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Eier Siegel Welches Ei ist das beste?

220 Eier isst der durchschnittliche Deutsche pro Jahr. Wo und wie leben die Hennen, die diese Eier legen? Lesen Sie hier, was Bio bedeutet, wie Freilandhühner leben und zu welchem Eierkarton Sie guten Gewissens greifen können.

Stand: 12.03.2019

Eine Hand voll Hühnereier | Bild: mauritius-images

Der Eiermarkt ist unendlich groß, das Angebot vielfältig und die Kennzeichnung undurchsichtig. Gesetzliche Regelungen für Legehennen bestimmen, wie ein Ei gekennzeichnet werden muss und schreiben regelmäßige Kontrollen in den Betrieben vor. Jede Haltungsform und jedes Siegel hat seine eigenen Regeln und Gesetze. Zudem werden immer mehr Supermärkte selbst aktiv und schreiben eigene Siegel und Marken aus. Die Schwerpunkte sind dabei ganz verschieden: Manche legen großen Wert auf den Auslauf, den die Hühner haben, andere auf Medikamente und Futter und wieder andere kümmern sich um das Tierwohl. Grundsätzlich ist die Vermarktung von Eiern in der Europäischen Union gemeinschaftsrechtlich geregelt. Man spricht von sogenannten Vermarktungsnormen für Eier.

Vermarktungsnormen für Eier

Die wichtigste Vermarktungsnorm ist die Verordnung (EG) Nr. 589/2008 der Kommission vom 23. Juni 2008 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 1234/2007 des Rates. Sie ist als Eiervermarktungsnorm bekannt und regelt die Kennzeichnung, aber auch das Waschen, Sortieren, Transportieren und Verarbeiten von Eiern.

Damit diese Normen auch umgesetzt werden, finden an Legehennen-Betrieben regelmäßig staatliche Kontrollen statt. Diese werden in Bayern von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) durchgeführt.

Kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT)

Der Verein KAT ist die wichtigste Kontrollinstanz für die Herkunftssicherung und Rückverfolgung von Eiern aus Deutschland und den benachbarten EU-Ländern. Die meisten Supermärkte setzen eine KAT-Zertifizierung voraus, um die Eier ins Sortiment aufzunehmen. Das KAT-Siegel garantiert die Kontrolle von Futter, Stall und Packstelle. Es zeigt auch, dass die Eier der Eiervermarktungsnorm, allen EU-Richtlinien und Verordnungen und der deutschen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung entsprechen.

Was bedeutet der Code auf dem Ei?

Im Jahr 2004 wurde der sogenannte Eier-Code gesetzliche Kennzeichnungsvorgabe innerhalb der Europäischen Union. An dem Code können Sie ablesen, welches Ei Sie vor sich haben und woher es stammt.

Die erste Ziffer des Codes zeigt eine der vier Haltungsformen an:

  • 0 = Ökologische Erzeugung (Bio-Eier)
  • 1 = Freilandhaltung (Freilandeier)
  • 2 = Bodenhaltung
  • 3 = Käfighaltung bzw. Kleingruppenhaltung

Danach folgt ein Kürzel des EU-Landes aus dem das Ei kommt. Eier, die aus Deutschland kommen haben an dieser Stelle also ein "DE". Zum Schluss steht die sechsstellige Betriebsnummer, des Legehennenbetriebs. Die ersten Zahlen geben das Bundesland bzw. den Regierungsbezirk an:

  • 091 Oberbayern
  • 092 Niederbayern
  • 093 Oberpfalz
  • 094 Oberfranken
  • 095 Mittelfranken
  • 096 Unterfranken
  • 097 Schwaben

Worauf sollten Sie achten?

Eier aus Deutschland unterliegen scharfen Kontrollen. Der Haltungsstandard in Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch. Beim Eierkauf sollten Sie auf zwei Dinge achten: Einerseits auf Regionalität. Diese können Sie am Eier-Code ablesen. Wir empfehlen Ihnen Eier aus Ihrer Nähe zu kaufen. Andererseits sollten Sie sich über die Haltungsform der Hühner Gedanken machen – Käfighaltung, Bodenhaltung, Freilandhaltung oder ökologische Haltung. Auch die gibt der Eier-Code an.

