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Meteore im November Wann Sternschnuppen funkeln

Der November ist ein toller Monat für Sternschnuppen - einer der schönsten Meteorströme des ganzen Jahres ist aktiv! Aber nicht alle Sternschnuppen sind in diesem Jahr gut zu sehen, mal stört der Mond, mal ist's der falsche Zeitpunkt. Wir zeigen Ihnen, wann und wo Sie die meisten Sternschnuppen finden.

Von: Heike Westram

Stand: 30.10.2020

Im November sind drei größere Meteor-Schwärme aktiv, darunter einer, der für ein wahres Feuerwerk sorgen kann. Gleich in den ersten Novembernächten geht es los, leider im hellen Mondlicht verborgen. Doch zur Monatsmitte können Sie dann große Leuchtkugeln sehen. Und eine Woche später stürmen Sternschnuppen aus dem Löwen übers Firmament. Leider ist der Höhepunkt zur falschen Uhrzeit.

Die letzten Orioniden - im Mondlicht verschluckt

Sternschnuppen sind schnell

Anfang November sind normalerweise immer noch einzelne Orioniden zu sehen. Der Höhepunkt dieses Meteor-Schwarms war bereits im Oktober, doch bis zum 7. November funkt es immer wieder. Allerdings verdirbt der Mond in diesem Jahr diese Sternschnuppen komplett. Es ist kurz nach Vollmond und die hell strahlende Mondscheibe prangt allabendlich am Firmament. Zwar geht sie jeden Abend später auf, doch selbst am 7. November erscheint sie immer noch schon um zehn Uhr abends - viel zu früh für die Orioniden, die erst zu der Uhrzeit gut zu sehen wären.

Die Orioniden scheinen aus dem Sternbild Orion zu kommen, das sich ab zehn Uhr abends im Osten zeigt und bis in die Morgenstunden zu sehen ist. Je später am Abend, umso höher steht Orion - und umso besser sind die Sternschnuppen zu sehen. In Wirklichkeit stammen die Orioniden vom Schweif des Halleyschen Kometen. Die Sternschnuppen flitzen mit erstaunlichen sechzig Kilometern pro Sekunde über den Himmel.

Tauriden, die Stier-Sternschnuppen

Zwei Ströme aus dem Stier

Ab dem 9. November lohnt sich die Sternschnuppen-Suche allmählich: In der Nacht auf den 10. November geht der Mond erst nach Mitternacht auf, die folgende Nächte immer später. Die Tauriden sind in der ersten November-Hälfte zu Besuch: Zwei Meteorströme, die viele Nächte lang für ein leises Funkeln sorgen. Ursprünglich waren die Tauriden ein einziger Schwarm, Schweifspuren des Kometen 2P/Encke. Doch Jupiters starke Gravitation hat die Schweifspuren so weit auseinandergezogen, dass man heute die Nördlichen von den Südlichen Tauriden unterscheidet.

Für den Otto-Normal-Sternschnuppenzähler ist das egal: Beide Schwärme sind zur gleichen Zeit in der gleichen Himmelsregion unterwegs, nicht weit von den Orioniden entfernt. Ihre Radianten, die scheinbaren Ausstrahlungspunkte, liegen im Sternbild Stier (Taurus), das bereits gegen sieben Uhr abends im Osten aufgeht. Da ist der Himmel im November schon stockfinster. Wenn gegen Mitternacht beide Radianten hoch am Himmel stehen, können Sie die meisten Meteore entdecken.

Langer Höhepunkt der Meteorschauer

Scheinbarer Ausstrahlungspunkt

Beide Ströme sind seit Anfang Oktober aktiv. Die Südlichen Tauriden hatten da auch schon ihren Höhepunkt. Doch das Funkeln hört nicht auf: Nacht für Nacht sind Sternschnuppen zu sehen - und es werden langsam mehr. Die Tauriden haben ein sogenanntes "flaches Maximum": Etwa zehn Tage lang, bis Mitte November, ist ihre Aktivität deutlich erhöht: Etwa fünf Sternschnuppen sind pro Stunde unterwegs, in manchen Jahren auch zwanzig Sternschnuppen pro Stunde. Offizieller Höhepunkt der Nördlichen Tauriden ist am 12. November - doch der unterscheidet sich von der Sternschnuppen-Aktivität in den Nächten davor und danach nicht sehr.

