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Aluminium in Deos Wann ein Deo ohne Alu besser ist als ein Antitranspirant

Antitranspirantien verhindern, dass wir schwitzen. Die in ihnen oft enthaltenen Aluminiumsalze stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Warum Sie in manchen Fällen besser ein Deo ohne Aluminium benutzen sollten.

Stand: 23.07.2019 | Archiv

Mann steht vor Badezimmerspiegel und trägt Antitranspirant auf. | Bild: mauritius images

Unterschiede Deo - Antitranspirant

Körpergeruch entsteht, wenn Bakterien unseren Schweiß zersetzen. Deos jeder Art schützen vor Achselgeruch, indem sie ihn mit Duftstoffen überdecken und mit antibakteriell wirkendem Alkohol die Bakterien in Schach halten. Reine Deos verhindern nicht, dass wir schwitzen. Antitranspirantien dagegen sollen für trockene Achseln sorgen. Sie enthalten Aluminiumsalze wie zum Beispiel Aluminiumchlorhydrat, die unsere Schweißdrüsen verengen und zeitweise verschließen, indem sie quasi Propfen bilden.

Aluminium im Antitranspirant gesundheitsschädlich?

Das Aluminium in Antitranspirantien ist in Verruf geraten, weil es über die Haut aufgenommen wird, sich in unserem Körper ablagern kann und auf Dauer gesundheitsschädlich wirken soll.

"Aluminiumsalze in Antitranspirantien sind umstritten. Ihre Kritiker fürchten, dass Aluminium im Körper etwa Brustkrebs oder Alzheimer verursachen könnte. Die Studienlage dazu ist widersprüchlich. Zuverlässige Daten, die einen Zusammenhang zwischen Aluminium und dem Entstehen dieser Krankheiten belegen, gibt es bislang jedoch nicht."

Stiftung Warentest

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen Wert als unbedenkliche Aufnahmemenge festgelegt.

"Die EFSA hat eine wöchentliche unbedenkliche Aufnahmemenge von 1 mg/kg Körpergewicht ermittelt. Nach Abschätzungen nehmen Erwachsene durchschnittlich zwischen 0,2 und 1,5 mg/kg Körpergewicht auf."

Verbraucherzentrale

Sicher ist, dass die Verwendung von Aluminium enthaltenden Kosmetika wie eben einem Antitranspirant die Menge des in unseren Körper aufgenommenen Aluminiums erhöht und damit berücksichtigt werden muss. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die geschätzte Aufnahmenmenge von Aluminium bei Menschen bewertet, die täglich ein Antitranspirant benutzen und kommt zu dem Schluss, dass allein dadurch bereits die festgelegte unbedenkliche Menge von Aluminium erreicht oder überschritten werden kann.

Ob eine Überschreitung dieses Werts direkt eine gesundheitliche Auswirkung hat oder wann zu viel Aluminium unsere Gesundheit beeinträchtigen kann, ist noch unklar. Studien und Daten zu diesem Thema fehlen immer noch, das BfR sieht in diesem Bereich Forschungsbedarf.

Deos ohne Aluminium

Gefährlich wird Aluminium, wenn aus Verbindungen Aluminium-Ionen herausgelöst werden können - das ist bei den synthetischen Aluminiumsalzen wie Aluminium Chloriden oder Aluminium Hydraten der Fall, so die unabhängige Verbraucherplattform "Codecheck".

Was sind die Alternativen zu Antitranspirantien? Wir können ein Deodorant benutzen, das ohne Aluminiumsalze auskommt statt eines Antitranspirants. Ganz sicher können wir sein, wenn wir Deos von zertifizierten Naturkosmetikmarken verwenden. Diese enthalten keine synthetischen Aluminiumsalze.

Auch sonst sollten wir bei Kosmetika auf die Inhaltsstoffe achten: Sonnencreme, Lippenstifte oder Lidschatten sowie Zahnpasta können Aluminium enthalten. Darauf, dass Aluminium enthalten ist, weisen folgende Begriffe in der Liste der Inhaltsstoffe hin: Aluminiumchlorohydrat, Aluminium-Chlorhydrat, Aluminiumhydroxychlorid, Aluminium Zirkonium, Aluminiumfluorid.

Für überzeugte Antitranspirant-Benutzer gilt folgendes:

"Wer auf Antitranspirantien nicht verzichten mag, sollte sie nicht auf frisch rasierter Haut benutzen. So lässt sich die Aluminiumaufnahme senken."

Stiftung Warentest

Grund, wieso wir nach dem Rasieren der Achselhaare besser zu einem Deo greifen sollten: Ist unsere Haut frisch rasiert, weist sie ganz kleine Mikroverletzungen auf. Über verletzte Haut nehmen wir nachweislich sehr viel mehr Aluminium auf als über intakte Haut, so das BfR.

Über Lebensmittel nehmen wir täglich viel Aluminium auf

Warum es wichtig ist, im Auge zu behalten, wie viel Aluminium wir zu uns nehmen: Über die Nahrung gelangt täglich Aluminium in unseren Körper, weil es in vielen Lebensmitteln von Natur aus enthalten ist - zum Beispiel in Gemüse wie Spinat, Rettich, Feldsalat oder Kopfsalat. Auch in Teeblättern oder Kakao findet sich von Natur aus Aluminium.

"Als dritthäufigstes Element der Erdkruste gelangt Aluminium auf natürlichem Weg ins Trinkwasser und damit auch in pflanzliche Lebensmittel."

Verbraucherzentrale

Allerdings scheiden wir einen großen Teil des Aluminiums auch wieder über die Nieren aus, ein Teil aber bleibt im Körper. Es gibt aber noch eine ganze Menge anderer Quellen: Medikamente, besonders Mittel gegen Sodbrennen, Impfstoffe, Kochgeschirr aus Alu, Grillschalen, in Alufolie längere Zeit aufbewahrte salzige oder säurehaltige Lebensmittel oder in Aluschalen zubereitete Fertiggerichte.

Wer zum Beispiel darauf achtet, Salziges und Saures nicht in Alufolie aufzubewahren, auf Alu-Kochgeschirr verzichtet und keine Fertiggerichte in Aluschalen isst, reduziert das Risiko, zuviel Aluminium aufzunehmen.

Praktisch und umweltfreundlicher als Alufolie: Ein Bienenwachstuch können Sie ganz leicht selbst machen.