Bayern 1


3

Grillsaison Was ist wann und wo erlaubt?

Sobald es etwas wärmer wird, startet die Grillsaison. Wann man wo und wie grillen darf, haben wir deswegen an dieser Stelle schon einmal zusammengetragen. In diesem Sinne: "Gut Glut!"

Stand: 24.04.2019

Auf einem Balkon mit weißem Geländer steht ein Grill mit Grillgut und dampfender Glut. | Bild: mauritius-images

Grillen auf dem Balkon

Wenn nichts anderes im Mietvertrag oder der Hausordnung festgelegt ist, dann kann man durchaus auf dem Balkon seiner Mietwohnung grillen. Tatsächlich gibt es da die unterschiedlichsten Regelungen und keine einheitliche Rechtsprechung. Rechtsantwalt Roman Sostin von Haus & Grund Bayern empfiehlt auf das Rücksichtnahmegebot zu achten. Das bedeutet, dass man die Beeinträchtigungen so gering wie möglich hält.

"Was immer von Vorteil ist: Vorher mit den Nachbarn sprechen. Also am besten so 24 Stunden, 48 Stunden vor dem geplanten Grillabend einfach mit den Nachbarn reden. Dann können die sich darauf einstellen und können ggf. die Fenster geschlossen halten, sodass der Rauch nicht reinzieht."

Rechtsanwalt Roman Sostin, Haus & Grund Bayern

Neben dem Rücksichtsnahmegebot bietet sich tatsächlich der Umstieg auf einen Elektrogrill an. Der erzeugt erheblich weniger Rauch als Garten- oder Holzkohlegrills und verhindert damit den häufigsten Streitgrund bei Grillabenden.

Wer trotz schriftlichen Verbots im Mietvertrag oder in der Hausordnung grillt, der kann abgemahnt werden - und im schlimmsten Falls kann der Mietvertrag sogar fristlos gekündigt werden, so Roman Sostin.

Grillen im eigenen Garten

Auch hier gilt im Grunde genommen das Rücksichtnahmegebot. Wer bis spät in die Nacht laut feiert oder den stark rauchenden Grill direkt am Zaun zum Nachbarn aufstellt, der kann auch auf dem eigenen Grund und Boden ein Problem bekommen. Wird der Nachbar von der Grillerei oder dem damit zusammenhängenden Lärm beeinträchtigt, kann es zu einem Unterlassungsanspruch seitens des Nachbarn kommen. Das heißt, dass der Nachbarn seinen Anspruch auf die Unterlassung des Grillens einklagen kann. So geschehen in einem extremen Fall aus dem Jahr 1999.

Präzedenzfall - Grillen auf eigenem Grundstück

Das Bayerische Oberste Landesgericht hat im Jahr 1999 ein bemerkenswertes Urteil gesprochen: Der Hauseigentümer darf seitdem nur noch fünfmal im Jahr und am äußersten Rand des Gartens, 25 Meter vom Haus entfernt, grillen. Sodass der Rauch nicht beim Mieter in die Wohnung zieht.

Roman Sostin weist jedoch darauf hin, dass die Rechtsprechung aus dem Jahr 1999 sei, es stelle sich die Frage, ob das auch heute noch so haltbar sei. Bei diesem Rechtspruch handelte es sich um eine Einzelfall-Entscheidung, so Sostin.

Grillen im öffentlichen Park

Wo durch ein Hinweisschild die Erlaubnis zum Grillen im öffentlichen Park erteilt wird, ist es auch erlaubt. Hier ist zu beachten, dass nach dem Grillen sämtlicher Mühl und Grillrückstände eingesammelt und rechtmäßig entsorgt werden sollten. Quasi auch eine Art der Rücksichtnahme.

In Naturschutzgebieten ist das Grillen grundsätzlich verboten.

Wer sich nicht daran hält, hat mit Bußgeldern zu rechnen. Diese variieren von Bundesland zu Bundesland. In Bayern wird für das Wildgrillen ein Bußgeld von mindestens 35 Euro erhoben.

Erhöhte Brandgefahr in der Natur

Durch den trockenen Frühling ist in vielen Teilen Bayerns 2019 von einer erhöhten Brandgefahr in der Natur auszugehen. Daher ist es besonders wichtig, nur in den dafür ausgewiesenen Bereichen zu grillen, das Feuer immer zu beaufsichtigen und die Grillholzkohle stets komplett zu löschen.

Obendrein ist kein offenes Feuer im Wald erlaubt. Darunter fällt auch das Grillen.

Wer einen Brand oder ein unkontrolliertes Feuer in der Natur entdeckt, sollte sofort die Feuerwehr unter der 112 informieren.


3