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Coronatest am Flughafen Test-Pflicht bei Rückkehr aus Risikogebieten ab 8. August

Flugreisen sind trotz Corona möglich - unter bestimmten Voraussetzungen. Lesen Sie hier alles über die Coronatest-Pflicht an Flughäfen, die ab 8. August gilt, Online-Registrierung und Einreisebestimmungen.

Stand: 14.08.2020

Mann schiebt am Flughafen München einen Trolley mit Koffern an dem Schild mit der Aufschrift "Kostenloser Coronatest" vorbei | Bild: dpa/picture alliance

Rückkehr und Corona-Test-Pflicht an Flughäfen

In Deutschland gilt ab ab Samstag, 8. August, eine Corona-Testpflicht für Reisende, die aus Risikogebieten nach Deutschland zurückkommen. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am 6. August angeordnet. Wer sich zwei Wochen vor Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss entweder ein negatives Testergebnis vorlegen, das nicht älter als zwei Tage ist, oder sich testen lassen. Dazu sind an den Flughäfen, in Bahnhöfen und den den Grenzen Teststationen eingerichtet worden. Dort soll der Test kostenlos sein, wie Jens Spahn in der Pressekonferenz am 6. August betonte. Bis das Testergebnis vorliegt, müssen sich Reiserückkehrer auf jeden Fall in Quarantäne begeben.

Grundsätzlich besteht weiterhin die Verpflichtung für alle, die aus Risikogebieten nach Deutschland einreisen, sich 14 Tage in Quarantäne zu begeben, betonte der Minister. Außerdem haben Reiserückkehrer, die aus einem vom Robert Koch-Instituts bestätigten Risikogebiet auf dem Landweg einnreisen, weiterhin die Verpflichtung, sich bei der zuständigen Gesundheitsbehörde zu melden. Hier geht es zum Merkblatt des Bundesgesundheitsministeriums.

Die Bundespolizei soll durch Stichproben kontrollieren, ob sich die Menschen an die Vorgaben halten.

Das sind die Teststationen in Bayern

Corona-Test an der bayerische Grenze, auf der Rastanlage Hochfelln Nord

Neben Teststationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen können sich auch Urlauber, die mit dem Auto aus einem Risikogebiet zurückkommen, an Bayerns Grenzübergängen auf Corona testen lassen, um mit einem negativen Testergebnis eine 14-tägige Quarantäne vermeiden zu können. Dazu sind Teststationen in der Nähe von Walserberg, in Pocking und Kiefersfelden eingerichtet worden. Die Teststationen befinden sich an den Raststätten Hochfelln Nord, Heuberg und Donautal Ost.
Für Bahn-Reisende: An den Bahnhöfen von München und Nürnberg gibt es auch Testzentren für freiwillige Tests.

Welche Coronatests werden in Deutschland anerkannt

Wer nicht 14 Tage in Quarantäne gehen will, kann sich auch vor der Wiedereinreise nach Deutschland - auf eigene Kosten - im Urlaubsland testen lassen. Bei der Einreise darf ein negatives Testergebnis höchstens 48 Stunden alt sein. Tests werden aus allen Staaten der EU anerkannt. Aus welchen Nicht-EU-Ländern die Tests auch akzeptiert werden, steht auf der Liste des Robert Koch-Instituts.

Wohin darf man reisen - was sind Risikogebiete

Grundsätzlich können Sie derzeit in alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union, in Schengen-assoziierte Staaten und in das das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland reisen, also nach Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Republik Zypern, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz und auch nach Andorra, Monaco, San Marino und in den Vatikanstaat. Für all diese Länder gibt es keine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt. Allerdings wird vor einer nicht notwendigen, touristischen Reise in alle anderen Länder ausdrücklich gewarnt.

Derzeit (Stand 14.08.) hat das Robert Koch Institut eine Reisewarnung ausgesprochen für folgende innereuropäische Gebiete: Luxemburg, die belgische Region Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien, Navarra, dem Baskenland, die Hauptstadtregion Madrid und die Insel Mallorca. Eben so wird vor touristischen Reisen in vielen Teilen Rumäniens, für einige Gebiete in Bulganien und vor Reisen nach Serbien abgeraten.

Für fast alle außereuropäischen Länder gilt eine Reisewarnung. Welche Länder als Risikogebiete eingestuft werden, das finden Sie auf der Liste des Robert Koch-Instituts.

