Bayern plus


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Kräuterkunde auf Bayern plus Mit Nadeln gut durch den Winter

Sie wachsen auf den Bäumen, zieren jeden Weihnachtsbaum, können aber viel mehr als das. Bayern plus-Kräuterexpertin Marion Reinhardt erklärt die heilende Wirkung von Fichten und Kiefern-Nadeln und hat auch wieder ein Rezept dabei.

Stand: 17.01.2018

Fichte
| Bild: Marion Reinhardt

Bis auf eine schmale Naht an der Zweigunterseite verteilen sich die Fichtennadeln rund um den Zweig. Sie sitzen an braunen Stielen. Beim Nadelabfall verbleibt der mit der Sprossachse verwachsene Blattgrund (Blattkissen) am Zweig. Die Zweige fühlen sich deshalb raspelig und rau an. Dieses ist auch ein Unterscheidungsmerkmal an älteren Zweigen gegenüber der Weiß-Tanne. Die Nadeln der Kiefer Nadeln sind paarweise in einer Nadelscheide und 4 bis 7 cm lang. Sie sind starr und spitz.

Hilfe bei Schlafstörungen

Kiefernnadelöl ist das aus frischen Nadeln oder Zweigspitzen destillierte ätherische Öl. Es wird unter anderem als schleimlösendes Mittel bei Bronchitis eingesetzt. Kiefernnadelöl und Triebe helfen außerdem bei grippalen Infekten, Schnupfen, Husten, Bronchitis, Hals- und Rachenentzüdung. Kiefernnadelöl gibt es als Einreibung in Form von Tinktur, Salbe, Gel, Ö. Es fördert auch die Durchblutung – bei Muskelverspannung und Gelenkschmerzen - hilft auch bei Schlaflosigkeit und Erschöpfung.

Gut gegen festsitzenden Husten

In der Volksmedizin galt ein Tee aus Fichtensprossen als Blutreinigungsmittel, das bei Gicht, Rheumatismus, Magenkrämpfen und Hautleiden Anwendung fand. Da nachgewiesen werden konnte, dass die ätherischen Öle der gemeinen Fichte eine auswurffördernde Wirkung haben, wird das Fichtenöl in der modernen Medizin eingesetzt. Als Bestandteil von Bronchialbalsam und Inhalationen dient es zur Behandlung von Bronchitis und festsitzendem Husten.

Gesunder Tee

Mit den jungen Triebspitzen und den ausgewachsenen Nadeln kann man einen Aufguss zubereiten und als Tee trinken. Er hilft aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehaltes auch gegen Frühjahrsmüdigkeit und andere Vitamin-C-Mangel-Erscheinungen. Als Beigabe in Badezusätzen fördert es die Durchblutung und unterstützt die Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und Erschöpfungszuständen.

Rezept für Erkältungsbalsam

  • 100 ml Kokosfett
  • 7 -10 g gemischte Kräuter (z. B. Fichtennadeln, Tannennadeln, Latschenkiefer, Kiefer, dazu auch Thymian, Fenchel, Eukalyptus, Anis, Pfefferminze - es müssen nicht alle sein, eine Auswahl genügt)
  • 25 Tr. reine ätherische Öle (wie Kräuter oben)

Das Kokosfett in einem Gefäß im Wasserbad schmelzen lassen. Kräuter zerkleinern, Samen wie Fenchel und Anis im Mörser anmörsern und im Öl ca. 20 Minuten ausziehen. Dabei stetig rühren. Dann über Sieb und Leintuch abgießen und auspressen. Das Fett etwas abkühlen lassen und die ätherischen Öle einrühren. Danach in Döschen abfüllen. Diese decken Sie mit einem Küchentuch ab. Erst nach dem Erkalten verschließen. Beschriften und mit Datum versehen.

 


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