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Gottschalks Haus abgebrannt Thomas Gottschalk im Interview über Waldbrand in Malibu

Das Haus von BAYERN 1 Moderator Thomas Gottschalk in Malibu ist komplett abgebrannt. Wie es ihm und seiner Familie jetzt geht, erzählt er im Exklusiv-Interview.

Stand: 12.11.2018 | Archiv

BAYERN 1 Moderatorin Ulla Müller: "Thomas, Du bist gerade in München und hast von Deiner Frau erfahren, dass das ganze Haus abgebrannt ist. Es tut mir wahnsinnig leid. Wie geht's Dir denn?"

So sieht es im zerstörten Malibu aus.

Thomas Gottschalk: "Ich rede jetzt mit BAYERN 1, weil ich mich da wirklich als Kollege fühle und das mein Zuhause ist. Ich möchte nämlich vermeiden, jetzt auf eine Mitleidstour zu gehen und bei allen, die mir ein Mikrophon hinhalten, mein Elend zu klagen. Es gibt größeres Elend auf der Welt. Und was ja interessant war: Ich habe die Nachricht in einem Moment bekommen, wo ich auf der Bühne stand. Ich bin in Deutschland und mein Leben besteht ja aus Verträgen und die will ich auch einhalten. Und ich habe noch ein paar Veranstaltungen, wo ich gesagt habe, ich komme, also komme ich auch. Weil ich dort im Moment auch gar nichts machen kann, man kann da noch gar nicht hin. Und es brennt noch und die Straßen sind noch gesperrt, es gibt keinen Strom. Insofern habe ich auch kein Interesse, mir die Asche meines Besitzes anzugucken."

Ulla Müller: "Natürlich ist es eine Sache zu sagen, ich kann es entspannt sehen. Du kannst es aber auch deswegen entspannt sehen, weil deine Frau Thea ja eine Vorwarnung bekommen hat. Sie hat sich in Sicherheit bringen können. Wie lief denn das?"

Thomas Gottschalk: "Es ist so, es gibt da so einen reverse emergency call. Normalerweise ruft man die Feuerwehr an und es gibt auch Fälle, in denen einen die Feuerwehr selber anruft und sagt: „Jetzt raus!“. Ich muss allerdings auch sagen, wäre das mitten in der Nacht passiert, hätte das anders aussehen können. Dadurch, dass es am hellichten Tag war, und dadurch, dass am Nachmittag war. Aber wie das in solchen Momenten so ist, dann gehst du nicht zum Safe und nimmst dann nicht die Geburtsurkunde raus, dann nimmst du nicht den Rilke von der Wand. Sie hat sich die Katzen geschnappt und Futter und die Katzenklos. Die Katzenklos sind gerettet und mein Rilke ist verbrannt, aber das ist eben auch der Wahnsinn dieser Situation. Und wir hatten uns für solche Fälle einen Wohnwagen bereitgestellt, aber das Auto mit dem Anhänger für den Wohnwagen war gerade nicht da. Und meine Frau hat dann, wie sie halt so ist, das billigste Auto genommen, weil ihr das am besten gefällt, und der Rest ist verglüht." Anmerkung der Redaktion: Thomas Gottschalk besaß das Gedicht "Der Panther" von Rainer Maria Rilke, vom Autor persönlich geschrieben.

Ulla Müller: "Ich finde es hervorragend, dass du deinen Humor nicht verlierst. Das heißt, Thea ist jetzt in einem Hotel und sicher. War das wirklich euer Hochzeitstag - ausgerechnet?"

Thomas Gottschalk: "Ausgerechnet. Ich gehe mal nicht davon aus, dass das ein Feuerwerk zu meinen Ehren war, sondern das war halt. Man hat im Leben manchmal Glück, manchmal hat man Pech."

Ulla Müller: "Bedeutet das, wenn du heimkommst, fängt das ganze organisatorische – Entschuldigung – Dreckszeug an? Versicherungen und das ganze Zeug?

Thomas Gottschalk: "Darin bin ich ja besonders gut, besonders mein Englisch ist in solchen Fällen besonders gut. Aber ich habe auch jetzt auch noch ein paar Auftritte, die ich zugesagt habe. Meine Frau hat gesagt: 'Zieh das durch, hier nützt du mir gar nichts. Man kann da gar nicht hin und die Straßen sind gesperrt.' Das Haus nebendran steht noch, das ist das Eigenartige. Unseres war natürlich aus Holz. Da, diese 'ember' (Funkenflug) nennen die das, die fliegen durch die Luft und beißen sich in diesem Holz fest und dann … Es gibt auch schöne Filme von der brennenden Mühle. Die kann ich dann irgendwie vererben."

Ulla Müller: "Ach, Thomas, es tut mir wirklich von ganzem Herzen leid, ich bin aber froh, dass du es so sehen kannst. Solange kein Mensch zu Schaden kommt, ist ja alles – gut."

Thomas Gottschalk: "Ja, und ich weiß, es gibt genügend Leute, die jetzt da ätzen. Die sagen natürlich alle, hätte sich der Depp ein Haus in Fürstenfeldbruck gebaut am Wasser, dann wäre er nicht abgebrannt. Das hat er selber davon, recht geschieht’s ihm in Malibu. Auch das höre ich mir mit einer gewissen stoischen Ruhe an und sag: 'Okay.' Ist halt so."


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