Das gilt für die Türkei

Die Türkei gilt weiterhin als Risikogebiet, allerdings hob die Bundesregierung die Reisewarnung für die vier türkischen Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla am 4. August auf. In der Türkei können deutsche Reiserückkehrer vor Ort einen Test machen lassen.

Das Auswärtige Amt spricht aktuell nur dann eine Reisewarnung aus, wenn in einem Land die Neuinfiziertenzahl von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen überschritten wird. Informieren Sie sich deshalb vor Ihrer Reise beim Auswärtigen Amt über den Status Ihres Urlaubslandes.

Testmöglichkeiten an den Flughäfen

Die Corona-Tests für die Urlauber aus Risikogebieten gibt es in Bayern an den Flughäfen Nürnberg, München und Memmingen. Sie sind verpflichtend und kostenlos.

Keine Quarantäne für Urlauber aus EU-Ländern bis auf Ausnahmen

Grundsätzlich gilt: Wer aus EU- und Schengen-Staaten sowie aus Großbritannien nach Deutschland zurückkehrt, muss nicht in häusliche Isolation. Das kann sich allerdings ändern, wenn im Reiseland die Zahl der Neuinfizierten bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen liegt. Dann würde auch das Auswärtige Amt eine Reisewarnung aussprechen.

Das Robert Koch-Institut weist jedoch auch darauf hin, dass Einreisende aus Risikogebieten auch eine Quarantäne umgehen können, wenn sie mit einem ärztlichen Zeugnis nachweisen, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind.

Online Registrierung vor dem Flug

Viele Länder fordern aufgrund der Corona-Krise vor Einreise eine Online Registrierung und das Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens. Welche das sind und wo Sie sich registrieren können:

Griechenland

Wenn Sie nach Griechenland reisen wollen, dann müssen Sie sich vorher hier online registrieren: Onlineregistrierung Griechenland. Der Fragebogen muss spätestens 24 Stunden vor der Abreise ausgefüllt werden. Darin werden unter anderem Flugnummer, Angaben zu Besuchen in anderen Ländern sowie die Anschrift, unter der Sie in Griechenland während des Urlaubs vollständig zu erreichen sind, abgefragt. Ist das Formular korrekt ausgefüllt, erhalten Sie einen QR-Code per Mail. Diesen müssen Sie bei der Einreise oder auch schon beim Boarding vorzeigen.
Bei einzelnen Reisenden wird zusätzlich am Flughafen in Griechenland bei der Einreise ein Corona-Test durchgeführt. Wer getestet wird, richtet sich laut Auswärtigem Amt nach einem Algorithmus, der auf Grundlage der eingegangenen Anmeldedaten eine Risikoeinschätzung trifft. Der Test ist für Reisende kostenlos. Allerdings muss man bis zum Vorliegen des Testergebnisses eine Selbstisolation einhalten. Grundsätzlich liegen die Testergebnisse aber in der Regel innerhalb von 24 bis 72 Stunden vor und Sie können in den Urlaub starten. Wenn Sie keinen Code vorzeigen können, dann droht Ihnen nach Angaben des Auswärtigen Amts eine Geldbuße von 500 Euro.  

Spanien

Seit Anfang Juli dürfen wieder Touristen nach Spanien, auf die Kanarischen Inseln, die Balearen Mallorca, Menorca und Ibiza reisen. Allerdings müssen alle Flugpassagiere unabhängig von ihrem Herkunftsland ein Formular im Spain Travel Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen. Auch hier erhalten Sie einen QR-Code, den Sie bei bei Einreise vorzeigen. Die Registrierung kann frühestens 48 Stunden vor der Einreise erfolgen und kann auch über die kostenfreie SpTH-App abgewickelt werden. Zusätzlich kann es sein, dass vor Ort am spanischen Flughafen eine Gesundheitskontrolle durch Temperaturmessung, eine Auswertung des Einreiseformulars durch die Gesundheitsbehörde und eine visuelle Kontrolle des Reisenden erfolgt.