Qualität aus Bayern

Um sicher zu gehen, dass das Ei, das Sie kaufen aus Bayern kommt hilft das Siegel „Geprüfte Qualität Bayern“. Dieses Zeichen garantiert, dass die Eier von Hühnern aus Bayern gelegt wurden. Es bedeutet aber auch, dass die Eier in Bayern be- und verarbeitet sowie abgepackt wurden.

Alle Produkte mit diesem Siegel sind der durchgängigen Kontrolle des bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterzogen. Für jedes GQ-Bayern-Produkt sind Qualitätskriterien festgeschrieben, die über dem gesetzlichen Standard liegen. Das GQ-Logo besagt beispielsweise, dass in einem Legehennenstall kein Klärschlamm ausgebracht werden darf und, dass im Hühnerfutter kein Fischmehl enthalten ist. Das Siegel gibt es im Übrigen für alle deutschen Bundesländer. 

Haltungsformen

Neben der Herkunft bestimmt die Haltungsform, welches Ei Sie vor sich haben - Käfighaltung, Bodenhaltung, Freilandhaltung oder ökologische Haltung. Der Großteil, der in Deutschland produzierten Eier stammt aus Bodenhaltung oder Freilandhaltung. Das liegt vor allem an dem hohen Bedarf nach Eiern, der nur in diesen Haltungsformen gedeckt werden kann.

Laut dem Landesverband der Bayerischen Geflügelwirtschaft e.V. landen nur 15 % der produzierten Eier als Ei im Supermarkt. Der Rest wird weiterverarbeitet in Bäckereien und Restaurants. Eier stecken in Nudeln, Suppen, Gebäck, Süßigkeiten, im Likör, in Babynahrung, Mayonnaise und Salatdressing. Sie sind in fertigen Gerichten, Eiscreme oder in Medikamenten und Kosmetika. Wir wollen genau wissen, was hinter den vier Haltungsformen steckt. 

Bodenhaltung

Eier aus Bodenhaltung erkennen Sie an der „2“ am Anfang des Eier-Codes. Für diese Eier gibt es keine speziellen Siegel. Allerdings kann man die Zertifizierung „Bodenhaltung“ als Siegel begreifen. Für Landwirte mit Legehennen in Bodenhaltung gelten folgende Regeln:

Maximal 6000 Hennen leben in einem Stall mit Bodenhaltung.

Nicht mehr als 6000 Hennen leben in einem Stall. Sobald Trennwände eingezogen werden, kann sich diese Menge vervielfachen. Maximal neun Hühner teilen sich einen Quadratmeter Stall. Allerdings kann das auch auf mehreren Ebenen im Stall erfolgen. Die Hennen können sich im Stall frei bewegen und so den gesamten Stallraum nutzen. Der Stall muss mit ausreichend natürlichem Licht durchflutet sein. Jeder Henne stehen 15 cm Sitzstange zu. Im Stall müssen so viele Sitzstangen vorhanden sein, dass alle Hennen gleichzeitig darauf sitzen können. Eine Verletzung an Fußballen und Krallen an den Stangen muss ausgeschlossen sein.

Mindestens ein Drittel des Stalls ist Scharraum und muss mit Material wie Stroh oder Hobelspänen bedeckt sein. Die anderen beiden Drittel bestehen aus Gitterrosten, durch die der Kot fallen kann. Dieser Mechanismus sorgt für die bestmögliche Hygiene. Es gibt Einzelnester, die sich je sieben Hennen teilen und Familiennester, für je 120 Hennen pro Quadratmeter Nestfläche. Die Nester müssen immer zur Eiablage zugänglich sein. Der Nestboden muss aus verformbarem Material bestehen und mindestens 0,5 cm hoch sein.

Tierschützer sind sich einig, dass Bodenhaltung nicht artgerecht ist. Die Tiere dürfen sich zwar frei im Stall bewegen, haben aber viel zu wenig Platz. Für die Themen Futtermittel, Medikamente, das Kürzen der Schnäbel und zur Junghennen-Aufzucht bzw. zum Vernichten der männlichen Hühner gibt es keine Regeln.

