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Insekten Bitte mitmachen: Warum Sie eine Stunde Insekten zählen sollten

Eine Stunde Sechsbeiner zählen - das ist schnell passiert und Sie lernen noch etwas dazu: Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der Naturschutzbund rufen auf zum Insektensommer 2020. Warum Sie dabei sein sollten.

Stand: 30.07.2020 10:55 Uhr | Archiv

Insekten sind sehr wichtig für unser Ökosystem, sie bestäuben fast alle Pflanzen, die bei uns wachsen. Ohne sie gäbe es manches Lebensmittel einfach nicht mehr. In Deutschland leben rund 33.000 Insekten-Arten. Damit Naturschützer und Forscher mehr erfahren über die Verbreitung unserer Insekten - oder eben über ihren Rückgang ist es wichtig, sie zu zählen. Um Insekten dann auch besser schützen zu können. Deswegen ogranisieren der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Naturschutzbund (NABU) den Insektensommer 2020. Im Zeitraum zwischen 31. Juli und 9. August sind alle, die dabei helfen wollen, aufgerufen, eine Stunde lang zu beobachten, welche Insekten sie sehen und das zu dokumentieren.

Insekten: Wie es ihnen geht

Wie ist die Situation der Insekten bei uns in Bayern? Dazu Stefanie Bernhardt vom LBV:

"Man hört ja immer mehr vom Insektensterben und Studien können das auch belegen. In den letzten 27 Jahren hat die Biomasse der Insekten um 75 Prozent abgenommen. Das liegt hauptsächlich an der intensiven Landnutzung. Lebensräume für Insekten wie Hecken und brachflächen verschwinden immer mehr. Und dazu kommt auch noch der intensive Einsatz von Insektiziden."

Stefanie Bernhardt, Presse-Referentin beim LBV

Insekten zählen - auf diese acht Arten sollten Sie achten

Stefanie Bernhardt vom LBV

Grundsätzlich können Sie jedes Insekt melden, damit es für die Zähler nicht zu unübersichtlich ist, haben die Naturschützer aber acht Kernarten ausgewählt, die besonders im Fokus stehen bei der Zählung. Nach diesen Insekten sollten Sie die Augen aufhalten: Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Streifenwanze, Blaugrüne Mosaiklibelle und Grünes Heupferd.

Insekten zählen: Zählen kann man (fast) überall

Tipps der Naturschützer fürs Zählen: Am besten kann man Insekten an einem sonnigen, warmen, windstillen Tag beobachten - und zählen. Gezählt werden kann überall, so der LBV: "Balkon, Terrasse, Garten, Wiese, Wald oder Fluss – notieren Sie alle Insekten, die Sie von Ihrem Beobachtungspunkt entdecken können. Das Beobachtungsgebiet sollte nicht größer als zehn Meter im Umkreis (um den Beobachtungspunkt) sein." Letzteres, um die Vergleichbarkeit der Zählergebnisse sicherzustellen.

Insekten zählen: Hier finden Sie die Zählhilfen Insektensommer 2020 zum Ausdrucken mit Abbildungen der Insekten. Antworten zu Fragen gibt es beim LBV. Beim Landesbund für Vogelschutz wird ab 31. Juli das Online-Anmeldeformular zu finden sein, wo Sie Ihre Ergebnisse melden können.

Was passiert mit den Ergebnissen, wenn die Insekten gezählt und gemeldet sind?

"Am Ende steht eine bundesweite Auswertung nach Insektenarten, Bestandszahlen, Bestandstrends (falls möglich) und Beobachtungsorten. Der NABU-Bundesverband und seine Landesverbände analysieren die Ergebnisse und erhalten dadurch eine Fülle wertvoller Informationen zu den Insekten", so der LBV. Die Daten sind dann Grundlage für bessere Schutzmaßnahmen für die Insekten.


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