Manchmal viele Leuchtkugeln

Ein Bolide

Die Tauriden kommen zwar sehr vereinzelt, doch mit sehenswerten Sternschnuppen. Denn sie haben manchmal große Leuchtkugeln im Gepäck, sogenannte Boliden. In manchen Jahren überraschen sie mit einer hohen Zahl an besonders hellen, auffälligen Feuerbällen, die mehrere Tage lang auftreten - zuletzt im Jahr 2005.

Die Tauriden sind sehr helle und mit rund dreißig Kilometern pro Sekunde langsame Schnuppen - ideal zum Fotografieren. Bis Dezember werden Sie immer wieder vereinzelte Tauriden sehen.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: So viel Licht wie möglich muss auf den Film! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Sternschnuppen-Jagd auf die Leoniden ab dem 6. November

Alter Kometendreck

Am 6. November beginnt das eigentliche Sternschnuppen-Highlight: Bis zum 30. November sind die Leoniden aktiv, die in manchen Jahren sensationelle Schauer hervorbringen. Ihren Namen tragen die Sternschnuppen, weil sie aus dem Löwen (Leo) zu entströmen scheinen, der nach elf Uhr abends im Osten aufgeht. Eigentlich stammen sie aber vom Kometen 55P/Temple-Tuttle, der alle 33 Jahre um die Sonne kreist.

Manches Jahr Tausende Schnuppen

Blick auf den Leoniden-Radianten

Ist die Schweifspur des Kometen frisch, werden die Leoniden zu einem der schönsten Schauer des Jahres: Hunderte, ja bis zu Tausende der winzigen Schnuppen können dann pro Stunde herabregnen. 1998 war der Komet zuletzt der Sonne nah, in den Jahren von 1994 bis 2003 waren die Leoniden dadurch spektakulär. Doch 55P/Temple-Tuttle wird leider erst 2031 wieder bei der Sonne auftauchen. Daher ist für die Leoniden in diesem Jahr kein besonderes Schauspiel vorhergesagt. In "normalen" Jahren wie diesem regnet es immerhin zehn bis zwanzig Sternschnuppen pro Stunde. Und dieser Meteor-Strom ist so variabel - genau weiß man's nie. Sie müssen schnell schauen, um die Leoniden zu zählen, denn mit siebzig Kilometern pro Sekunde (250.000 Kilometern pro Stunde) sind sie sehr schnelle Sternschnuppen.

Höhepunkt der Leoniden vom Mond ungestört

Hier liegt der Radiant der Leoniden

Ihren Höhepunkt erreichen die Leoniden am 17. November - in diesem Jahr allerdings leider mittags. Doch ihr Komet war schon oft um die Sonne unterwegs und hat über die Jahrhunderte viele Staubspuren hinterlassen, die die Erde zu unterschiedlichen Zeiten kreuzt: eine aus dem Jahr 901 beispielsweise gegen zwei Uhr nachts. So sind hoffentlich auch in der Nacht auf den 18. November einige Leoniden zu finden. Der Mond stört diesmal gar nicht, denn seine noch junge Sichel geht abends früh unter. Ab ein Uhr nachts taucht der Löwe mit dem Radianten der Leoniden im Osten auf. Je höher der Löwe steht, umso mehr der Sternschnuppen, die unterwegs sind, sind auch zu sehen.

Sternschnuppen-Infos

Wie viel Sie sehen

Die maximalen Fallraten, in Fachliteratur als ZHR angegeben, sind eine theoretische Größe. Die könnten Sie dann sehen, wenn der Radiant eines Meteorschauers senkrecht über Ihnen im Zenit wäre. Ist er tiefer, sinkt die Zahl deutlich. 
Und: Etwa ein Drittel des Himmels können Sie mit dem Blick umfassen. Sternschnuppen außerhalb dieses Drittels entgehen Ihnen.

Was sind Sternschnuppen?

Kreuzt die Erde eine alte Schweifspur eines Kometen, bringen deren winzige Staubteilchen beim Eintritt die Erdatmosphäre zum Glühen: Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit regen die Teilchen die Atome unserer Atmosphäre zum Leuchten an. Was Sie am Nachthimmel aufblitzen sehen, ist also meist nicht das Teilchen selbst, sondern nur ein "Leuchtkanal" - die Bewegungsspur der Sternschnuppe. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteor-Schwärme periodisch zum gleichen Datum auf.

Meteor oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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