach oben, die Pflanze steht direkt in luftfeuchter Umgebung. Besprühen ist bei Weihnachtssternen übrigens wenig geeignet, sie bekommen davon Flecken.

Ja, das tut dem Weihnachtsstern sogar gut, weil er dann frisch nachtreiben kann. Allerdings tritt beim Schneiden Milchsaft aus. Vorsicht, der Milchsaft kann die Haut reizen, auf Möbeln unschöne Flecken hinterlassen. Deshalb rate ich Ihnen: Breiten Sie viel Zeitungspapier als Unterlage aus, dann macht es nichts, wenn der Milchsaft runtertropft. Sie können ein Drittel oder sogar die Hälfte der Triebe abschneiden. Dann warten Sie, bis der Milchsaft eingetrocknet ist. Jetzt kann der Weihnachtsstern zurück an seinen Platz. Im Frühjahr treibt er dann neu aus. Dann dürfen Sie ihn auch wieder düngen.

Bedingt. Der Weihnachtsstern mag's warm, auch nachts. Dafür mag er aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Wenn Sie ihn im Haus am Fenster stehen lassen, sollten Sie ihn vor der Mittagssonne schützen. Am besten schieben Sie über Mittag einen Pappkarton zwischen die Pflanze und die Fensterscheibe, falls die Sonne brennt.

Dem Hibiskus geht’s wie vielen Zimmerpflanzen im Winter: Ihm fehlen seine optimalen, tropischen Bedingungen. In bayerischen Wohnzimmern ist es zu dunkel und die Luft ist zu trocken. Darauf reagiert der Hibiskus mit Blattabwurf. Er kann die Blätter nicht mehr versorgen, deshalb will er sie loswerden. Wenn er die Blüten behält, will er für Nachwuchs sorgen. Die Pflanze muss sich quasi entscheiden, was ihr wichtiger ist: das eigene Überleben oder das Fortpflanzen. Aber das ist alles nur halb so schlimm. Wichtig ist, dass der Hibiskus unter der Rinde grün ist, dann geht’s ihm gut. Es macht nichts, wenn er Blätter verliert. Zum Ende des Winters können Sie ihn kräftig zurückschneiden, dann treibt er im Frühling schnell neu aus.

Das ist zwar ungewöhnlich, aber nicht unmöglich. Pilzsporen sind winzig klein und schwirren überall in der Luft herum. Sie können beispielsweise mit den Schuhen, mit der Kleidung oder sogar in den Haaren mit ins Haus getragen werden. Wenn Schwammerlsucher ihre Pilze mit nach Hause bringen, kommen unweigerlich auch die Pilzsporen mit ins Haus. Es ist dennoch ein großer Zufall, wenn sich diese in einem Blumentopf einnisten und sogar so lange Zeit haben, zu einem Schwammerl auszureifen. Parasol und andere Pilze wachsen zuerst unterirdisch. Bis sich der Hut an der Oberfläche zeigt, können bis zu neun Jahre vergehen.

In diesem Fall hat eine Hörerin einen Mangokern zum Keimen gebracht. Das Pflänzchen ist bereits 25 Zentimeter hoch und hat elf Blätter. Eine Mango ist ja normalerweise in den Tropen daheim.

Deshalb müssen Sie dem zarten Mangobäumchen möglichst tropische Verhältnisse schaffen, damit es gut über den Winter kommt. Es braucht viel Licht, da es seine Blätter nicht abwirft. Außerdem braucht die Pflanze viel Wärme (etwa 20 Grad) und es muss leicht feucht sein – nicht zu trocken, nicht zu nass. Am schwierigsten wird es jedoch sein, einen möglichst hellen Standort zu finden. Ein Wintergarten wäre ideal. Sie können es aber auch an einem Südfenster versuchen. Stellen Sie die Pflanze direkt ans Fenster. Die Glasscheibe filtert ohnehin schon genug Licht weg. Probieren Sie es einfach aus. Im Frühling können Sie die Pflanze dann auch umtopfen und düngen. Ein Rückschnitt beflügelt das Wachstum. Und wenn’s dann warm genug ist, kann die Mango sogar raus ins Freie.

Meistens ist es kein Schimmel, sondern Salzausblühungen. An der Oberfläche lagern sich Salze aus dem Leitungswasser und dem Dünger ab. Das ist ungefährlich für Pflanze, Mensch und Tier. Verhindern lässt sich der Belag, wenn Sie das Wasser stets nur bis zur Optimum-Marke auf dem Wasserstandsanzeiger einfüllen, dann steigt die Feuchtigkeit nicht zur Oberfläche und die Ausblühungen bleiben unsichtbar. Wenn Sie diese Schicht stört, können Sie die betroffenen Tonkugeln entweder austauschen oder gründlich in destilliertem Wasser waschen.