Freilandhaltung Hühner

Bei dem Wort Freilandhaltung denken viele Verbraucher an glückliche Hühner, die ihr Leben vollkommen frei in der Natur verbringen. So stimmt das jedoch nicht! Freilandeier werden in Massen produziert und auch diese Haltungsform gehört zur konventionellen Landwirtschaft. Für Hühner-Eier mit dem Eier-Code „1“ gibt es, wie bei der Bodenhaltung keine Siegel. Das Wort „Freilandhaltung“ kann jedoch wie ein Siegel verstanden werden. Für die Freilandhaltung gelten dieselben Regeln wie für die Bodenhaltung mit einigen Zusätzen:

Jedes Huhn hat einen Anspruch auf vier Quadratmeter Auslauf.

Jeder Stall hat in unmittelbarer Nähe einen Auslauf. Dieser ist tagsüber unbeschränkt für alle Hühner zugänglich. Jedes Huhn hat einen Anspruch auf vier Quadratmeter im Freien (im Auslauf). Die Auslauffläche sollte mit Bäumen und Sträuchern bewachsen sein und nicht zu anderen Zwecken genutzt werden, außer als Obstgarten, Wald oder Weide. Die Außenflächen des Hühnerstalls müssen den Hennen die Möglichkeit geben sich zu verstecken. Der maximale Radius der Auslauffläche beträgt 350 m. Bei einem Radius von 150 bis 350 m müssen im Auslauf Unterstände und Tränken vorhanden sein. In der Auswahl des Futters ist der Landwirt frei. Wenn notwendig dürfen Medikamente gegeben werden.

Hühner in Freilandhaltung dürfen jeden Tag an die frische Luft. Sie haben die Möglichkeit zu scharren, zu picken und sich zu bewegen. Leider sind Hennen faul und nutzen häufig nur den Auslauf in Stallnähe. Deswegen wächst dort meist kein Gras. Das Problem dabei ist, dass der Kot der Hennen nicht mehr am Boden kompostiert wird, sondern direkt ins Grundwasser gelangt, sofern der Landwirt nicht dafür sorgt. Und auch hier gibt es keine Regeln für das Kürzen der Schnäbel und für das Vernichten der männlichen Hennen.

Was bedeutet ökologische Hühnerhaltung?

Immer beliebter werden Eier aus ökologischer Erzeugung, also Bio-Eier. Sie erkennen diese an dem Eier-Code - Er beginnt mit einer „0“. Die ökologische Haltung erfolgt unter Einhaltung der Mindestanforderungen der EG-Öko-Basisverordnung (EG) Nr. 834/2007. Folgende Regeln müssen eingehalten werden:

  • Es gelten alle Regeln der ökologischen Landwirtschaft
  • Nicht mehr als 3.000 Hennen leben in einem Stall
  • Maximal sechs Hühner teilen sich einen Quadratmeter Stall
  • Jeder Henne stehen 18 cm Sitzstange zu. Im Stall müssen so viele Sitzstangen vorhanden sein, dass alle Hennen gleichzeitig darauf sitzen können. Eine Verletzung an Fußballen und Krallen an den Stangen muss ausgeschlossen sein.
  • Es gibt Einzelnester, die sich je sieben Hennen teilen und Familiennester, für je 83 Hennen pro Quadratmeter Nestfläche.
  • Mindestens ein Drittel des Stalles ist Scharraum und mit ausreichend Stroh, Hobelspänen oder Sand bedeckt.
  • Der Stall muss einen großen Auslauf haben. Jedem Huhn stehen vier Quadratmeter Auslauffläche zu.
  • Zusätzlich muss es einen Wintergarten geben, der halb so groß ist, wie die von den Tieren genutzte Stallfläche.
  • Die höchstzulässige Anzahl von 230 Legehennen je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche darf nicht überschritten werden.
  • Das Futter der Hühner ist ausschließlich ökologisch erzeugt. Keine Gentechnik.
  • Kranke Tiere werden nur mit Naturheilmitteln und Homöopathie behandelt.
  • Weder Schnäbel noch die Krallen der Hühner werden gestutzt. Gesunde Schnäbel sind wichtig für die Pflege des Gefieders und zum Picken von Körnern.

EU-Bio-Siegel

Seit Juli 2010 müssen alle ökologischen Produkte, die in der Europäischen Union hergestellt werden das EU-Bio-Siegel tragen. Das Siegel wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vergeben. Das sechseckige Bio-Siegel kann zusätzlich zu dem EU-Bio-Siegel verwendet werden.

