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A2 Milch Gut bei Laktoseintoleranz? Was ist "A2-Milch"?

Kann ich mit Laktoseintoleranz die neue A2 Milch trinken? Oder geht das nur bei A1-Unverträglichkeit? Wir beantworten Ihre Fragen über die vermeintlich besser verträgliche Milch.

Stand: 22.10.2019

Ein Glas Milch  | Bild: mauritius-images

Was ist A2-Milch?

Kuhmilch besteht aus ca. 87% Wasser, 4,9% Laktose, 3,7% Neutralfette, 3,6% Eiweiss und aus ca. 0,8% Mineralstoffen wie Calzium, Eisen, Natrium, Kalium, Magnesium und vielen Vitaminen. Die in der Milch enthaltenen Eiweiße sind Kasein, Albumin und Globulin. 80 % der Milchproteine liegen als Kaseine vor und werden in α-, β-, γ- und κ-Kasein unterteilt. 

Die Bezeichnung A2 und A1 bezieht sich auf die chemische Zusammensetzung der β-Kaseine in der Milch. Wo bei einem A1 Kasein die Aminosäure Histidin in der Aminosäurenkette sitzt, ist bei der A2-Variante die Aminosäure Prolin zu finden.

Diese unterschiedliche Zusammensetzung hat Auswirkungen darauf, wie die Milch verdaut wird. Aus der Kasein-Variante A1 kann während der Verdauung und auch während der Fermentation zu Joghurt und Käse ein spezielles Peptid (Betacasomorphin-7, kurz BCM7) mit bioaktiver Wirkung entstehen. Bei der A2 hingegen entsteht dieses Peptid nicht.

Laktoseintoleranz oder A1-Unverträglichkeit?

Manche Menschen vertragen das Peptid nicht, das bei der Verdauung von A1-Milch entsteht. Sie bekommen Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Durchfall und Ähnliches. Bisher wird jedoch sehr selten auf A1-Unverträglichkeit getestet. Meistens geht man bei diesen Symptomen von einer Laktoseintoleranz aus. Es kann also sein, dass viele Laktose-intolerante Menschen nur auf das A1 reagieren und nicht auf die Laktose in der Milch.

Natürlich ist der Laktose Gehalt in A2-Milch genauso hoch wie in A1-Milch. Zudem gibt es bisher gibt es noch keine verlässlichen Studien, die beweisen, dass A2-Milch verträglicher ist als herkömmliche Milch.

Laut Max-Rubner-Institut gibt es bisher zwei publizierte Humanstudien zur A2-Milch. Beide wurden von Vermarktern der A2-Milch finanziell gefördert. Unabhängige Studien fehlen.

Woher kommt A2-Milch?

Welche Milch eine Kuh gibt, liegt in Ihrer Genetik. Je nach Milchviehrasse und Züchtung tritt die Struktur des Kaseins in den Varianten A1, A1/A2 oder A2 auf. Es gibt also Rinderrassen, deren Milch überwiegend die Variante A1 enthalten, andere Rassen geben überwiegend Milch mit der Variante A2. Nur ganz wenige Kühe geben reine A2-Milch

Die A2 Milch wird als „Ursprungsmilch“ bezeichnet, da man davon ausgeht, dass ursprünglich jede Kuh A2-Milch gegeben hat und A1 sich erst im Laufe der Geschichte und durch Züchtung entwickelte. Wissenschaftlich bestätigt ist das jedoch auch nicht.

Wo kann ich A2-Milch kaufen?

In Australien, Neuseeland, Großbritannien und in den USA kann man A2-Milch teuer im Supermarkt kaufen. In Bayern wird A2-Milch aktuell nur von einem einzigen Landwirt hergestellt. Andreas Kraus hat auf seinem Hof in Deubach bei Augsburg alle 230 Kühe in seinem Stall genetisch testen lassen und herausgefunden, welche Kuh welche Milch gibt. Er hat seinen Stall umgerüstet und so werden für die A2-Milch 70 Kühe separat gemolken.

Andreas Kraus verkauft die A2-Milch direkt auf seinem Hof. Zusätzlich lässt er sie bei einer kleinen Molkerei abfüllen. Pro Liter bekommt er 50 Cent, das sind 15 Cent mehr als für herkömmliche Milch gezahlt wird. Außerdem bekommen Sie die Milch unter dem Label „Wohlfühlmilch“ in allen Feneberg Filialen und in ausgewählten EDEKA Filialen in Südwest-Bayern.


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