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Stiftung Warentest Gutes Ergebnis: Medium-Mineralwasser im Test

Gerade bei Hitze ist Mineralwasser das Getränk Nummer 1. Die Deutschen trinken am liebsten die Mineralwasser-Sorte Medium. Wie gut die unterschiedlichen Wasser-Marken sind, hat die Stiftung Warentest aktuell getestet. Und das Testergebnis ist insgesamt durchaus positiv ausgefallen.

Von: Bühling, Anja

Stand: 29.07.2020

Gerade Hitze oder Sport machen durstig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt rund 1,5 Liter Wasser am Tag zu trinken – bei großer Hitze gerne auch zwei Liter. Wer kein Wasser aus der Leitung trinken möchte, kauft hierzulande gern Mineralwasser Medium. Doch gibt es da große Unterschiede? Die Stiftung Warentest hat nun 31 Marken aus deutschen Quellen getestet. Von denen schnitten zwei Mineralwasser Medium sehr gut ab, 25 gut und vier befriedigend.

Was wurde geprüft?

Geprüft wurden unter anderem Inhaltsstoffe und Verunreinigungen oder kritische Stoffe wie Arsen und Blei, aber auch der Geschmack ist ein Kriterium. Außerdem wird die Verpackung unter die Lupe genommen, Kunststoff oder Glas, Mehrweg oder Einweg. Außerdem wird auch überprüft, ob die Angaben auf den Etiketten korrekt sind.

Keine Keime oder Krankheitserreger

Ein wichtiges Ergebnis: Alle getesteten Mineralwasser waren mikrobiologisch einwandfrei, das heißt, es waren keine Keime oder Krankheitserreger enthalten. Vier Sorten wiesen laut Test oberirdische Verunreinigungen auf und ein weiteres war mit Uran belastet. Übrigens: Mineralwässer müssen laut Verordnung direkt an der Quelle abgefülllt werden.

Medium ist nicht gleich medium

Dass Wasser sprudelt liegt am enthaltenen Gas Kohlenstoffdioxid (CO2). Das kann natürlich sein oder technisch zugesetzt. Dann bekommt es den Aufdruck "Mit Kohlensäure versetzt". Wie viel Kohlensäure in einem Medium- oder Classic Mineralwasser enthalten sein muss, ist nicht festgelegt. So gibt es da große Unterschiede: Reinsteiner mit 5,2 Gramm CO2 je Liter, Förstina mit 2,9 Gramm CO2 je Liter sind beide Medium.

Mineralwasser schmeckt sehr unterschiedlich

Welches Wasser persönlich schmeckt hängt durchaus vom CO2-Gehalt ab, aber auch durch welche Steinsgeschichten das Wasser geflossen ist, denn die beeinflussen natürlich den Geschmack. Der kann ganz unterschiedlich sein, von mineralisc h, natürlich, sauer, salzig oder bitter. Für den Test war wichtig, dass das Mineralwasser nicht nach Kunststoff, nicht nach Frucht oder abgestanden. Wenn es in dieser Hinsicht keine Beanstandung gab, gab es die Bestnote von den Testern: zwölf der 31 getesteten Sorten bekamen dieses "sehr gut".

Welche Marken schnitten besonders gut ab?

Testsieger ist "Aqua Culinaris" von Aldi Süd, inzwischen in "Quellbrunnen" umbenannt, aus dem Kurfels Mineralbrunnen Duisburg. Es kostet 13 Cent pro Liter. Das Wasser gibt es in Einweg-PET-Flaschen zu eineinhalb Litern – wer also auch auf den Plstikverbrauch achtet, wird das Ergebnis erstaunlich finden. Ebenso mit sehr gut benotet wurde das Markenwasser "Basinus" der Bonaris Quelle in Neustadt an der Aisch, das 27 Cent kostet. Das gibt es ebenfalls in 1-Liter-PET-Flaschen, allerdings Mehrweg.

25 Marken: Testergebnis gut

Der großen Mehrzahl der getesteten Mineralwässer – 25 unterschiedliche – wurde eine gute Qualität in dem Test bescheinigt. So hat zum Beispiel "Reinsteiner Medium" der Reinsteiner Quelle in Dinslaken in 0,75-Liter-Galsflaschen nur knapp ein sehr gut verfehlt. Es kostet 39 Cent die Flasche. Ebenfalls die Note 1,6 hat die "Wittmansthaler Quelle Medium" aus Bad Dürrheim erhalten. Dieses Wasser gibt es in mehrweg-Glasflaschen zu 0,7 Litern für 0,32 Cent die Flasche.

Vier Anbieter nur befriedigend – rein?

Weil bei vier Medium-Wassermarken auch Verunreinigungen gefunden wurden, wurden sie nur mit befriedigend benotet. In den vier Wässern war ein Abbauprodukt eines Pflanzenschutzmittels nachweisbar:

- in "Merkur Medium" aus der Laurentius Quelle Hecklingen,
- in "Real Quality" aus der Felsenquelle Hecklingen,
- in der "Mecklenburger Quelle Medium", das es im Netto Supermarkt gibt,
- in "Naturpark Quelle Medium" aus Mainhardt, in dem Spuren von Uran nachgewiesen wurden.
Die Verunreinigungen seien in den gefundenen Mengen nicht gesundheitsschädlich.

Und was ist mit Bio-Mineralwasser?

Wie die Stiftung Warentest erklärt, urteilte 2012 der Bundesgerichtshof, dass dessen "Anteil an Rückständen und Schadstoffen besonders niedrig ist". Der aktuelle Test zeige, dass dies auch viele nicht Bio-zertifizierte Wässer böten, so die Tester. Allerdings setze "Bio" eben nicht nur auf die Qualität des Wassers sondern auch auf nachhaltige Gewinnung und soziale Standards.

Kurze Wege sind umweltfreundlich

Wer etwas für die Umwelt tun will, der sollte – wenn er Mineralwasser kauft – als erstes darauf achten, dass die Quelle des Wassers möglichst nahe liegt und die Transportwege kurz sind. Dann sollten Mehrwegflaschen auch Einwegflaschen vorgezogen werden.


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