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Welcher Müll wohin Blauer Kassenzettel, Knochenreste & Co - in welche Tonne?

Dürfen Trinkgläser ins Altglas? Oder Ordner? Wohin mit dem blauen Kassenbon und in welchen Container müssen blaue Flaschen? Und was ist mit schwarzem Plastik? Wir klären, welcher Müll wohin gehört.

Von: Alexander Dallmus

Stand: 05.03.2021

Müll | Bild: mauritius-images

Papiermüll trennen

Die Wiederverwertungsquote bei Papier ist schon sehr hoch und soll noch weiter auf bis zu 90 Prozent steigen. Denn Papiere oder auch Kartonagen sind dafür ideale Stoffe. Eine Papierfaser kann bis zu sieben Mal wiederaufbereitet werden. Recyclingpapier spart gegenüber Frischfaserpapier bis zu 60 Prozent an Energie, bis zu 70 Prozent Wasser sowie CO2-Emissionen und Abfall.

Darf der blaue Kassenzettel ins Altpapier?

EDEKA wirbt derzeit ganz intensiv auf der Rückseite damit. Seit Jahren sind Kassenbons, Parktickets oder Konzertkarten im Altpapier tabu. Das liegt am Giftstoff "Bisphenol A", der in vielen so genannten Thermopapieren enthalten ist. Dieser Stoff wirkt ähnlich wie ein Hormon und gilt als erbgutschädigend. "Farbentwickler wie Bisphenol verteilen sich im Altpapier, wenn sie im Ort mit dem Altpapier gesammelt werden", erklärt Kreislaufwirtschaftsexperte Martin Meier vom LfU, "und gelangen anschließend über Recycling-Produkte zurück zum Verbraucher". "Bisphenol A" ist zwar seit Anfang 2020 verboten, aber da nicht klar war, wie viel des alten Kassenbon-Papiers noch in Umlauf war, galt immer die Empfehlung: Bitte Kassenbons nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll werfen.

EDEKA verwendet beispielsweise ein grau-blaues Thermopapier, das tatsächlich ins Altpapier darf. Allerdings handelt es sich beim Hersteller um das bislang einzige Produkt, das zugelassen ist. In vielen Fällen ist das eine Bisphenol durch ein anderes ersetzt worden ist. Mittlerweile wird oft "Bisphenol S" verwendet. Zu diesem Stoff gibt es jedoch nur wenige Studien. Von daher kann nur vermutet werden, dass er ähnlich wirkt wie "Bisphenol A", aber verboten ist er eben nicht. Außer für die blau-grauen Kassenbons gilt daher nach wie vor: Bitte nicht in die Blaue Tonne!

Dürfen Pizzakartons ins Altpapier?

Für viel Unsicherheit in den sozialen Medien sorgte 2020 eine Androhung der Stadt Wien, Bußgelder wegen Pizzakartons im Altpapier zu erheben. Natürlich sind ganz normale Pizzakartons für die Altpapiertonne geeignet. Aber eben nur dann, wenn nicht noch die halbe Pizza drin liegt oder der Karton total dreckig ist. Das war auch der Grund, warum über Bußgelder nachgedacht worden ist. Nicht das Material war das Problem, sondern der Grad der Verschmutzung. Wenn die Pappe ölig und verdreckt ist, hat der Pizzakarton natürlich nichts im Altpapier verloren.

Collegeblock Altpapier

Kann ich den Jahreskalender komplett im Altpapier entsorgen? Oder auch Collegeblöcke oder andere Produkte, die mit Spiralen oder Metall zusammengehalten werden? Wer es besonders ordentlich machen möchte, trennt natürlich: "Die mineralischen Spiralen in den Jahreskalendern sammeln und in die Metallsammlung am Wertstoffhof geben", rät Martin Meier vom Landesamt für Umwelt, "der Jahreskalender selbst kann ins Altpapier."

Darf Geschenkpapier in die blaue Tonne?

Bedrucktes Geschenkpapier ist kein Problem. Ab ins Altpapier. Anders sieht's beim beschichtetem Papier aus. Alles was so metallisch ist und sich nicht mehr wie Papier anfühlt, darf nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll.

