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Sonnen- und UV-Schutz Wichtige Tipps für die Haut von Apotheker Dr. Peter Sandmann

Sommer, Sonne und Schwimmbad – In der Urlaubszeit sind wir viel unterwegs und da ist der richtige Sonnenschutz ein wichtiges Thema. Apotheker Dr. Peter Sandmann hat Tipps, wie und mit was wir uns am besten eincremen, damit uns Sonnenbrände erspart bleiben.

Stand: 29.07.2020

Sonnenschutz ist nicht gleich Sonnenschutz. Die Regale in Apotheken und Drogeriemärkten sind voll mit unterschiedlichen Produkten. Es gibt Angebote in verschiedenen Konsistenzen, Make-Ups mit UV-Schutz, spezielle Mittel für Kinder. Um das richtige Präparat zu finden, spielen der Zustand der Haut und der Hauttyp eine Rolle. Hier einige Tipps von Apotheker Dr. Peter Sandmann aus München, damit Sie die warmen Strahlen sicher genießen können ohne einen Sonnenbrand.

1. Die richtige Konsistenz – je nach (Haut-)Typ

Creme:  Sie hat einen hohen Fettgehalt und ist daher eher für Kunden mit trockener Haut geeignet.

Lotion: Sie enthält weniger Fett und mehr Wasser als eine Creme. Sie ist flüssiger und lässt sich leichter auftragen.

Gel: Es wirkt ohne Fette und Emulgatoren. Deshalb eignet es sich gut für Mischhaut und bei Sonnenunverträglichkeiten wie der polymorphen Lichtdermatose oder der Mallorca-Akne.

Spray: Vor allem bei Männern kommen leichte Sprays gut an. Sie lassen sich auf behaarter Haut einfach verteilen, ziehen schnell ein und glänzen nicht. Sprays eignen sich auch, um die Kopfhaut zu schützen. Aber Achtung: Nicht zu dünn auftragen!

2. Mineralisch oder chemisch?

Chemische Filter wandeln UV- Strahlen in Wärme um, mineralische reflektieren sie. Kritik gibt es dennoch. Chemischen Filtern wird eine hormonelle Wirkung unterstellt, mineralische Filter in Nanopartikel-Größe können angeblich in den Organismus gelangen.

Kunden, die auf Nummer sicher gehen wollen, empfiehlt der Apotheker herkömmliche mineralische Produkte. Die Titan- oder Zinkoxid-Filter darin sind größer, werden also mit Sicherheit nicht vom Körper aufgenommen, zeigen aber auch ausgeprägten Weißeleffekt (sichtbare Weißfärbung der Haut insbesondere beim Schwitzen) und kann Kleidung oder z.B. Autositze verfärben.

3. Der Faktor ist entscheidend

Früher war man mit Lichtschutzfaktor (LSF) 10 zufrieden. Die Zeiten sind vorbei. Heute gilt: Ein hoher LSF ist besser.

LSF 6 – 20: Produkte mit einem Lichtschutzfaktor von unter 20 sollten nicht beim Sonnenbad verwendet werden. Tagescremes mit LSF 15 sind dagegen sinnvoll.

LSF 30: So hoch sollte er mindestens sein. Die angegebene Schutzleistung wird tatsächlich ohnehin nie erreicht.

 LSF 50: Dieser LSF ist vor allem für Menschen mit heller Haut, beim Sport, im Gebirge oder am Meer ratsam.

4. Was bedeutet der Lichtschutzfaktor (LSF)?

Der LSF gibt an, wie viel länger man sich der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als es ohne Sonnencreme möglich wäre:

Ein Beispiel: Sie haben sehr helle Haut und gehören damit zur Gruppe mit dem empfindlichsten Hauttyp 1. Die Eigenschutzzeit Ihrer Haut beträgt etwa zehn Minuten. Cremen Sie sich mit LSF 20 ein, könnten Sie theoretisch 200 Minuten (10 Minuten x 20) in die Sonne, ohne sich zu verbrennen. Die Höhe des LSFs beeinflusst NICHT wie braun man wird, nur eben wie lange man überhaupt in der Sonne bleiben darf.

Wichtige Anwendungstipps für Sonnenschutz:

Nicht zu sparsam sein. Experten empfehlen einen Cremestrang, der so lang ist wie die ganze Hand – für jede Körperpartie.

Schutz mit chemischem Filter eine halbe Stunde vor dem Sonnen auftragen. Nachcremen nach dem Schwimmen nicht vergessen!

Überall cremen, auch an den Rändern der Badekleidung. Oft vergessen werden Füße, Ohren und die Rückseite der Arme.

5. Sonnenschutz für Kinder

Für Kinder gelten andere Regeln beim Sonnenschutz als für Erwachsene!

Im Schatten bleiben: Kinderhaut ist dünner und kann sich schlechter gegen Sonnenschäden zur Wehr setzen. Im ersten Lebensjahr sollen Kinder gar nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.

Danach 50 +: Ab dem zweiten Lebensjahr empfehlen wir Lichtschutzkleidung und 50 +-Präparate mit mineralischen Filtern. Alle Diskussionen über die Sicherheit von Filtern verblassen angesichts der Gefahr, die von UV-Licht ausgeht.


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