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Reinigungsmittel Ist Putzen mit Desinfektionsmittel sinnvoll?

"Keimfreie Reinigung" oder "zerstört 99% der Bakterien" versprechen manchen Reinigungsmittel auf dem Etikett. Doch was gut klingt, ist für die Gesundheit nicht unbedingt sinnvoll.

Stand: 14.03.2017

Eine Frau wischt mit einem Mopp das Badezimmer. | Bild: picture-alliance/dpa

Desinfektionsmittel im Reiniger

Putzmittel mit desinfizierender Wirkung sind nicht unbedingt besser als herkömmliche Produkte. Denn neben Bakterien, die tatsächlich gesundheitsgefährdend sind, zerstören diese Mittel auch Keime, die Menschen nicht schaden und - im Gegenteil - sogar unser Immunsystem trainieren. Die Folge können Allergien, Hautreizungen und Ekzeme sein.

Schlecht für die Umwelt

Bei der Verbraucherzentrale NRW warnt man sogar davor, dass sich durch eine niedrige Konzentration des Desinfektionsmittels Resistenzen bei manchen Bakterien ausbilden können - wie ein zu leicht dosiertes Antibiotikum.

Hinzu kommt, dass die Mittel nur schwer biologisch abbaubar sind, weil sie auch Bakterien in Kläranlagen und Wasserorganismen angreifen.

So können Sie Putzmittel selber machen.

Wann sollte Desinfektionsmittel benutzt werden?

Desinfektionsmittel - in ausreichender Konzentration - hat natürlich seinen Sinn, wenn auch eher nicht im klassischen Haushaltsreiniger.

Wer einen ansteckenden Krankheitsfall in der Familie hat, zum Beispiel Grippe oder eine Magen-Darm-Infektion, der kann nach ärztlichem Rat tatsächlich versuchen, die Ansteckungsgefahr durch Hygiene zu verringern. Nach dem Putzen kann dann mit einem Desinfektionsmittel aus der Apotheke nachgewischt werden.

Allerdings sollten Sie sich hier vorher über die richtige Anwendung informieren, denn nur dann wirkt das Desinfektionsmittel auch.

Statt Desinfektionsmittel: Tipps für besser Hygiene im Haushalt

  • Putzlappen und -tücher regelmäßig austauschen oder bei mindestens 60 Grad waschen.
  • Regelmäßiges Putzen mit Reinigungsmittel.
  • Mülleimer häufig leeren und auswischen.
  • Kühlschrank auswischen, Lebensmittel nicht verschimmeln lassen. Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

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