Plastik aus Holzfaser

Ist das Fenster aus Plastik, wäre es ganz korrekt, es herauszutrennen und in den Restmüll zu geben - denn es ist nicht für den gelben Sack lizenziert. Allerdings ist das nicht unbedingt notwendig, die Tüte kann einfach so komplett in die Blaue Tonne: In der Papierfabrik wird es im sogenannten Pulver als Reject- oder sogenannter Spuckstoff ausgesondert, wie viele andere Störstoffe im Altpapier auch, und dann im Regelfall der thermischen Verwertung zugeführt. Mittlerweile werben auch einige Händler damit, dass die Sichtfenster ihrer Backtüten aus Holzfaser hergestellt sind. Auch diese dürfen ins Altpapier.

Verpackungsmüll: Gelber Sack/Gelbe Tonne

Wer gefüllte Verpackungen in Umlauf bringt, ist gesetzlich verpflichtet, auch für Rücknahme und Verwertung zu sorgen. Gilt auch für Online-Händler. Sie alle müssen sich beim Verpackungsregister Lucid registrieren lassen. Das soll das Trittbrettfahrer-Problem lösen: Zu viele Verpackungshersteller zahlten nämlich - über Lizenzen für den Gelben Sack - überhaupt nicht für die Verpackungsentsorgung und das -recycling oder eben zu wenig.

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Alu in den Gelben Sack?

In den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne gehören nicht nur alle Verpackungen aus Kunststoff, sondern auch aus Metall, zum Beispiel aus Alu. In zahlreichen Kommunen in Deutschland können die Verbraucher schon jetzt auch Wertstoffe aus Plastik und Metall in den Verpackungsmüll werfen - etwa Kleiderbügel oder die alte Bratpfanne. Allerdings muss es dafür eine Kooperation zwischen DSD und den Kommunen geben. Diese sinnvolle Regelung sollte eigentlich bundesweit kommen, scheiterte aber bislang vor allem am Geld. Bei einer Wertstofftonne müssen sich DSD und Kommunen nämlich über die Verteilung der Kosten einigen, d.h. der Verpackungsmüll wird herausgerechnet.

Ein Versuch: Die türkisfarbene Wertstofftonne im Landkreis Fürstenfeldbruck

Einen ganz eigenen Weg ist der Landkreis Fürstenfeldbruck gegangen. Hier gibt es bereits seit geraumer Zeit die türkisfarbene Wertstofftonne. Die ist - je nach Größe - kostenpflichtig und wird alle vier Wochen geleert. Eigentlich eher für Hartplastik und Metall gedacht, wird auch Verpackungsmüll geduldet und dann, nach der Abholung, sortenrein für das Duale System Deutschland getrennt. Nach Angaben des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Fürstenfeldbruck wurde die Wertstofftonne in den letzten Monaten verstärkt nachgefragt.

Zumindest mal eine erfreuliche Tendenz: Die Recyclingquote ist 2020 bei den Kunststoffen stark gestiegen, auf weit über 50 Prozent. Da scheint das Verpackungsgesetz zu greifen. Und - auch das ist ganz wichtig - die technischen Möglichkeiten haben sich soweit verbessert und entwickelt, dass sich Altplastik besser aufbereiten und wiederverwerten lässt.

Muss ich meine Kunststoff-Verpackungen (wie Joghurtbecher) auswaschen?

Grundsätzlich gilt: Wenn Müll sehr stark verdreckt ist, wird er verbrannt. Es reicht jedoch, wenn alle Verpackungen im gelben Sack restentleert sind. "Wir nennen das gerne‚ löffelrein'", sagt Axel Subklew von der Kampagne "Mülltrennung wirkt!", einer Initiative der dualen Systeme in Deutschland, "also ausgekratzt. Dass eben keine großen oder groben Reste drin sind, denn die stören den Recyclingprozess." Ein Auswaschen ist somit nicht notwendig und spart Wasser.
Mehr dazu lesen Sie hier: Was muss sauber in den Gelben Sack?

Aktenordner Altpapier oder Gelber Sack?

Dürfen alte Aktenordner in den gelben Sack? Grundsätzlich nicht, denn Aktenordner gelten nicht als Verpackungsmüll und sind somit auch nicht lizenziert. Aktenordner sollten getrennt werden. Diese bestehen aus Pappe und sind oftmals noch mit Kunststoffen umhüllt. Und dann gibt es noch metallhaltige Teile der Hebeltechnik oder zum Schutz der Ecken und Kanten. "Auch hier ist es sinnvoll, die Metalle auszulösen", sagt Kreislaufwirtschaftsexperte Martin Meier, "die Kunststoffe aufzuschneiden und abzutrennen. Und damit kann der Karton in die Papiertonne, die Metalle ins Altmetall und der Kunststoff entweder in die Restmülltonne oder gelbe Tonne, je nach Abfallsatzung."