EU-Bio Logo | Bild: EU

Beide Siegel belegen, dass die Grundsätze der ökologischen Landwirtschaft eingehalten werden. Es werden die Systeme und Kreisläufe der Natur respektiert und die Gesundheit von Boden, Wasser, Pflanzen und Tieren sowie das Gleichgewicht zwischen ihnen erhalten und gefördert.

Für Legehennen heißt das im speziellen, dass ein natürliches Verhalten ermöglicht wird. Die Hühner haben Raum zum Ruhen, Laufen, Picken, Scharren, Staub- und Sandbaden. Es gelten alle oben benannten Vorschriften für „Bio-Eier“ und einige Erweiterungen:

Werden in dem Stall Wände eingezogen, dann kann sich die Gesamtzahl der Tiere in einem Stall um ein Vielfaches erhöhen. So sind bis zu 20.000 Hühner in einem mit dem EU-Bio-Siegel zertifizierten Stall durchaus möglich. Zudem ist Fischmehl ist als Futterbestandteil erlaubt.  

Bio-Eier sind grundsätzlich die beste Wahl. Die Vorgaben des europäischen und deutschen Bio-Siegels verbessern die Lebensqualität der Legehennen deutlich. Allerdings leben Bio-Hennen in keinem Tierparadies. Die Siegel legen nur den Mindeststandard für Bio-Produkte fest. Immer noch leben zu viele Tiere auf zu engem Raum. Deshalb sollte das Bio-Ei, das Sie kaufen zusätzlich noch ein weiteres Siegel wie Bioland, Naturland oder Demeter besitzen.

Bioland

Bioland e.V. ist der führende ökologische Anbauverband in Deutschland. Dessen Ziel ist es unter anderem Tiere so artgerecht wie möglich zu halten. Die Vorschriften für Bio-Eier entsprechen grundsätzlich den, des EU-Siegels, allerdings müssen Bioland-Höfe zusätzliche, strengere Anforderungen erfüllen:

Bioland Logo | Bild: Bioland

Pro Hecktar Stall dürfen maximal 140 Hühner gehalten werden. Zudem sind maximal zwei Ställe nebeneinander erlaubt mit je 3000 Tieren. Die Außenflächen des Hühnerstalls müssen pflanzliche Schutzräume wie Bäume und Sträucher enthalten, die den Hennen die Möglichkeit bieten sich zu verstecken. Zudem sollten die Hühner Flächen haben in denen sie scharren, picken und auch mal ein Staubbad nehmen können. Der Auslauf sollte maximal 150 m betragen. Grundsätzlich werden die Legehennen ausschließlich mit ökologisch gewonnenem Futter versorgt. Das Futter muss mindestens zu 50 % vom eigenen Betrieb oder einem regionalen Bioland Kooperationspartner stammen. Fischmehl ist als Futterbestandteil unzulässig.

Naturland

Das Naturland-Siegel wird vom Verband für ökologischen Landbau e.V. vergeben. Auch hier bilden die Bio-Kriterien des EU-Siegels die Basis und werden um weitere Vorschriften erweitert. Wie oben beschrieben dürfen in einem Bio-Stall maximal 3000 Hennen gehalten werden. Sobald Wände eingezogen werden kann sich die Gesamtzahl der Tiere aber verdoppeln und verdreifachen.

Naturland Logo | Bild: Naturland

Bis zu 20.000 Hühner leben in Ställen mit dem EU-Bio-Siegel. Naturland schiebt dieser Haltung einen Riegel vor: Hier sind pro Stallgebäude maximal vier voneinander abgetrennte Stalleinheiten mit je 3000 Legehennen zulässig. Demnach dürfen in einem Gebäude maximal 12.000 Legehennen gehalten werden. Zusätzlich muss ein Naturlandstall mit ausreichend natürlichem Licht durchflutet sein. Den Hennen steht eine Nachtruhe von mindestens acht zusammenhängenden Stunden zu. Der Stall muss mit Stroh oder Dinkelspelzen ausgestreut sein. Zusätze wie Steinmehl oder Sand sind erlaubt.

