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Brille richtig putzen 5 Tricks, wie die Brille sauber wird

Taschentuch oder Hemdzipfel? Bitte damit nie eine Brille sauber machen. Wir haben 5 Tipps, was die Brille richtig gut und schonend reinigt.

Stand: 20.03.2018

Frau putzt Brille | Bild: colourbox.com

1. Brille putzen ohne Kratzer

Papiertaschentücher oder Haushaltsrolle: Beides kann kratzende Holzfasern enthalten. Auch Hemd, T-Shirt und Bluse scheiden aus.

"Wir haben heute mittlerweile zu 90 Prozent Brillen mit Kunststoffgläsern. Hat man nur ein Sandkorn auf dem Tuch oder der Bluse und reibt damit die Gläser der Brille, hat man das beste Schmirgelpapier."

Rainer Hankiewicz, Landesinnungsmeister der Augenoptiker Bayern

2. Brille reinigen - Spülmittel!

So einfach geht die richtige Brillenreinigung: Brillengestell und Gläser unter lauwarmes bis warmes Wasser halten. Je einen Tropfen mildes Geschirrspülmittel sanft auf beiden Gläsern verteilen. Immer das Gestell mitreinigen, denn an den Ohrenbügeln und am Nasensteg sammeln sich Hautfett und Schweiß. Die Brille anschließend unter fließendem Wasser abspülen und mit einem Mikrofasertuch oder einem weichen, nicht fusselnden Geschirrhandtuch aus Baumwolle trocken tupfen. Wenn nötig, mit dem mitgelieferten Spezialbrillentuch nachpolieren.

Kein rückfettendes Geschirrspülmittel verwenden. Das mag zwar gut zur Haut sein, hinterlässt aber Schlieren auf den Gläsern. Ein Spülmittel, das "antibakterielle Zusätze" enthält, ist zu scharf für die Brillenreinigung.

3. Brille reinigen immer abends

Abends ist die Reinigung unserer Brille leichter. Und das hat einen einfachen Grund.

"Unsere Haut schwitzt und atmet. Dabei gibt sie auch Salze ab, die sich, zusammen mit Fett aus Crèmes, an unseren Brillen anlagern. Wenn diese abkühlen, werden sie kristallin und damit härter. Beim Reinigen unserer Brillen kann dies zu Kratzern auf den Gläsern führen. Deswegen empfehle ich, die Brille immer direkt nach der Anwendung, also abends, flüssig zu reinigen, denn dann sind diese Salze noch weicher."

Nicole Stolz, Augenoptikermeisterin

Alle 3 bis 6 Monate sollten wir unserer Brille eine Reinigung im Ultraschallbad gönnen. Optiker bieten diesen Service oft kostenlos an.

4. Feuchte Brillenputztücher - schädlich für Kunststoffgläser

Feuchte Brillenputztücher enthalten Duftstoffe und Alkohol. Dieser kann bestimmte Kunststoffgläser schädigen und zwar Gläser aus Polycarbonat, die oft für Sport- aber auch Kinderbrillen verwendet werden. Das ergab ein Test der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena.

Frau mit Strohhut und Herz-Sonnenbrille | Bild: mauritius-images zum Artikel Günstige Sonnenbrillen Schutz oder Schaden fürs Auge?

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An der Fachhochschule hatte ein Team im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks sechs verschiedene Brillenputztücher verschiedener Preisklassen getestet.

Billige Brillenputztücher sollte man auch für Brillengläser aus Glas nicht verwenden: Sie schaden zwar nicht dem Glas an sich, aber den aufgebrachten Beschichtungen wie zum Beispiel Entspiegelungen.

Hochwertige feuchte Brillenreinigungstücher, die man beim Optiker und auch im gut sortierten Drogeriemarkt bekommt, sind milder und damit für Brillengläser aus Glas für unterwegs geeignet, wenn sie nicht zu häufig benutzt werden. Und: Wenn man die Brille vorher kurz unter fließendes Wasser halten kann, "massiert" man Staubkörnchen mit dem Feuchttuch auch nicht ein. Wer sich unsicher ist, ob er seine Brille mit einem Feuchttuch reinigen kann, fragt am besten seinen Optiker.

5. Brillentücher waschen

Das Brillentuch, das uns der Optiker beim Brillenkauf mit gibt, gehört immer ins Brillenetui. Und das aus zwei Gründen: An das Tuch, mit dem wir unsere Gläser polieren, soll kein Staub kommen. Zweitens schützt das Tuch die Gläser, wenn wir es um die Brille legen:

"Das Innenleben der Brillenetuis besteht heute in der Regel aus Kunststoff und nicht wie früher aus Samt. Legt man die Brille nun ungeschützt in das Etui, dann kann es durch die Bewegungen im Etui zu Kratzern auf Gläsern und Fassungen kommen.  Hier einfach die Brille in das kleine, saubere Brillentuch einschlagen und die Materialien sind geschützt."

Nicole Stolz, Augenoptikerin

Woran merke ich, dass ich mein Brillentuch waschen muss? "Spätestens daran, dass es nicht mehr richtig reinigt, wie zum Beispiel das Fett nicht mehr gründlich entfernt oder Schmutzflecken aufweist", sagt Augenoptikerin Stolz.

Die Brillenputztücher vom Optiker kann man in der Waschmaschine bei 40 Grad waschen. Keinen Weichspüler verwenden, denn der verklebt die feine Struktur der Tücher.

Nachtblind oder nicht?

Wer nachts deutlich schlechter sieht als am Tag, der sollte sich informieren, ob er unter Nachtblindheit leidet: Nachtblindheit - bin ich wirklich nachtblind?


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