Achtung: Sobald die Infektionszahlen vor Ort steigen, können die lokalen Behörden jederzeit die Einreise stoppen. Derzeit (Stand 14.08.2020) sind die Autonomen Gemeinschaften Aragón, Baskenland, Katalonien, Madrid und Navarra, sowie die Insel Mallorca zum Risikogebiet erklärt worden. Daher gilt für Urlauber aus diesen Gebieten, die zurück nach Deutschland reisen, eine Quarantänepflicht von zwei Wochen. Oder Sie können einen Corona-Test vorlegen. Informieren Sie sich unbedingt vor Ihrem Spanienurlaub auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Türkei

Das Auswärtige Amt warnt weiterhin vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Türkei. Für die Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla besteht seit 4. August keine Reisewarnung mehr. Allerdings hat die Türkei selbst das Einreiseverbot für deutsche Staatsangehörige am 11. Juni 2020 aufgehoben. Bei Einreise in die Türkei werden Temperaturmessungen durchgeführt und bei erhöhter Körpertemperatur zusätzliche Gesundheitsuntersuchungen vorgenommen. Es kann auch ein kostenloser Corona-Test angeordnet werden. Sollten Sie in die Türkei reisen wollen, dann ist zu bedenken, dass Türkei-Rückkehrer eine 14-tägige Zwangs-Quarantäne antreten müssen. Von dieser können Sie befreit werden, wenn Sie bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. 

Frankreich

Auch in Frankreich müssen Sie bei Einreise ein Formular ausfüllen: Onlineregistrierung Frankreich. Darin nennen Sie Ihren Einreisegrund und bestätigen Ihre eigene COVID-19-Symptomfreiheit. Wenn Sie mit dem Flugzeug von Frankreich zurück nach Deutschland fliegen, dann kann es sein, dass bei allen Flugpassagieren vor dem Boarding die Körpertemperatur gemessen wird, damit sich das Virus nicht auf engem Raum im Flugzeug ausbreiten kann.

Verschärfte Vorsichtsmaßnahmen gelten für die Überseegebiete Französisch-Guyana, Mayotte, Französisch-Polynesien, Neu-Kaledonien sowie Wallis und Futuna. Flugreisen ohne triftigen Grund sind derzeit verboten. Die französischen Antillen (Guadeloupe, Martinique, St. Martin, St. Barthélémy) und La Réunion sind davon nicht mehr betroffen, allerdings gilt dort eine Quarantänepflicht bei Ankunft. Das Auswertige Amt rät von einer Reise in diese Gebiete ab.

Italien

Italien war und ist von der Pandemie besonders stark betroffen. Die Einreise aus Deutschland ist seit Anfang Juni ohne besondere Gründe und ohne Quarantänepflicht wieder gestattet.

Reisende nach Sardinien, Apulien, Sizilien und Kalabrien müssen sich 48 Stunden vor Einreise registrieren. Hierzu stellt die Regione Autònoma de Sardegna auch ein Online-Formular in deutscher Sprache zur Verfügung. Für Sizilien gibt es auch eine entsprechende App "SiciliaSiCura".

Großbritannien

Für Reisende nach Großbritannien und Nordirland gilt ebenfalls die Pflicht zu einer elektronischen Anmeldung vor Einreise. Registrieren kann man sich nur im Internet und frühestens 48 Stunden vor der Reise. Seit 10. Juli 2020 müssen Reisende aus Deutschland nach der Einreise nicht mehr in Quarantäne, sofern sich die Reisenden in den 14 Tagen vor der Reise ausschließlich im eigenen Land aufgehalten haben. Dies gilt auch für Schottland, Nordirland und Wales.

Portugal

Derzeit gibt es keine Einreisebeschränkungen für Deutsche, die nach Portugal reisen. Reisende müssen bei Einreise jedoch persönliche Angaben zum Zielort, Reisegrund und ihrer Erreichbarkeit, auch während des Aufenthalt in Portugal, machen. Ein entsprechendes Formular erhalten Sie im Flugzeug und es wird von den Fluggesellschaften einbehalten. Am Zielort wird allen Einreisenden per Infrarot die Körpertemperatur gemessen. Sollte die Temperatur 37,5°C übersteigen, müssen Sie mit weiteren Untersuchungen, Tests, Selbstisolation und häuslicher Quarantäne rechnen. Ähnlich ist die Situation auch in den Autonomen Regionen Madeira und auf den Azoren. Auch hier muss man vor der Einreise eine Gesundheitserklärung abgegeben werden: Onlineformular für Madeira / Online Formular für Azoren.


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