Demeter

Diese gehen weit über die EU-Bio-Kriterien hinaus. In einem Demeter-Stall dürfen maximal 3000 Legehennen leben, auch, wenn Trennwände eingezogen werden. Im Durchschnitt leben aber weniger als 300 Tiere auf einem Demeter-Hof. Zwischen zwei Hühnerställen muss ein Mindestabstand von 150 m eingehalten werden. Der Stall muss natürlich einen Außenbereich mit Büschen und Bäumen haben, aber auch Mehrklimazonen und einen überdachten Wintergarten. Die Hennen fressen täglich Körnerfutter. Das Futter muss zu 100% ökologisch angebaut sein und 70% davon müssen nach den Demeter-Kriterien angebaut worden sein. Weder Farbstoffe noch synthetische Aminosäuren oder Fischmehl werden verfüttert.

Käfighaltung wird zu Kleingruppenhaltung

 Der Eier-Code „3“ zertifiziert ein Ei aus Käfighaltung bzw. Kleingruppenhaltung. Das Wort „Käfighaltung“ existiert seit 2009 in der EU begrifflich nicht mehr. Die Landwirte mit dieser Haltungsform werden jetzt als Kleingruppenhalter bezeichnet. Diese soll aber bis 2025 abgeschafft werden. Das Problem: Kleingruppenhaltung entspricht nicht dem natürlichen Verhalten von Hennen.

Kleingruppenhaltung soll bis 2025 abgeschafft werden.

Tierschützer argumentieren dagegen, dass die Tiere Verhaltensstörungen wie Stereotypien oder Kannibalismus entwickeln. Die Haltungsbedingungen sind bundesweit unterschiedlich geregelt. Grundsätzlich hat eine Henne je nach Gewicht lediglich 800 bis 900 Quadratzentimeter Platz, das sind ca. zwei DIN A 4 Seiten. Zwischen 20 und 60 Hühner leben in einem Käfig. Die Hühner haben ein abgedunkeltes Nest zur ungestörten Eiablage, Sitzstangen um sich auszuruhen und Einstreu zum Scharren und Picken. Kleingruppenhaltungs-Eier gibt es in Deutschland mittlerweile kaum noch zu kaufen.

Tierschutz für Hühner

1. Das Kupieren von Schnäbeln

Der Schnabel ist das wichtigste Tastorgan von Hennen. Bei manchen Legehennen werden der Schnabel und auch die Krallen gekürzt, damit sich die Hennen nicht gegenseitig verletzen können. Das Schnäbel kupieren ist nicht nur schmerzhaft für die Hennen, sie können dann auch nicht mehr richtig scharren und picken.

In der ökologischen Hühnerhaltung ist das Kürzen von Schnäbeln und Krallen verboten, bei allen anderen ist das häufig noch gängige Praxis.

2. Das Töten männlicher Küken

Nach Schätzungen werden jedes Jahr 44,1 Millionen männliche Küken in Deutschland getötet. Warum? Die männlichen Hühner legen keine Eier und sind deshalb überflüssig. Die Küken werden mit Kohlendioxid vergast oder geschreddert.

44,1 Millionen männliche Küken werden in Deutschland jedes Jahr getötet.

Bisher wurde für dieses Problem keine massentaugliche Lösung gefunden. Die Rasse der Legehennen wurde über viele Jahre so gezüchtet, dass sie schlank sind, kein Fett ansetzen und möglichst viele Eier legen. Eine normale Henne würde ca. 40 Eier im Jahr legen, das ist für einen Landwirt keine Option. Deshalb eignen sich die männlichen Küken auch nicht für die Fleischproduktion.

Trotzdem haben viele ökologische Landwirte Konsequenzen gezogen: Sie füttern die männlichen Küken und ziehen sie groß. Trotz der gezüchteten Rasse werden die Hähne später geschlachtet und das Fleisch verkauft. Eine andere Alternative ist erst in der Entwicklung: 2018 wurden fast 5 Millionen in die Forschung mit Hühnereiern gesteckt. Gefördert werden Untersuchungsformen am Ei, die es ermöglichen das Geschlecht zu bestimmen, bevor das Küken schlüpft. So könnte das Ei nicht mehr weiter bebrütet werden, absterben und dann zu Tiermehl verarbeitet werden.

Wenn Sie sicher gehen möchten, dass die männlichen Hühner überleben, dann sollten Sie die Verpackungen der Eier genau studieren. Manche Supermärkte weisen explizit Eier aus, die sich um die Aufzucht von männlichen Küken kümmern. Demeter und Bioland haben das Töten der Küken explizit verboten.


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