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Zentrum für Telematik in Würzburg "NetSat"-Kleinst-Satelliten zur Klimaerforschung

Die Erforschung des Klimas und des Klimawandels - das ist die Aufgabe von vier Kleinst-Satelliten, die das Zentrum für Telematik in Würzburg im August in den Weltraum schickt. Das Besondere: Die vier werden sich im Weltraum selbständig kontrollieren.

Stand: 09.06.2020

Von Russland aus sollen die vier Kleinst-Satelliten des Zentrums für Telematik in Würzburg im August ins All geschickt werden. Ob das klappt, kann wegen der Corona-Krise derzeit noch niemand genau sagen. Geplant ist, dass die vier mit einer russischen Soyus-Rakete in ihre Umlaufbahn in etwa 600 Kilometer Höhe befördert werden.

Selbst-Kontrolle der vier Mini-Satelliten

Das Neue an den vier Satelliten, die jeweil nur vier Kilogramm schwer sind und 10 x 10 x 30 Zentimeter groß: Sie können sich selbst organisieren und in Position bringen. So soll eine optimale Satellitenformation im dreidimensionalen Raum erprobt werden. Bisher wurde das nur mit zwei Satelliten getestet, heißt es vom Zentrum für Telematik.

Verbesserte Bildqualität bei Erdbeobachtung

Durch die vier Satelliten sollen nun noch bessere Bilder bei der Erdbeobachtung zustande kommen. Denn "wenn ein Gegenstand komplett ohne tote Winkel erfasst werden soll, dann muss man ihn aus verschiedenen Richtungen ansehen und diese Bildinformationen kombinieren", heißt es. Die neue Technik soll einer verbesserten Erdbeobachtung dienen.

Kommunikation zwischen den Satelliten

Von der Einsatzzentrale in Würzburg aus wird die langfristige Aufgabenplanung durchgeführt. Wenn allerdings Abweichungen von den Plänen erforderlich sind oder feinjustiert werden muss, erledigt das die Software an Bord der kleinen Satelliten.

Dazu sind die Mini-Satelliten mit einem Elektroantrieb, extrem präzisen Ausrichtungsmöglichkeiten und einer Funkverbindung, mit der die Satelliten Daten, Positionen, Ausrichtungen und geplante Manöver untereinander austauschen, ausgestattet. Hinzu kommt noch eine ausgeklügelte Kontrolltechnik.

Nächstes Projekt: Weltweite 3D-Beobachtung von Vulkanausbrüchen

Alle Ergebnisse dieser Mission sollen in das nächste Projekt zur Erdbeobachtung fließen, das 2021 starten soll: Die sogenannte "TIM - Telematics International Mission". Dabei koordiniert das Würzburger Zentrum für Telematik Partner aus fünf Kontinenten, um mit neun Satelliten 3D-Erdbeobachtung für Vulkanausbrüche, Erdbeben und Schiffsbewegungen zu nutzen.


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