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Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Golfballgroßer Meteorit schlägt bei Heiligenstadt ein: Finder gesucht

Ende Juni sind bei Heiligenstadt im Landkreis Bamberg Teile eines Meteorits auf der Erde eingeschlagen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sucht nun nach dem Finder des golfballgroßen Stücks.

Von: Heiner Gremer

Stand: 09.07.2018

Am 30. Juni war ein Meteor über Oberfranken zu sehen. Berechnungen haben ergeben, dass Teile davon die Erdatmosphäre durchquert und bei Heiligenstadt im Landkreis Bamberg den Erdboden erreicht haben. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln sucht nun nach dem Finder des 50 Gramm schweren, golfballgroßen Meteoriten.

Aufspüren von Meteoriten

Kollegen aus Tschechien hätten den 16 Kilogramm schweren Meteor beim Eintritt in die Erdatmosphäre entdeckt, sagte Dieter Heinlein vom DLR dem Bayerischen Rundfunk. Er arbeitet beim sogenannten DLR-Feuerkugelnetzwerk – einem Kameranetzwerk, das Meteoriten in Deutschland aufspüren soll.

Als Feuerschweif am Himmel zu sehen

Nur rund zwei bis dreimal im Jahr würde ein etwa 50 Gramm schweres Reststück zu Boden fallen, so Heinlein. Für die Experten wäre es deshalb von Interesse, dieses Stück zu untersuchen. Ein solcher Meteor tritt mit einer Geschwindigkeit von rund 36.000 Stundenkilometern in die Atmosphäre ein. Das Abbremsen auf etwa 150 Stundenkilometer ist als Feuerschweif zu sehen. Dabei verliert der Meteor den Großteil seiner Masse.

Wie sieht der Meteorit aus?

Den Berechnungen nach müsste der Meteorit am 30. Juni gegen 3.30 Uhr im Bereich Heiligenstadt, Volkmannsreuth und Veilbronn aufgeschlagen sein, so Heinlein weiter. Erkennen lässt sich der frisch gefallene Meteorit an seiner hohen Dichte. Das heißt: Er ist deutlich schwerer als gleichgroße irdische Steine. Der Meteorit ist mattschwarz und hat eine dünne Schmelzkruste. Sollte er gebrochen sein, sieht man das hellbraune Innere.

Finder gesucht

Wer das für die Wissenschaftler interessante Reststück entdeckt, sollte es nicht mit bloßen Händen anfassen, sondern mit Handschuhen oder einer Plastikfolie. Ideal wäre es, wenn der Finder Fotos vom Fundort per Mail an dieter.heinlein@meteoros.de schicken würde. Das DLR untersucht den Stein dann – der Finder bleibt aber der Eigentümer.

Fund relativ unwahrscheinlich

Die Chancen, dass das Stück wirklich gefunden wird, stehen laut Heinlein aber relativ schlecht. Die meisten Funde entpuppen sich als schwarze Steine. Auch ein 500 Gramm schweres Meteoritenstück, das im Raum Kulmbach niedergegangen war, sei nicht gefunden worden, so Heinlein.


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Lothar, Donnerstag, 12.Juli, 14:35 Uhr

1. Meteorit

Und was ist, wenn er innen nicht hellbraun, sondern hellgrau ist?