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Homeoffice Steuerpauschale Welche Homeoffice-Kosten kann ich von der Steuer absetzen?

Was bringt mir die neue Homeoffice-Pauschale? Was kann ich absetzen - und was muss ich bei der Steuererklärung angeben?

Stand: 07.01.2021

Frau im Homeoffice | Bild: mauritius-images

Seit Beginn der Corona-Epidemie arbeiten viele Beschäftigte in Deutschland teilweise oder sogar ganz im Homeoffice. Steuerlich gesehen sah das für die meisten bisher nach einem eher schlechten Geschäft für die Steuererklärung 2020 aus: Kein täglicher Arbeitsweg - das bedeutet Verluste bei der Entfernungspauschale. Dazu kommt: Die Hürden für ein steuerlich absetzbares Arbeitszimmer sind hoch - zu hoch für viele Beschäftigte, die in diesem Pandemie-Jahr zwangsweise ins Home-Office ausweichen mussten, aber Zuhause nur am Küchen- oder Wohnzimmertisch Platz fanden.

Abhilfe schaffen soll eine neue Homeoffice-Steuerpauschale, die für die Steuererklärung 2020 und 2021 gelten wird. Die geplanten Details im Folgenden:

Was beinhaltet die Homeoffice Steuerpauschale?

Die Homeoffice-Pauschale sollen vor allem denjenigen Arbeitnehmern zu Gute kommen, die kein häusliches Arbeitszimmer haben und steuerlich absetzen können (Homeoffice Steuer) : "Pro Tag kann ich fünf Euro Homeoffice-Pauschale angeben, bis maximal 600 Euro im Jahr", erklärt Steuerberater Tobias Gerauer von der Lohnsteuerhilfe Bayern. Ein schriftlicher Nachweis - etwa vom Arbeitgeber - ist derzeit nicht erforderlich ist. Um auf der sicheren Seite zu sein, kann man sich Arbeitstage und -zeiten einfach fortlaufend notieren. Eingetragen wird die Homeoffice-Pauschale in die Anlage N bei den Werbungskosten.

Was bringt mir die Homeoffice Steuerpauschale?

Auf ein Plus bei der Steuererklärung 2020 dürfen die meisten auch mit der neuen Pauschale nicht hoffen, denn: Die Homeoffice-Pauschale gibt es nicht zusätzlich zur Werbungskostenpauschale, sie wird vielmehr in diese miteingerechnet. Wer also mithilfe von Homeoffice-Pauschale und Werbungskosten wie etwa Computer, Schreibtisch etc. nicht über 1.000 Euro (=Limit für Werbungskostenpauschale) kommt, bekommt von der Steuererleichterung nichts zu spüren. Dafür war die Pauschale aber auch nie gedacht. "Sie ist nur eine kleine Kompensation für den Homeoffice-bedingten Wegfall der Entfernungspauschale", betont Steuerfachmann Gerauer, und: "Das Finanzministerium rechnet auch nicht damit, dass es dadurch zu größeren finanziellen Mehrausgaben kommt - daran sieht man, dass sie für die meisten Steuerzahler keinen großen Gewinn bringen wird."

Wo und wie gebe ich die Homeoffice Pauschale bei der Steuer an?

Eingetragen wird die Homeoffice-Pauschale in die Anlage N bei den Werbungskosten. Da die Formulare für die diesjährige Steuererklärung längst gedruckt sind, gibt es keine eigene Zeile dafür. Steuerfachmann Gerauer rät, die Homeoffice-Pauschale in Zeile 47 unter "Weitere Werbungskosten" einzutragen - also etwa: "Homeoffice-Pauschale 95 Tage". Summe nicht vergessen.

Was kann man beim Homeoffice absetzen?

Als Werbungskosten dürfen alle sogenannten Arbeitsmittel angegeben werden, also etwa Computer, Schreibtisch und Drucker, aber auch Kleidung oder auch Fortbildungen. Je nachdem, wie intensiv oder sogar ausschließlich ein Arbeitsmittel für die Arbeit genutzt wird, erkennt das Finanzamt einen bestimmten Prozentsatz der Anschaffungskosten als Werbungskosten an. Lagen diese über 952 Euro (Anschaffungszeitraum Januar bis Juli 2020) bzw. 928 Euro (Anschaffungszeitraum Juli bis Dezember 2020), müssen sie über mehrere Jahre hinweg abgeschrieben werden.

Auch die Kosten für Telefon und Internet können angesetzt werden: Bis zu 20 Prozent des Rechnungsbetrags sind ohne Nachweis ansetzbar, darüber ist ein Nachweis erforderlich. Ihr Arbeitgeber darf Ihnen alternativ bis zu 20 Euro an Telekommunikationskosten pro Monat steuerfrei erstatten.


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