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"Lavendelschätze" Was Lavendel alles kann

Pflanzenwasser, Tee, ätherische Öle, Massageöle - Lavendel ist vielseitig einsetzbar. Er wirkt beruhigend. In der Volksheilkunde wird er schon lange als Heilpflanze eingesetzt. Biologin und Heilpraktikerin Elke Puchtler verrät auf Bayern plus, was Lavendel alles kann.

Stand: 06.06.2018

Alle Pflanzenteile des Lavendels, botanisch Lavandula, enthalten ätherische Öle. Von süß über blumig bis würzig reicht die Duftbeschreibung beim Lavendel. Je nach Sorte, Standort, Boden und Witterung variiert das Aroma seines ätherischen Öls, das aus mehr als 200 Einzelkomponenten besteht. Als Heilpflanze wird der sogenannte Echte Lavendel, Lavandula angustifolia, verwendet. Er wächst auch häufig als Zierpflanze in den Gärten. Lavendel mag es trocken und warm, denn seine Heimat sind die Küstenregionen des Mittelmeerraums.

Lavendelöl enthält über 100 Wirkstoffe

Lavendel ist auch die charakteristische Pflanze der Hoch-Provence. In einer Höhe von 1.200 bis 1.800 Metern wächst dort der besonders wertvolle Berglavendel. In aufwändigen Einzelschritten werden die Blüten dort zu Lavendelwasser und Lavendelöl destilliert. Sie enthalten hochwirksame Arzneistoffe. Hauptkomponenten sind Linalool und Linalylacetat. Diese beiden Stoffe sind wissenschaftlich untersucht. Sie wirken gegen Stress, mit ihrer Hilfe lassen sich Stresshormone leichter abbauen. Gleichzeitig verhindern sie auch ein schnelleres Aufbauen der Stresshormone.

Buchtipp "Lavendelschätze"

Das Buch "Lavendelschätze - Von Pflanzen, Düften und Menschen" von Elke Puchtler zeigt Lavendel in seiner ganzen Vielfalt. Es ist im pala-verlag erschienen, umfasst 192 Seiten und kostet 19,90 Euro.

Nicht nur als Duft wirkt Lavendel beruhigend und entspannend. Lavendel wird auch über die Haut aufgenommen. Bei Verspannungen kann man den Rücken mit einem Lavendel-Massageöl einreiben oder eine kleine Fußmassage damit machen. Auch als Schlaf- und Beruhigungstee wirkt Lavendel. Dazu einen Teelöffel Lavendelblüten mit kochend heißem Wasser übergießen. Deckel auf die Tasse oder Kanne, damit sich die leicht flüchtigen ätherischen Öle am Deckel niederschlagen können und nicht verloren gehen. Fünf Minuten ziehen lassen.

Lavendel hängt in manchem Schrank

Pflanzenwasser, Tee, ätherische Öle, Massageöle - so vielseitig wie Lavendel ist kaum eine andere Pflanze. Als Duftlieferant liegt oder hängt in so manchem Schrank ein Lavendelsäckchen zwischen den Wäschestücken. Auch in der häuslichen Küche hat er seinen Platz. Kuchen und Torten, aus denen die lilafarbenen Blütenteilchen spitzen, sehen noch mal so schön aus, vom Aroma ganz zu schweigen. Oder eine Scheibe Brot mit Lavendelhonig - ein Hochgenuss. Wer mag, aromatisiert Zucker mit Lavendelblüten.

Lavendel im Garten

Es gibt über 20 Lavendelarten. Die bekannteste Art ist der "Echte Lavendel", der bis zu zwei Meter hoch wachsen kann. Andere Sorten wachsen meist als Halbsträucher. Bei guten Bedingungen können alle Lavendelarten mehrjährig wachsen. Es gibt jedoch auch Arten, die unseren Winter im Freien nicht überstehen und damit als einjährig gelten. Stellt man sie an ein frostfreies Plätzchen, so können auch sie über ein Jahr gedeihen. Wieder im Freien sterben sie allerdings ab.

