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LBV rät Runter vom Gas - für Jungigel

Auf Bayerns Straßen und in den Gärten herrscht derzeit Hochbetrieb: Der Igelnachwuchs streift umher und ist auf der Suche nach Futter. Der LBV gibt Tipps für den richtigen Umgang mit Jungigeln und rät: Runter vom Gas!

Stand: 23.09.2020

Gerade jetzt sei die perfekte Zeit, den beliebten Tieren im heimischen Garten zu helfen und ihnen ausreichend Unterschlupf und Nahrung zu bieten, so der LBV. „Mit igelfreundlichen Gärten unterstützt man die Tiere und sie müssen sich nicht auf die gefährliche Wanderung über Straßen begeben. Trotzdem sollten AutofahrerInnen gerade jetzt etwas vorsichtiger sein“, empfiehlt LBV-Igel-Expertin Annika Lange. Lange warnt außerdem vor übertriebener Sorgfalt für scheinbar hilflose Igel. Lebendige oder auch tote Igel können gemeldet werden unter www.igel-in-bayern.de.

Besonders bei Dämmerung aufpassen

Da die meisten Igelkinder im August und September geboren werden und ihre ersten Ausflüge im Alter von knapp vier Wochen unternehmen, herrscht gerade Hochbetrieb in Gärten, Parks und Wäldern. Igel sind nachtaktiv und verirren sich oft auch auf Straßen, über die sie relativ unbedarft laufen, erklären die Experten des LBV. Deshalb sollten AutofahrerInnen gerade ab der Abend- bis zur Morgendämmerung besonders aufmerksam und vorausschauend fahren. Rollt sich ein Igel dennoch vor das Auto, rät Annika Lange: „Vorsichtig bremsen, ohne die nachfolgenden Autos zu gefährden, nicht das Lenkrad verreißen und den Igel möglichst zwischen die Reifen nehmen. Denn die meisten Autos haben ausreichend Bodenfreiheit.“

Erst abwarten, dann helfen

Aktuell erreichen den LBV nach eigenen Angaben vermehrt Anrufe, was zu tun sei, wenn man scheinbar verlassene Igelbabys umherlaufen sieht. „Wenn ein Nest ohne Muttertier gefunden wird, besteht erstmal kein Grund zur Sorge. Igelmütter müssen auch auf Nahrungssuche gehen und verlassen das Nest schon mal für ein paar Stunden“, so Lange. „Deshalb sollte man vorerst abwarten und aus der Ferne beobachten, ob die Jungen wirklich so verlassen sind, wie es auf den ersten Blick scheint.“ Oft werden Igelkinder von IgelfreundInnen eingesammelt oder das Nest wird zum Beispiel durch Gartenarbeiten gestört. „Im schlimmsten Fall verlässt die Mutter dann das gestörte Nest und kommt nicht wieder“ so die LBV-Igel-Expertin weiter.

Wie erkenne ich hilfsbedürftige Igel?

Doch wie erkannt man Igel, die wirklich Hilfe benötigen? „Tatsächlich hilfsbedürftige Igelkinder haben geschlossene Augen und Ohren, sind oft nicht oder nur spärlich behaart, fiepen laut und befinden sich außerhalb des Nestes“, erklärt Annika Lange. „Igel egal welchen Alters, die verletzt sind, apathisch wirken, viele Parasiten haben oder auch röcheln, husten, torkeln und sich nicht einrollen, sind ebenfalls hilfsbedürftig.“ Nur in solchen Situationen ist Eile geboten, denn die verwaisten Igelsäuglinge können dann ohne menschliche Hilfe nicht mehr überleben. Der Gang zum Tierarzt oder fachkundige Hilfe ist unumgänglich. Wer sich nicht sicher ist, was in so einer Situation genau zu tun ist, findet Rat unter www.lbv.de/igel-gefunden.


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