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Hausarzt impfen Corona-Impfung beim niedergelassenen Arzt - das müssen Sie wissen

Seit April impfen auch die niedergelassenen Ärzte in Bayern, zum Beispiel die Hausärzte. Was Sie über die Impfung in den Arztpraxen wissen müssen.

Stand: 29.04.2021

Ärztin Birgitt Lucas impft in Hof einen Patienten gegen das Coronavirus | Bild: dpa/picture alliance

Die Arztpraxen in Bayern impfen seit 1. April gegen Corona - und das mit großem Erfolg und mit vielen impfwilligen Patienten. In der ersten Woche gab es pro Praxis 20 Impfdosen AstraZeneca, im Anschluss 20 Dosen Biontech/Pfizer-Impfstoff pro Praxis und Woche. Seit dem 19. April wird der AstraZeneca-Impfstoff nur noch von den niedergelassenen Ärzten verimpft werden und nicht mehr in den Impfzentren. Was Sie tun können, wenn Sie gerne geimpft werden möchten, lesen Sie hier.

Soll ich mich bei meinem Arzt melden, wenn ich geimpft werden will?

Dazu sagt Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes:

"(...) Da am Anfang nur wenig Impfstoff zur Verfügung steht, werden wir nur jenen Patienten von uns aus ein Impfangebot machen, die zu einer der vulnerablen Gruppen gehören. Wir bitten deshalb alle anderen Patientinnen und Patienten sich noch zu gedulden. Warten Sie bitte, bis sich Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt bei Ihnen meldet!"

Markus Beier, Vorsitzender Hausärzteverband Bayern

Beim nächsten anstehenden Arztbesuch kann man als Patient oder Patientin aber ohne Weiteres das Thema "Impfen" ansprechen.

"Bei einem persönlichen Arzttermin kann selbstverständlich von jedem die Impfbereitschaft gegenüber dem Hausarzt kundgetan werden."

Ministeriumssprecherin bayerisches Gesunsheitsministerium

Dabei kann man als Patient oder Patientin zum Beispiel auch erwähnen, dass man sich auch ausdrücklich mit AstraZeneca impfen lassen würde. Hintergrund: Der AstraZeneca-Impfstoff wird wegen der Möglichkeit von Nebenwirkungen nur noch für Menschen über 60 Jahre von der STIKO, der Ständigen Impfkommission empfohlen (Stand: 8. April 2021). Aber es können sich auch Jüngere damit impfen lassen, wenn sie das wollen und eine Beratung durch den behandelnden Arzt stattfindet.

Ich bin schon im Impfzentrum angemeldet - kann ich mich trotzdem beim niedergelassenen Arzt impfen lassen?

Wenn Sie bei Ihrem Arzt geimpft worden sind, sollten Sie Ihre Registrierung im Impfzentrum löschen:

"Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine Impfung beim Hausarzt entscheiden, sind dazu aufgefordert selbstständig ihre Registrierung in BayIMCo zu löschen."

Ministeriumssprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums

Bitte beachten: Wenn Sie Ihre Impfanmeldung löschen, löschen Sie gleichzeitig auch alle anderen Anmeldungen, die Sie für Angehörige oder andere Personen über Ihre E-mail-Adresse hinzugefügt haben. Diese Personen müssten Sie erneut bei impfzentren.bayern anmelden.

Impfen gegen Corona beim Hausarzt - Vorteile

Der eigene Hausarzt oder auch Facharzt weiß über die gesundheitliche Situation seiner Patientinnen und Patienten sehr gut Bescheid, über Krankengeschichte und mögliche Risiken. Außerdem haben viele Menschen ein Vertrauensverhältnis zum eigenen Hausarzt. Meist ist der Hausarzt auch besser zu erreichen als das zuständige Impfzentrum. Einige Ärzte machen auch Hausbesuche bei Patientinnen und Patienten, die nicht in die Praxis kommen können.

Gilt die Impf-Priorisierung auch in den Arztpraxen

Grundsätzlich halten sich auch die niedergelassenen Ärzte an die Impfpriorisierung, können diese aber flexibler handhaben als zum Beispiel die Impfzentren. Zum Beispiel, wenn es darum geht, übriggebliebene Impfdosen zu verimpfen, die sonst unbrauchbar werden würden. Oder, wenn es aus medizinischen Gründen notwendig ist und zum Beispiel ein Patient mit schweren Vorerkrankungen und großem Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 früher als andere seines Alters geimpft werden muss.

In der Sitzung des bayerischen Kabinetts vom 7. April wurde festgehalten: "Der Freistaat Bayern wird die Corona-Impfverordnung des Bundes deswegen im Rahmen eines bayerischen Wegs so weit wie möglich auslegen", heißt es auf der Webseite der Bayerischen Staatsregierung. Es müsse möglich sein, dass die Hausärzte die am stärksten gefährdeten Menschen impfen können. Mitte bis Ende Mai soll die Impfpriorisierung in Bayern fallen, das sagte Ministerpräsident Markus Söder am 27. April auf einer Pressekonferenz.

Welche Ärzte dürfen in Bayern impfen?

Laut Bayerischem Hausärzteverband dürfen folgende Ärzte Impfungen vornehmen: Seit 30. März dürfen "(...) alle in Bayern niedergelassenen Haus- und Fachärzte sowie ärztliche Psychotherapeuten" Impfdosen bestellen und verimpfen.

Das bayerische Gesundheitsministerium schreibt: "In einer ersten Phase werden mehrheitlich Hausärztinnen und Hausärzte eingebunden sein. Sobald im Laufe des Aprils mehr Impfstoff zur Verfügung steht, ist geplant auch die Fachärzte zu beteiligen."

Wieviele Impfdosen gibt es in Bayern für die Arztpraxen

Auf die Frage, wie hoch die Menge der Impfdosen für die Arztpraxen sein wird, antwortet das bayerische Gesundheitsministerium:

"Bis Ende April werden für Bayern nach den aktuellen Lieferzusagen des Bundesministeriums für Gesundheit rund 1,4 Millionen Impfdosen für Erst- und Zweitimpfungen erwartet. Nach der aktuellen Prognose werden in Bayern bis Ende des 2. Quartals circa 12 Millionen Impfdosen erwartet. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um vorläufige Zahlen handelt, die sich im Laufe der Zeit noch verändern können."

Sprecherin bayerisches Gesundheitsministerium


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