Winterharter Lavendel (mehrjährig):

  • Gartenlavendel: Er verträgt Temperaturen von bis zu -25 Grad und kann dem hiesigen Winter standhalten. Farbe: helles bis dunkles Lila, Weiß, Rosa, Blau.
  • Provence-Lavendel: Er ist nicht ganz so resistent gegen Frost wie der Gartenlavendel, er schafft es aber - durch ein Vlies geschützt - auch durch die kalte Jahreszeit. Farbe: Lila, Rosa, Weiß.
  • Strauch-Lavendel: Er kann als kleines Bäumchen gezogen werden, das eine Größe von bis zu 1,80 Meter erreichen kann. Er trägt unter den Lavendelarten die größten Blätter. Farbe: Dunkelviolett.
  • Speik-Lavendel: Er wird auch als Großblättriger oder Spanischer Lavendel bezeichnet und kann bis zu 80 Zentimeter hoch werden. Seine Blütenproduktion dauert bis zum September, die Blüten duften aber nicht so stark. Farbe: Violett. Er ist eingeschränkt winterhart - bis etwa minus fünf Grad Celsius.

Nicht winterharter Lavendel (einjährig):

  • Oregano-Lavendel: er verträgt nur Temperaturen über 5 Grad. Seine Blätter erinnern an Farne, sein Aroma ähnelt dem des Oregano oder Bohnenkraut. Farbe: Azurblau.
  • Schopflavendel: Er sieht aus als hätte er Federn auf dem Kopf und riecht nach Kampfer. Farbe: Violett.

Pflanztipps

Pflanzzeitpunkt
Der Lavendel kann das ganze Jahr über eingepflanzt werden, braucht aber am Anfang feuchte Erde.

Standort
Sonnig und nach Möglichkeit windgeschützt.

Pflanzanordnung
Besonders schön ist es, kleine Lavendelgruppen zu pflanzen. Dabei lassen sich auch verschiedenfarbige Lavendel miteinander kombinieren oder aber man entscheidet sich nur für eine Sorte. Auch Beete oder Hecken lassen sich mit Lavendel gut einfassen.

Boden
Er sollte gut durchlässig sein, da Lavendel keine Staunässe mag! Die Erde sollte trocken, sandig, kalkhaltig und nährstoffarm sein.

Tipp

Mischen Sie 1-2-mal im Jahr ein bisschen Gartenkalk in die Erde, damit der Lavendel besser gedeihen kann.

Pflanzkübel
Für Töpfe sind die kleinwüchsigeren Lavendel-Sorten (Downderry) empfehlenswert. Die Sorte "Peter Pan" wird z. B. nur ca. 45 Zentimeter, "Coconut Ice" nur 20 Zentimeter hoch. Lavendelsorten, die höher wachsen, sollten möglichst nach zwei Jahren in den Garten gepflanzt werden. Die Erde sollte im Pflanzkübel grob, nur leicht gedüngt und kalkhaltig sein. Sie können auch Sand oder Styroporkügelchen dazugeben.

Gießen
Ob im Garten oder im Topf - der Lavendel sollte nach dem Pflanzen anfangs immer ausreichend gegossen werden. Gießen Sie lieber alle paar Tage mit viel Wasser als jeden Tag nur wenig.

Achtung bei Töpfen:

Das Wasser muss immer gut abfließen. Tipp: Geben Sie z. B. Tonscherben, Kiesel oder Blähtonkugeln über das Abflussloch.

Rückschnitt
Schneiden Sie den Lavendel nach jeder Blüte zurück, damit Sie sich auch im nächsten Sommer wieder an seinen Blüten und seinem Duft erfreuen können.

Haltbarkeit
Wird der Lavendel gut gepflegt (er ist ja zum Glück sehr pflegeleicht), so kann er über 10 Jahre halten. Im Garten kann Lavendel bei entsprechender Pflege noch älter werden und zu einem stattlichen Strauch heranwachsen.


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