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Handpflege So pflegen Sie Ihre Hände jetzt am besten - Tipps von der Hautärztin

In der Corona-Krise waschen wir unsere Hände sehr viel häufiger und länger als sonst. Gegen die Austrocknung der Haut lässt sich einiges tun. Dr. Yael Adler gibt Tipps zur medizinisch sinnvollen Hautpflege.

Stand: 16.03.2020 | Archiv

Frau verteilt Handcreme auf ihrer Hand | Bild: mauritius images

Wenn wir unsere Hände häufiger waschen aus Hygienegründen wie in der Zeit der Coronavirus-Pandemie, bekommen wir schnell trockene, juckende und raue Haut.

Wie entsteht raue Haut - und was kann Handpflege dagegen tun

Unsere Haut verfügt von Haus aus eigentlich über verschiedene Schutzmechanismen. "Es ist ja so, dass die Haut einen Schutzmantel hat, der besteht aus Fetten, die der Körper selber produziert. Diese Fette kommen aus der Oberhaut, der Epidermis, werden da mühselig über vier Wochen produziert. Die kommen aus den Talgdrüsen, das ist unsere körpereigene Handcreme oder Bodylotion", sagt Hautärztin Dr. Yael Adler. Sie erklärt weiter: Wir haben außerdem unseren Säureschutzmantel, der schädliche Bakterien vertreibt, und unsere Türsteher-Bakterien, die sich bei einem sauren PH-Wert wohlfühlen. "All das kann durch viel Seife und Desinfektionsmittel natürlich kaputtgemacht werden. Und da muss man dann nachhelfen. Insbesondere in solchen Zeiten, wie aktuell", so Dr. Adler.

Beste Handpflege für raue Hände - Handpflege mit einem Naturprodukt

Sie empfiehlt ein Naturprodukt gegen raue Hände: "Mein Lieblingsprodukt ist die Sheabutter, 100 Prozent unraffiniert, eigentlich ein ganz günstiges Naturprodukt. Es hat einen tollen Vorteil: Die Fette ähneln unseren Hautfetten, es sind keine künstlichen Mineralöle. Die Sheabutter schützt einerseits, das heißt, beim Händewaschen bleibt immer noch ein leichter Schutzfilm übrig, andererseits repariert sie die Lücken, die wir durch zu viel Seife in die Haut gemacht haben."

Hilft Urea in der Handpflege besonders gut?

"Urea bedeutet Harnstoff, ist ein körpereigener Feuchthaltefaktor, ungiftig und stinkt auch nicht. Mag ja jeder an Urin denken, ist aber nicht so. Das kann man nehmen, aber immer nur, wenn die Haut nicht offen und rissig ist, denn sonst kann Harnstoff brennen. Harnstoff in einer Fettcreme leistet zweierlei: Einerseits kommt das Fett auf die Haut, repariert, und zum anderen bindet das Urea Feuchtigkeit in der Haut", sagt Dr. Yael Adler.

Auch in der Hautpflege gilt: Besser keine Duftstoffe in Kosmetika jeder Art

Bei der Auswahl der Kosmetikprodukte, die die Hautärztin selbst anwendet, vermeidet sie besonders Duftstoffe und erklärt das so: "Ich achte darauf, dass keine Duftstoffe, keine Farbstoffe und Konservierungsstoffe enthalten sind, weil das das Allergierisiko erhöht und die Haut zusätzlich reizen und schädigen kann. Insbesondere, wenn die Hautbarriere geschwächt ist, gelangen diese Allergene in die Haut und führen zu Jucken und Schwellungen." Eher milde Produkte mit wenigen Inhaltsstoffen empfiehlt Dr. Adler. "Ganz wichtig: Es sollen keine Duftstoffe enthalten sein, die braucht die Haut gar nicht. Die haben nur Verkaufsförderungsnutzen und keinen Hautnutzen."


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