Vorsicht: Ist der Belag allerdings pelzig oder sieht so aus wie Watte, handelt es sich um Schimmel.

Wie bei allen Pflanzen ist auch bei Orchideen der Frühling die beste Zeit zum Umtopfen. Dann setzt das Wachstum wieder ein und die Pflanzen müssen in der neuen Erde neue Wurzeln schieben und sich etablieren. Das geht am besten, wenn alle Kräfte ins Wachstum gesteckt werden. Wichtig bei Orchideen: Verwenden Sie spezielles Orchideensubtrat und drücken Sie auch ein paar der Luftwurzeln mit ins Substrat. So ist die Pflanze besser verankert und hat mehr Halt. Über die Luftwurzeln nehmen Orchideen einen Großteil des Wassers auf.

Das ist ein normaler Alterungsprozess. Warten Sie ab, bis das Blatt braun und trocken ist, dann lässt es sich ganz leicht entfernen. Nicht schon vorher abschneiden.

Orchideen gießt man nicht, man taucht sie. Die Pflanzen stehen ja nicht in fein krümeliger Erde, sondern in speziellem Substrat aus Rindenbrocken und anderen Bestandteilen wie Moos, Kork, Nussschalen und Laub sowie Steinwolle, Sand, Schaumstoff oder Styropor. Dieses grobe Material nimmt Feuchtigkeit nur sehr langsam an. Wenn Sie die Orchidee in zimmerwarmes, kalkfreies Wasser tauchen und etwa zehn Minuten darin stehen lassen, können sich die Rindenbrocken und die Wurzeln vollsaugen. Danach gut abtropfen lassen und zurück in den Übertopf.

Wahrscheinlich hat die Orchidee krasse Temperaturunterschiede erlebt. Das mögen sie nämlich gar nicht, wenn’s zwischen mollig-warm und eisig-kalt wechselt. Deshalb sollten Sie Zugluft vermeiden und die Orchidee beim Lüften vom Fenster wegstellen. Weitere Gründe für Knospenabwurf können sein: Lichtmangel, zu trockene Zimmerluft, zu wenig Frischluft oder Zigarettenrauch. Auch reifende Früchte oder Schnittblumen in der Nähe können die Ursache liefern. Die Früchte und Blumen sondern ein Reifegas ab, das die Orchidee zum aktiven Abwurf ihrer Knospen veranlasst.

Diese Ableger sind selbstständige Pflanzen, sogenannte Kindel. Diese Kindel können Sie verwenden, um neue Orchideen heranzuziehen: Schneiden Sie die Triebe mit einer Gartenschere oder einem scharfen Messer ab, am besten am Stängel und nicht am Pflänzchen selbst. Dann füllen Sie einen Topf mit Orchideensubstrat.

Für junge Pflanzen gibt’s ein extra feines Substrat. Dort pflanzen Sie das Kindel hinein, ein paar der Luftwurzeln dürfen auch ins Substrat hinein. Biegen Sie einen Draht zu einem Bügel, so dass er der Orchidee Halt bietet. Und dann ganz normal pflegen: also nicht zu viel gießen!

Das sind die Früchte des Alpenveilchens. Um sich fortzupflanzen, hat das Alpenveilchen eine ganz besondere Strategie: Sobald die Blütentriebe bestäubt sind, senkt es sie zu Boden. Dann entstehen runde Kapseln. Wenn die auf dem Boden liegen, öffnen sie sich und die Samen fallen raus. Das mögen die Ameisen, denn an den Samen finden sie ein nahrhaftes Anhängsel. Die Ameisen verschleppen so die Samen und sorgen dafür, dass sich das Alpenveilchen ausbreitet.

Im Haus feiert das Alpenveilchen momentan ja eine Art Come-Back. Damit Sie möglichst lange Freude damit haben, sollten Sie es hell und kühl stellen. Das Fensterbrett im Schlafzimmer eignet sich gut, weil es das Alpenveilchen mag, wenn’s um die 15 Grad hat. Beim Gießen sollten Sie darauf achten, die Knolle nicht von oben zu gießen, sonst fault sie.

Phönixpalmen sind sehr robust, sie können lange im Freien bleiben. Erst wenn die Temperaturen dauerhaft unter den Gefrierpunkt sinken, sollten sie ins Haus. Im Haus müssen sie jedoch kühl stehen, bei etwa vier bis acht Grad. Wenn es in Ihrem Haus zu warm ist, könnten Sie zum Beispiel bei einer Gärtnerei in Ihrer Nähe fragen, ob im ungeheizten Gewächshaus Platz zum Überwintern wäre.