Müssen Kaffeekapseln ausgekratzt werden?

Streng genommen ja, da Kaffeepulver eigentlich in die Biotonne gehört. Die Entsorger nehmen es aber in Kauf, dass in diesem Fall die Kapseln nicht restentleert werden. Viele Kaffeekapseln aus Plastik sind zudem gar nicht für den Gelben Sack lizenziert, bedauert Axel Subklew von der Kampagne "Mülltrennung wirkt!": "Das ist aus Sicht der Abfalltrennung natürlich eine unbefriedigende Situation, weil ich der Kapsel nicht ansehen kann, ist sie jetzt an dem System beteiligt und darfst du dann offiziell in die Gelbe Tonne/Gelber Sack", sie werden also geduldet. Nespresso-Kapseln aus Alu sind bereits seit 1993 freiwillig beim Grünen Punkt lizenziert und können daher auch über den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne entsorgt werden. Dabei behindert, nach Meinung von Nespresso, der Kaffeesatz den Recyclingprozess nicht.

Muss ich den Alu-Deckel vom Joghurtbecher trennen, wenn doch beides in den Gelben Sack kann?

Besser ja. Die Banderole kann zum Altpapier. Das Problem bei der späteren Sortierung ist, dass der Deckel eben aus einem anderen Material ist, als der Korpus. "Wenn dieses andere Material fest mit dem Kunststoffbecher verbunden ist", erklärt Axel Subklew von der Kampagne "Mülltrennung wirkt!", "dann wird es in der Sortierung schwierig. Dann muss die Anlage entscheiden, geht das Richtung Aluminium, dann wäre der Kunststoff ein Verlust für das Recycling. Oder wird Richtung Kunststoff sortiert, dann ist das Aluminium ein Verlust für das Recycling." Wenn beides voneinander getrennt wird, können die unterschiedlichen Stoffe besser zugeordnet und sortiert werden für das spätere Recycling.

Stört schwarzes Plastik den Recyclingprozess?

Viele Recycling-Anlagen arbeiten mit der sogenannten Nah-Infrarot-Technologie (NIR). Bei der Identifikation nutzen die optischen Sensoren dabei die Reflexion von Licht, um die Stoffe zu erfassen und zu sortieren. Schwarze Plastikverpackungen konnten wegen der enthaltenen Rußpartikel deshalb bislang oft nicht genau identifiziert werden und sind daher aussortiert worden. Mittlerweile gibt es neue Stoffentwicklungen, so dass auch schwarzes Plastik erkannt werden kann. Henkel hat bereits vor ein bis zwei Jahren entsprechendes Material erfolgreich getestet. "Man kann aber der Verpackung zurzeit nicht ansehen", sagt Axel Subklew, "ist es jetzt rußbasiert gefärbt oder ist es neu gefärbt? Wenn man alles richtig machen will, dann vermeidet man und geht lieber auf andere Farben." Es sind bereits Lösungen in der Anwendung. Aber bis das für alle schwarzen Plastikverpackungen gilt, dürften noch ein paar Jahre vergehen.

Wohin mit alten Teelicht-Hüllen?

Grundsätzlich sind natürlich Teelichter ohne Aluhülle zu empfehlen, sagt Lia Polotzek vom BUND: "Und da gibt es mittlerweile ganz viele Alternativen, die eben darauf verzichten." Grundsätzlich gilt die Hülle - egal, ob Plastik oder Alu - aber nicht als Verpackungsmüll, ist also nicht lizenziert. In der Restmülltonne wären die Wertstoffe aber verloren. Deshalb ist die Wertstofftonne hier die bessere Wahl. Schließlich werden in Deutschland jährlich etwa acht Milliarden Teelichter verkauft. 

Altglas

Laut Verpackungsgesetz müssen die dualen Systeme aktuell mindestens 80 Prozent aller (Einweg-)Glasverpackungen recyceln und das geht nur mit ordentlich getrenntem Glas.  Befindet sich zum Beispiel ein braunes Glas zwischen Weißglas, verfärbt sich beim Einschmelzen das gesamte weiße Glas. Das Zusammenkippen getrennter Glasscherben würde demnach zu Verunreinigungen führen, die ein Recycling erschweren.

Wohin gehört das blaue Glas?

In welches Einwurfloch gehören blaue Flaschen?

