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Online-Shopping Warum vermeintliche Schnäppchen aus dem Ausland oft teuer werden

Technisches Equipment aus China oder ein T-Shirt aus den USA – online ist das schnell bestellt. Doch die Stiftung Warentest mahnt zur Vorsicht: Vermeintliche Schnäppchen kosten durch Zoll, Steuern und Paketdienst oft mehr als gedacht.

Stand: 14.10.2019

Per Online-Shop ist es oft kein Problem, sich Waren aus dem nicht-europäischen Ausland zu bestellen. Ob die besondere Schokolade aus Kanada, die man im Urlaub so geliebt hat, oder das technische Equipment, das es bislang nur in China gibt.

Unvorhergesehene Extrakosten

Die Stiftung Warentest warnt jedoch: Wer Waren außerhalb der Europäischen Union bestellt, muss mit unvorhergesehenen Extrakosten rechnen. Darunter fallen, so die Stiftung, Einfuhrabgaben wie Steuern und Zoll sowie Gebühren für den Paketdienst. Diese Kosten müssten Online-Shopper mit einkalkulieren. Günstige Markenware aus dem Ausland kostet so schnell mehr als hierzulande. Ein vermeintliches Schnäppchen wird somit oft teurer als gedacht.  

Zoll und Einfuhrsteuern

Ob Einfuhrsteuern oder Zoll fällig werden, hängt vom Bestellwert ab. Beträgt dieser – inklusive Versandkosten – mehr als 22 Euro, wird in der Regel Einfuhrumsatzsteuer fällig. Diese liegt meist bei 19 Prozent. Kostet ein Produkt mehr als 150 Euro, dann werden oft auch Zollgebühren fällig. Die Stiftung Warentest gibt zu bedenken: Das Zollrecht ist kompliziert, die Zollsätze variieren je nach Warenart und es gibt viele Ausnahmen.

Verbrauchsteuer und Paketdienst-Gebühren

Bei bestimmten Produkten wie zum Beispiel Alkohol und Kaffee kommt außerdem noch eine Verbrauchsteuer obendrauf. Wie viel der Kunde bezahlen muss, hängt von der Warenmenge ab. So fallen beispielsweise pro Liter reinem Alkohol 13,03 Euro Steuern an. Doch auch hier gibt es viele Ausnahmen: Auf Wein werden zum Beispiel keine Steuern fällig.

Zusätzlich zu den Einfuhrabgaben können außerdem noch Gebühren für den Paketdienst anfallen. Meldet der Paketdienst die Ware beim Zoll an, zahlt der Empfänger für diese Dienstleistung. Wie viel der Kunde bezahlen muss, ist von Dienst zu Dienst unterschiedlich.  

Zollrechner der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest bietet online einen Zollrechner an, mit dem sich die zusätzlichen Kosten kalkulieren und einschätzen lassen.


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