Ja, Madagaskarpalmen können Sie abschneiden, allerdings brauchen Sie dazu auch ein bisschen Glück. Nach dem Schneiden haben Sie zwei Teile, einer davon wird’s schaffen. Schneiden Sie an der gewünschten Stelle den oberen Teil ab. Lassen Sie die Schnittfläche etwa zwei Tage antrocknen oder bestäuben Sie sie mit feinem Holzkohlepulver. Das wirkt desinfizierend und verhindert, dass die Schnittfläche anfängt zu faulen oder zu schimmeln. Dann stecken Sie den Steckling in Kakteen-Erde, da sollte er dann Wurzeln schlagen. Mein Tipp: Entfernen Sie mehrere Blätter. Die Pflanze muss die Blätter mit Wasser und Nährstoffen versorgen, ohne Wurzel ist das schwierig. Mit weniger Blättern kann die Palme alle Kraft ins Wurzelwachstum stecken.

Jeder Bonsai möchte nach seinen Ansprüchen gepflegt werden, das gilt hier ebenso wie bei Garten- und Zimmerpflanzen allgemein. Dennoch gibt es für alle ein paar allgemeine Regeln.

Bei der Bonsai-Pflege ist es wichtig, dass der Mini-Baum in einem guten, lockeren Substrat steht. Das muss immer wieder gut durchfeuchtet werden, darf aber nie zu nass sein. Mein Tipp: nicht gießen, sondern tauchen. Drücken Sie dazu die ganze Schale unter Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, anschließend gut abtropfen lassen. Abwarten, bis die Erde wieder trocken ist, bevor man erneut wässert.

Bonsais müssen auch häufig gedüngt werden. Von Frühjahr bis Herbst alle zwei bis drei Wochen. Verwenden Sie speziellen Bonsai-Dünger. Nur immergrüne Arten müssen Sie auch im Winter alle sechs bis acht Wochen düngen. Allerdings können Sie dann die Dosierung reduzieren, nehmen Sie nur die Hälfte der Packungsangabe.

Zimmer- oder Indoor-Bonsais wie den Fukien-Tee stellen Sie möglichst hell auf, nicht zu kalt und nicht zu warm bei 18 bis 20 Grad.

Der Westernkaktus ist kein „echter“ Kaktus, sondern eine sogenannte Euphorbie. Bei denen geht das Zurückschneiden ganz gut. Allerdings müssen Sie sich vor dem Milchsaft schützen, der ist stark ätzend und giftig. Für die Pflanze ist der Saft aber wichtig, das ist eine Art natürliches Pflaster, das die Schnittwunde verschließt.

Mein Tipp: Erst im Frühjahr schneiden, am besten mit einer großen Schere, einem scharfen Messer oder einer Heckenschere - und zwar einfach an der Stelle, an der Sie’s gerne hätten. Damit Sie sich an den Dornen nicht verletzen, nehmen Sie eine alte Decke oder Handtücher zum Schutz. Am besten geht das Zuschneiden zu zweit: Einer hält den Kaktus und der andere schneidet kräftig. Nach dem Schneiden ist auch der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen.

Dass Zimmerpflanzen schief wachsen, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Sie wachsen immer zum Licht hin. Deshalb empfehle ich, die Pflanzen immer ein bisschen zu drehen. Jede Woche eine Vierteldrehung, so wachsen die Pflanzen gerade.

Bei Ihrem Kaktus ist es schon seltsam, dass er vom Licht weg wächst. Deshalb würde ich empfehlen, dass Sie mit Hilfe eines Löffelstiels überprüfen, ob der Kaktus eine weiche Stelle hat. Das könnte ein Grund für das schiefe Wachstum sein. Sie können den Kaktus mit einem Stab unterstützen, den Sie neben die Pflanze stellen. Richten Sie den Kaktus sehr behutsam auf. Wenn Sie ihn dann noch jede Woche ein kleines Stück drehen, haben Sie gute Chancen, dass er gerade weiter wächst.

Selbst auf lange Sicht darf Glücksbambus einfach nur in Wasser gezogen werden – vorausgesetzt, man wechselt es mindestens jede Woche einmal und gibt ab und zu ein wenig Flüssigdünger zu. Die Triebe schlagen mit der Zeit Wurzeln, sie können also ebenso in Erde gepflanzt werden. Stellen Sie den Glücksbambus an einen hellen, aber nicht prallsonnigen Platz. Zimmertemperatur ist ideal.


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