Jede Glasflasche besteht zu 60 Prozent aus alten Scherben, bei grünen Gläsern können es sogar bis zu 90 Prozent sein. Nicht klar definierte Farben, wie blaues Glas, gehören deshalb zum Grünglas, das als Mischfarbe die meisten Unreinheiten verträgt.

Muss ich Aufkleber auf Einmachgläsern oder Glaskonserven entfernen?

Nein. Das kann man sich sparen. Diese Aufkleber werden beim Recyclingprozess genauso entfernt, wie andere Störstoffe. Zum Beispiel Reste, die noch in den Gläsern sind und dergleichen.
Übrigens: Wenn Sie die Gläser behalten und etwa zum Marmeladeeinkochen verwenden wollen - hier ein Trick, wie Sie die Etiketten gut abkriegen, ohne viel Rubbelei.

Muss ich Deckel und Verschlüsse abmachen?

Die Entsorger werden es allen danken, die mit ein paar Handgriffen diese Vorarbeit leisten. Wenn sie mit den Schraubgläsern im Glascontainer landen, ist das aber auch kein Beinbruch, denn in den Sortieranlagen werden Deckel oder Korken von den Hohlkörpern gelöst. Verschlüsse aus Plastik und die jeweiligen Deckel kommen in den Gelben Sack. Naturkorken dagegen könnten Sie sammeln und beispielsweise auf den Wertstoffhöfen abgeben.

Sollte man auch kaputte Trinkgläser ins Altglas werfen?

Dürfen angeknackste oder kaputte Trinkgläser ins Altglas?

Bitte nicht! Trinkgläser sind dickwandiger als übliches Verpackungsglas und haben daher einen höheren Schmelzpunkt. Sie müssen deshalb aussortiert werden, weil sie den Recyclingprozess behindern. Das gilt natürlich auch für Bleikristall, Blumenvasen oder Glas-Aschenbecher. Am besten, Sie bringen solches Glas zum Wertstoffhof. Glühbirnen oder Leuchtstoffröhren gehören übrigens auch nicht ins Altglas. Dafür gibt's gesonderte Sammelstellen.

Biomüll

Die Gemeinden in Deutschland sind seit 2015 gesetzlich verpflichtet, den Bioabfall aus den Privathaushalten getrennt zu entsorgen und dann auch wiederzuverwerten. Viele Kommunen haben das Braune-Tonnen-System aber erst wesentlich später eingeführt oder lehnen die Braune Tonne bis heute ab, wie beispielsweise der Landkreis Altötting.

Spezielle Lebensmittelabfälle sind immer nach den Vorgaben der jeweiligen kommunalen Satzung entweder als Bioabfall oder als Restmüll zu entsorgen, wie auch andere Abfälle. Es kommt also darauf an. Dafür gibt's Kompostierungs- oder Biogasanlagen.

Dürfen Essensreste, rohes Fleisch oder Knochen in die Braune Tonne?

Die Kompostierungsanlagen erzeugen Kompost, und in der Regel werden hier nur pflanzliche und nicht gekochte Abfälle eingesetzt. Biogasanlagen erzeugen dagegen Biogas zur Energienutzung. "Die Anlagen sind für die Abfallvergärung oder auch die Verwertung von tierischen Nebenprodukten und Lebensmittelresten zugelassen", sagt Martin Meier vom LfU, "sie sind also auch für die gekochten und rohen Speisen sowie Lebensmittelabfälle geeignet." Knochen gehören in den Restmüll.

Dürfen kompostierbare Verpackungen in die Braune Tonne?

Nein! Das ist auch in der Bioabfallverordnung, die gerade novelliert wird, nochmal klar herausgestellt worden. Das ist verboten! Allen Versprechungen auf den Verpackungen zum Trotz. Kompostierbare Verpackungen dürfen nicht zum Biomüll, sondern müssen in den Gelben Sack. Es gibt für diese Verpackungen derzeit keine Verwendung in Deutschland. Die Kompostierer sagen, dass es zu lange dauert, bis sich diese Verpackungen beim Gärungsprozess in ihren Anlagen vollständig zersetzt haben. Deshalb wäre es eigentlich das Beste sie zu verbrennen. Gilt übrigens auch für Bio-Mülltüten, auf denen "biologisch abbaubar" draufsteht. Hier die ausführlichen Hintergründe: Warum darf kompostierbares Plastik eigentlich nicht in den Biomüll?

Wohin mit altem Öl oder Fett in größeren Mengen?

Auf gar keinen Fall altes Pflanzenöl oder andere, nicht mehr zu verarbeitenden Fette im Ausguss oder über die Toilette entsorgen. Größere Mengen, zum Beispiel aus der Fritteuse, können immerhin zusammen mit dem Restmüll in Müllverbrennungsanlagen noch energetisch genutzt werden. "Als Behältnisse bieten sich aber beispielsweise auch leere Einweg-Kunststoffflaschen an", schlägt Martin Meier vom LfU vor. "Die Restmülltonne ist bei flüssigen Fetten oder Ölen auf jeden Fall der bessere Weg." Ob Speiseöle und Fette eventuell auch in die Biotonne gegeben werden können, regeln die Abfallsatzungen der zuständigen Kommunen in Bayern.

Der beste Abfall ist aber der, der gar nicht erst entsteht. Das Verpackungsgesetz soll vor allem auch dazu führen, dass Hersteller unnötige Verpackungen vermeiden oder stattdessen wiederverwendbare Verpackungen einsetzen. Einwegverpackungen sollen auch besser zu recyceln sein, dafür sollen höhere Lizenzentgelte für schlecht recycelbare Verpackungen sorgen. Verpackungen sollen zudem Stoffe enthalten, die beim Recyceln entstanden sind (Recyclate) - verpflichtend ist das bislang aber nicht.
Mehr dazu lesen Sie hier: Wohin mit altem Speiseöl oder -fett aus dem Haushalt?

Mülltrennung in Bayern. Alles nicht einheitlich geregelt

In Bayern verantworten insgesamt 96 Landkreise und kreisfreie Städte die Abfallentsorgung. Auf den ersten Blick ein Flickenteppich. 71 Landratsämter und 25 kreisfreie Städte müssen also dafür sorgen, dass die Müllabfuhr regelmäßig kommt, unser Abfall entsprechend getrennt, gesammelt und – bestenfalls – entsprechend wiederaufbereitet in den Wirtschaftskreislauf kommt, also recycelt wird. Viele Landkreise oder Gemeinden haben sich daher zu Zweckverbänden zusammengeschlossen, um unseren Abfall gemeinsam zu sammeln, abzuholen und zu entsorgen. Die kümmern sich meist um den Rest- und Biomüll oder delegieren die Abholung von Papier sowie Glas.

Vor allem den Verpackungsmüll, der im gelben Sack oder der gelben Tonne gesammelt wird, entsorgen private Unternehmen. Im Dualen System Deutschland (DSD) organisieren bundesweit zehn private Anbieter die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verkaufsverpackungen für Industrie und Handel und sie sind damit auch verantwortlich, dass die Recyclingquoten erreicht werden, die vom Gesetzgeber gemäß dem Verpackungsgesetz vorgeschrieben sind.

Die Landkreise Hof, Bayreuth und Wunsiedel oder beispielsweise auch die Stadt München sammeln in Bayern ihren Verpackungsmüll dagegen auf sogenannten Wertstoffinseln ein. Auch da kümmert sich ein privates Unternehmen dann um die Entsorgung und Aufbereitung. Die betreffenden Kommunen begründen das mit einer besseren Wiederverwertungsquote. Beim Dualen System Deutschland, das hier außen vor ist, wird dagegen herausgestellt, dass beim gelben Sack oder der gelben Tonne weniger Verpackung im Restmüll landet.

Wie, was und wo gesammelt und entsorgt wird, ist daher nicht einheitlich geregelt, sondern hängt immer auch vom zuständigen kommunalen und privaten Entsorger ab. "Und da gibt's natürlich örtliche und regionale Unterschiede", sagt Martin Meier vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg, "es kann also durchaus sein, dass einzelne Stoffströme, wie Metalle, im gelben Sack, der Wertstofftonne oder auch separat gesammelt werden." Während im Landkreis Augsburg beispielsweise Weißblechdosen gesondert gesammelt werden, dürfen sie im benachbarten Landkreis Landsberg in den gelben Sack.

Quellen und weiterführende Links:

Welche Zweckverbände für Abfallwirtschaft gibt es in Bayern? Eine Übersicht (pdf) vom Bayerischen Landesamt für Umwelt: https://www.lfu.bayern.de/abfall/ansprechpartner/kommunale_abfallwirtschaft/doc/zvfabfwirtsch.pdf

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz: "Wertstoffhöfe, Gelber Sack und Wertstofftonne: Kosten, Umwelt und Akzeptanz im Vergleich"

Podcast "Besser leben. Nachhaltig im Alltag mit dem Umweltkommissar"

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